Vermieter durch Zufall

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Auf dem Winklerhof von Juliane und Sepp Esterer in Ringham wird seit 50 Jahren Urlaub auf dem Bauernhof angeboten. Mit auf dem Bild ihre Kinder Christian, Nadine und Thomas (von links).

Petting – Seit 50 Jahren vermietet die Familie Esterer vom Winklerhof in Ringham an Feriengäste. Angefangen hat alles durch einen Zufall, wie Sepp Esterer erzählt:


»Meine Eltern Elisabeth und Willibald Esterer kauften sich 1970 den ersten Sonnenschirm und stellten ihn vors Haus. Das sah ein Ehepaar, das gerade auf Hochzeitsreise war, beim Vorbeifahren und dachte sich: 'Hier gibt es vielleicht Zimmer zum Übernachten'. Meine Eltern überließen den beiden ein Zimmer für eine Nacht und bekamen dafür eine kleine Entschädigung. Das gefiel ihnen so gut, dass sie nach kleinen Umbauten im darauffolgenden Jahr Zimmer mit Frühstück anboten.«

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Seit dieser Zeit wird am Winklerhof vermietet. Zuerst nur Zimmer mit Frühstück, später wurden die Zimmer zu kompletten Ferienwohnungen umgebaut. Im Laufe der Jahre sind viele enge, familiäre Kontakte mit den Gästen entstanden.

1988 übernahmen Juliane und Sepp Esterer den landwirtschaftlichen Hof und die Vermietung. »Trotz vieler Arbeit am Hof, der außerlandwirtschaftlichen Arbeit und der Zeit, die unsere drei Kinder berechtigterweise einforderten, haben wir keinen Tag bereut, Geld und Zeit in die Vermietung investiert zu haben«, betont Sepp Esterer.

Urlaub auf dem Bauernhof richtet sich in erster Linie an Familien mit Kindern, die Kontakt zu Umwelt und Natur suchen. Auf dem Bauernhof können sie das in besonderer Weise und unmittelbar erleben. Der Familienanschluss ist sicher ein Punkt, warum so viele Gäste schon seit Jahrzehnten Urlaub auf dem Winklerhof buchen, ist sich Esterer sicher. Als besonders gastfreundlicher Ferienhof wurde der Winklerhof 2016 und 2019 mit dem »Goldenen Gockel« ausgezeichnet.

»Die meisten unserer Gäste kommen aus Deutschland«, sagt Esterer. Es finden aber immer öfter Gäste aus Holland, England, USA, Dänemark, Italien oder Spanien den Weg nach Ringham. »Einmal war sogar ein Profi-Tennisspieler aus Australien bei uns zu Gast«, so Esterer.

Eine wichtige Aufgabe sehen die Esterers darin, den Kindern und Erwachsenen das Leben auf dem Land und auf einem Bauernhof näherzubringen. »Hier können sie erleben, wie viele Schritte nötig sind, um die Lebensmittel zu erzeugen, die sie dann im Geschäft kaufen. So werden die Lebensmittel und die Arbeit der Bauern mehr wertgeschätzt«, sagt Sepp Esterer.

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