Kirche will in Petting und Ringham bauen – »Mayerkramersches Benefizium« stellt zwei Bauvoranfragen im Gemeinderat

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Die Kirche will über das »Mayerkramersche Benefizium« auf zwei Grundstücken in der Gemeinde Petting bauen. (Foto: Archiv Höfer)

Petting – Zu dem Begriff Benefizium sagt Wikipedia: Im Mittelalter zur erblichen Nutzung überlassenes Land oder Amt. Im Pettinger Gemeinderat ging es zuletzt um das »Mayerkramersche Benefizium«, um Kirchengrund und zwei Bauvoranfragen dazu. In Petting sollen darauf »zwei Wohnhäuser« entstehen, in Ringham »zwei weitere Einfamilienhäuser.« Unter anderem mit diesen beiden Bauangelegenheiten hatte sich der Pettinger Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung zu befassen. Nicht alle Wünsche wurden einstimmig abgesegnet.


Das Areal südlich der Grundschule an der Schulstraße 7 ist Kirchengrund. »Es ist in der geltenden Ortssatzung mit drinnen«, informierte Bürgermeister Karl Lanzinger (CSU). »Es ist Innenbereich, Baugrenzen sind nicht festgelegt.« Vizebürgermeister Ludwig Prechtl (Freie Wählergruppe) erinnerte sich, »dass hier schon mal mehr geplant war«, als das nun vorgesehene Doppelhaus und ein Einfamilienhaus samt dazugehöriger Garagen. Das Besondere daran: Es führt darauf ein eineinhalb Meter breiter Gemeindeweg nach Süden zum Kindergarten. Der wird verbreitert und befestigt.

»Sind wir dann für den Winterdienst zuständig?«, wollte Philipp Strohmeyer (CSU) wissen. »Nein«, antwortete Lanzinger. »Doch der Weg bleibt unser Eigentum.« Andreas Götzinger (CSU) erscheint die Gebäudehöhe gerade am Ortsrand interessant. Auch hier gab es Entwarnung: Die Wandhöhe soll 5,5 Meter betragen, was für ein Kniestockhaus spricht.

Eine zweite Bauvoranfrage des Benefiziums galt dem Unterdorf 11 in Ringham, wo die Kirche eine Immobilie geerbt hat. Auf diesem Grundstück – ebenfalls innerhalb einer Ortssatzung – sollen zwei neue Einfamilienhäuser entstehen. »Die Kirche möchte jeden Quadratmeter nutzen«, kommentierte das Bernhard Leitenbacher (FW) und fragte: »Was sagen die Nachbarn dazu? Der landwirtschaftliche Betrieb wird darüber nicht erfreut sein.«

»Besser Baulücken nutzen als neue Siedlungen aus dem Boden stampfen«, widersprach Lanzinger und verwies auf die nötige Prüfung durch das Landratsamt, das auch eine eventuelle Grenzbebauung oder eine Abstandsflächenübernahme klären müsse. Leitenbacher erwartet daneben, dass Autos auf der Straße geparkt würden. »Das geht nicht. Es müssen drei Meter Raum bleiben.« Für Vizebürgermeister Ludwig Prechtl »macht es Sinn«, den Rest müsse das Landratsamt entscheiden. Einzig Leitenbacher lehnte dieses Vorhaben ab.

Als »ortsverträglich« bezeichnete der Bürgermeister den geplanten Anbau einer zweiten Wohneinheit an das bestehende Wohngebäude in Aich 9. Das bestehende Haus sei nicht allzu groß und ein Anbau flächensparender als ein »Extragebäude«. Für Prechtl »macht auch das Sinn". Ich sehe für uns kein Problem.« Dem stimmten die Kollegen zu.

Der geplante Bau im Ringhamer Aufeld ragt über die festgesetzten Baugrenzen hinweg. »Nicht zum Nachbarn, sondern zur Straße«, relativierte Lanzinger die Überschreitung. Für Philipp Strohmeyer blieb wichtig, dass Geschoßflächen- und Grundflächenzahl eingehalten werden. Das ist der Fall. »Es tut keinem weh, lass man bau’n«, warb Prechtl um Zustimmung. Die war einhellig.

In Musbach will ein Antragsteller ein Bauernhaus abbrechen und neu erbauen. Das Gebäude soll eine Teilumwidmung erfahren, dort entsteht zudem ein Maschinenabstellplatz. Andreas Götzingers Frage, ob denn die Gebäudegröße so bleibe, beantwortete der anwesende Bauwerber mit: »Ja«. Dem Antrag wurde einhellig zugestimmt.

Die Chiemtronic GmbH möchte auf der Erweiterungsfläche im Gewerbegebiet Wasserbrenner eine Produktionshalle bauen. Dabei bleibt auf dem Grundstück neben der 21-Meter-Halle noch Platz für eine eventuelle Erweiterung. Die Traufhöhe beträgt sechs, der Giebel misst acht Meter. Auch hier hatten die Pettinger Gemeinderäte nichts dagegen.

höf