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Mit »Abstand« außergewöhnlichste Proben

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Nicht nur, dass die Schönramer Aktiven bereits im Juni als erste im Gauverband wieder den Probenbetrieb aufnahmen; sie nutzten die Corona-bedingte Auszeit, um einen neuen Vereinsplattler einzustudieren.

Petting – Schon seit Anfang Juni ist in Bayern Mannschaftstraining in einer Gruppe von 20 Personen erlaubt – ein großer Gewinn vor allem für den Amateurfußball. Aber wie steht es eigentlich um die Trachtenvereine? Zählt das Schuhplattln als Sportart? Oder gelten für die Trachtenproben die ebenfalls gelockerten Regelungen für Tanzschulen oder ähnliche Einrichtungen?


Diese und viele weitere Fragen beschäftigten die Aktiven der Untersurtaler Schönram zuletzt, schließlich wurde der verzögerte Probenbeginn nach einigen Wochen digitaler »Home-Office-Proben« von allen Teilnehmern schon sehnsüchtig erwartet.

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Als klar wurde, dass es noch keinerlei Gewissheit oder Erfahrungen gab, war Eigeninitiative gefragt. Kurzerhand wurde – unterstützt vom Bayerischen Trachtenverband und dem Gauverband I – ein Antrag beim Gesundheitsamt eingereicht. Zusammen mit einem Hygienekonzept, das die Einhaltung der Abstands-, Hygiene- und weiteren Schutzmaßnahmen gewährleistet, sollte dieses die Wiederaufnahme der Probenarbeit offiziell genehmigen.

Bereits nach wenigen Tagen wurde die Wiederaufnahme ohne Einwände bestätigt, sodass die Schönramer Aktiven als erster Verein im ganzen Gauverband die Probenarbeit wieder aufnehmen konnten. Anfang Juli wurde nach den positiven Erfahrungen aus den Aktivenproben auch wieder mit den Kinder- und Jugendproben begonnen. Viele andere Vereine folgen inzwischen dem Konzept.

Selbstverständlich ist die Gestaltung der Proben noch weit entfernt vom Normalbetrieb. Neben den allgemeinen Abstands- und Desinfektionsregeln wird jeder Teilnehmer für den Rest der Saison einem festen Tanzpartner zugewiesen, es herrscht grundsätzliche Maskenpflicht mit Ausnahme der aktiven Tanzphase und auch die Probendauer ist derzeit auf 60 Minuten begrenzt. Darüber hinaus sind Figurentänze, bei denen sich die Tanzpaare zu nahe kommen würden, untersagt – das Probenprogramm bleibt daher relativ überschaubar.

Da in diesem Jahr außerdem sämtliche Veranstaltungen, auf die es sich zu proben gelohnt hätte, nicht stattfinden können, wird die Probenzeit daher kreativ genutzt: Bereits Anfang des Jahres haben die Vorplattler Tizian Henninger und Johannes Krammer mit Musikwart Markus Gromes die ruhige Zeit genutzt, um einen ganz neuen Vereinsplattler ins Leben zu rufen: den Schönramer Plattler zur Melodie der »Schönramer Polka«. Die Corona-Proben können daher ideal genutzt werden, sich den etwas anspruchsvolleren Plattler anzueignen und auch noch ergänzende Tanzfiguren zu entwickeln.

Trotz vieler Einschränkungen läuft der Probenbetrieb wieder auf Hochtouren. Schließlich gilt es, mit »Wumms« aus der Krise zu kommen. Daher sind neue Ideen gefragt. fb