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Neues Baugebiet für bis zu 43 Wohneinheiten in Petting

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Blick auf Petting und die Bajuwarensiedlung. Das Neubaugebiet entsteht im Südosten außerhalb des linken Bildrands. (Foto: Archiv Höfer)

Petting – »Wir brauchen Wohnungen«, stellte Bürgermeister Karl Lanzinger fest. Aber eben nicht nur die klassischen Einfamilienhäuser, sondern auch Mietwohnungen, denn solche habe die Gemeinde zu wenig.


In seiner jüngsten Sitzung fasste der Gemeinderat einstimmig den Aufstellungsbeschluss zu einem Baugebiet Mühlfeld III. Auf 18 Parzellen können dort bis zu 43 Wohneinheiten entstehen. Das Besondere: Privathäuser müssen so platziert werden, dass eine Erweiterung möglich bleibt.

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Die sogenannte »Bajuwaren-Siedlung« wird größer. Das neue Baugebiet schließt sich südöstlich daran an. Die laut Lanzinger »kompakte Bebauung« wird erschlossen durch eine 5,5 Meter breite Straße. Eine zusätzliche Ausfahrt beim Pfarrheim auf die Hauptstraße soll eine stärkere Belastung der bestehenden Siedlung vermeiden. Ein langgestreckter Grünsteifen inmitten der neuen Siedlung dient als Spielplatz. Ein rund sechs Meter breiter Grüngürtel umfasst das Neubaugebiet. Allerdings darf der auf Wunsch der benachbarten Landwirte auf drei Meter nicht bepflanzt werden.

Privatgebäude müssen nahe am Straßenkörper gebaut werden, um später zusätzlichen Wohnraum schaffen zu können, etwa dann, wenn Kinder selbst Familien gründen oder Eltern bei ihren Kindern leben wollen. Das Ziel der Gemeinde ist Flächensparen. Die Zahl der Stellplätze berücksichtigt bereits eine spätere Verdichtung.

Es werden längere Wohnblocks oder auch Reihenhäuser entstehen. Da war Martin Häusl die vergleichsweise geringe Grundfläche von 350 bis 400 Quadratmeter aufgefallen. Er fragte: »Ist das sinnvoll?« Das seien keine Grundstücke, die die Gemeinde verkaufe, machte der Bürgermeister deutlich und erinnerte den Kollegen an das System Einheimischenmodell, das nur deshalb funktioniere und so günstig sei, weil auch die »Alteigentümer« zu ihrem Recht kämen. »Wir haben wenig Mietwohnungen«, begrüßte der Rathauschef auch solche Bauweisen.

Die gemeindeeigenen Grundstücke bewegen sich zwischen 500 und 750 Quadratmeter. Die Gesamtwohnfläche gibt Planerin Eva Weber vom Büro Schuardt mit 3825 Quadratmeter an. Die Straßen werden nicht »gefasst«, Schotterrasen an den Rändern sollen ein Parken ermöglichen. Im Gremium umstritten war die Sinnhaftigkeit zweier Fußwege zum Siedlungsrand. Was Lanzinger als »Wege zum Grüngürtel« erklärte, sieht Franz Vordermayer als »Wege hin zu einer späteren Bebauung.« Die man, so der Hinweis des Bürgermeisters, allerdings nicht mehr erleben würde.

Diskussionen über Details unterband schließlich Vordermayer mit den Worten: »Über die Feinheiten reden wir, wenn es soweit ist.« Tatsächlich ging es diesmal nur um den Aufstellungsbeschluss. Festlegungen gibt es mit der ersten öffentlichen Auslegung. Nach neuer Gesetzeslage bedarf es für diesen Bebauungsplan keiner Änderung des Flächennutzungsplanes; es braucht weder Ausgleichsflächen noch einen Umweltbericht.

Andreas Götzinger fragte, wie es denn mit der wasserrechtlichen Genehmigung im neuen Baugebiet Ringham stehe. »Die kommt«, kündigte Lanzinger an. Er rechnet mit einer Ausschreibung der Leistungen im September; eine Erschließung erachtet er wegen vermutlich günstigerer Preise jedoch erst im Frühjahr für sinnvoll.

Für das Gewerbegebiet Wasserbrenner II liegt eine solche Genehmigung vor. Weil auch dafür die Ausschreibung im September rausgeht und die Abgabefrist im Oktober endet, wird man auch dort erst 2019 starten.

Zu Beginn der Sitzung hatte der Gemeinderat einem Bauantrag zugestimmt. Der Antragsteller möchte in Lehen eine zweite Wohneinheit und einen Heizraum anbauen. »Der Kreisbaumeister wollte hierbei eine First-richtung«, erklärte Lanzinger den Entwurf, der vom direkten Anlieger auch so akzeptiert wurde. höf