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Petting wird närrisch

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Foto: Albrecht

Petting – Das ganze Dorf war auf den Beinen beim Faschingszug in Petting, organisiert vom TSV. Groß angekündigt war er aber nicht worden. Nicht einmal der Pfarrer hätte ihn erwähnt in der Kirche, meinte einer der Zaungäste. Schon deshalb war es überraschend, wie viele daran teilnahmen, oder die Dorfstraße säumten, um die Närrischen vorbeiziehen zu sehen. Selbst von diesen »Zaungästen« waren viele kaum zu erkennen, denn auch sie hatten sich faschingshaft verkleidet. Besondere Mühe ihre Identität zu verschleiern hatten sich natürlich die Mitglieder der Vereine gegeben, die sozusagen offiziell am Zug teilnahmen.


So dürfte Petting heuer ein sehr buntes Dorf werden, wenn die Mitglieder des Gartenbauvereins ihre Blumenbete auch so farbenfroh gestalten wie die Kostüme, die sie beim Faschingszug trugen. Petting sollte aber wachsam sein, nicht zu einem Sündenpfuhl zu werden, falls sich die Reeperbahn dort einnisten möchte, wie sie es schon beim Umzug angedeutet hat. Der Wilde Westen war ebenfalls vertreten, mit Saloon-Damen und vor Trump fliehenden Indianern. Um nicht in ihr angeblich »sicheres Herkunftsland« zurückverfrachtet zu werden und in ihrer neuen Heimat über die Runden zu kommen, gründeten sie in Petting ein »Apachen Pub«. Die Musikkapellen-Mitglieder konnten sich anscheinend nicht entscheiden, ob sie lieber Englein oder Teuflein wären und verkleideten sich deshalb zur Hälfte als die einen und zur anderen als die anderen. Musizieren taten sie jedenfalls »teuflisch gut«. Offenbar aus dem Schönramer Filz war eine Schar von Hexen aufgetaucht, um das Dorf an ihre Macht zu erinnern. Natürlich durfte auch ein Faschingskönig nicht fehlen und der TSV hatte ihn auf den Namen »Alf I« getauft. Als echtes Mitglied einer Adelsfamilie hatte er sich schon vor dem Umzug entpuppt, indem er ein Techtelmechtel mit einer Putzfrau anfing. Für den Zug hatten ihm die TSVler sogar einen Thronwagen zurechtgezimmert. Im Vergleich mit der Kutsche der Elisabeth II. war er allerdings etwas mickrig geraten.

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Natürlich bekam auch Verkehrsminister Andi Scheuer seine Geldverschwendung vorgehalten und dass er absolut nicht von seinem Posten weichen wolle. Die bayerische Liebe zum Bier wurde von einem sich autonom fortbewegenden Tragerl veranschaulicht, dem der als Fahnenschwinger angeheuerte Altbürgermeister Markus Putzhammer vorausging. Die Bauern erinnerten an ihrem Wagerl mit dem Spruch; »Nicht vergessen, ohne Bauern kein Essen« an ihre Wichtigkeit. Die »Untersurtaler« Trachtler wiesen natürlich auf ihre bevorstehende Theatersaison hin, mit ihrer Verkleidung als »Wichteln vom Schönramer Filz«. Kaum wiederzuerkennen war der Vorstand des TSV, Hans Mayer, der als »Blaubär« beim Faschingszug mitmarschierte. Natürlich waren auch alle anderen Ortsvereine beim Umzug vertreten. Sogar ein Kanalsäuberungstrupp war dabei.

Um auch für die kommenden Jahre für die närrische Zeit und den Faschingszug gut gerüstet zu sein, wollen die Pettinger unter dem Namen »So Hagge« am 12. März um 19.11 Uhr im Bräustüberl Schönram einen Faschingsverein gründen; alle, die Gründungsmitglied werden wollen, sind willkommen. al


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