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Rasten auch im Winter

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Der Landkreis Traunstein wird das Haus Steffen in Kühnhausen am Waginger See ein weiteres Jahr nutzen. Dort leben seit fünf Jahren Asylbewerber. (Foto: Archiv Höfer)

Petting – Wer jetzt durch Pettings schöne Landschaft wandert, findet keinen Ruheplatz mehr. Die hölzernen Sitzflächen und Lehnen werden jedes Jahr im Herbst von den Betonfundamenten abgeschraubt und im Frühjahr wieder dran.


Theo Pastötter war es, der in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats den Sinn dieser Maßnahme in Frage stellte. »Es sind auch jetzt noch viele Leute unterwegs«, betonte Pastötter. Bürgermeister Karl Lanzinger begründete es damit, dass die Bänke schon 20 oder 30 Jahre halten sollten.

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Nach einer kurzen Diskussion wurde entschieden, dass man vor dem nächsten Herbst entscheiden werde, wie es künftig gemacht werden soll. Bei diesem Thema regte Lydia Zehentner an, auch die Standorte ins Visier zu nehmen: »Ist der Platz noch richtig und sinnvoll? Oder ist es dort zugewachsen?« Lanzinger bat Kollegen und Bürger, Auffälligkeiten zu melden. Er kündigte an, der Bauhof werde beim Wiederaufbau im Frühjahr darauf achten.

Die Landkreisgemeinden haben bereits beschlossen, gemeinsam einen Fachmann für Datenschutz anzustellen. Daniel Dußmann wird sich künftig auch um die Datensicherheit in der Pettinger Gemeindeverwaltung kümmern, was die Gemeinde 2800 Euro jährlich kostet. Dem stimmten alle Räte zu.

Das Kreisbildungswerk bat die Gemeinde, weiterhin 18 Cent pro Bürger und Jahr beizusteuern. Für Petting macht das in Summe 416,52 Euro. Auch hier hatte niemand Einwände. Der Trachtenverein Schönram beantragte, wie andere Ortsvereine zuvor, einen Zuschuss von 350 Euro für seine Jugendarbeit. »Das entspricht dem Landkreiskonzept«, so Lanzinger – was bedeutet, dass eine gemeindliche Förderung Voraussetzung ist für einen gleichhohen Zuschuss aus dem Landratsamt. Auch hier gab es keine Gegenstimme.

Aus nichtöffentlicher Sitzung gab Pettings Rathauschef Karl Lanzinger bekannt, dass der Landkreis um eine Verlängerung der Nutzung von Haus Steffen an der Strandbadstraße angefragt habe. Dort sind seit fünf Jahren Asylbewerber untergebracht. Nun hat der Landkreis das Recht, das Anwesen bis Ende Januar 2022 zu nutzen, um weiterhin Flüchtlinge dort unterzubringen. höf