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Ein Anwesen in Teichting hat ein Antragsteller vor gut zwei Jahren erworben. Nebenan will er eine 100-Quadratmeter-Lagerhalle bauen. Die Gründe erklärte er dem Gemeinderat schriftlich. (Foto: Archiv Höfer)

Gemeinderatsitzung in Petting

Petting – Ein Bürger hatte ein Anwesen in Teichting erst vor gut zwei Jahren erworben. Nun möchte er dort nebenan eine landwirtschaftliche Lagerhalle mit rund 100 Quadratmetern Grundfläche bauen. In einem Schreiben an die Gemeinde hatte der Antragsteller ausführlich dargestellt, was er damit vorhat.


Er verfügt nach eigenen Angaben über 4,8 Hektar Grünland und 4,1 Hektar Wald. Für mehr Flexibilität will er in der Halle circa 60 Heuballen zwischenlagern können und ebenso Kapazitäten für etwa 170 Schüttmeter Hackschnitzel schaffen, denn auch hier würden Windbruch und Käferholz zu schwankenden Lagermengen führen.

Dass eine Privilegierung derzeit wohl nicht greift, erkennt der Antragsteller selbst, da er noch nicht lange als Nebenerwerbslandwirt tätig sei, aber, so gibt er an, bereits in einem Naturschutzprogramm eingebunden sei.

»Für mich ist das gut erklärt«, stellte Vizebürgermeister Ludwig Prechtl (Freie Wählergruppe) dazu fest. »Was soll man dagegen haben?« Nicht zuletzt sei folgendes zu sagen: »Als Landwirt dürfte er es sowieso.« Ganz anders Bernhard Leitenbacher (FW): »Das klingt eher nach Märchenstunde. Auf diese Weise ist jeder Privilegierte a Depp.« Mehr noch, der Landwirt aus Aichbauer sieht die bisherige Form der landwirtschaftlichen Privilegierung »irgendwann gefährdet«.

Dem hielt Prechtl entgegen, dass viele sogenannte Privilegierte »schon lang keine Landwirtschaft mehr betreiben«. Für ihn ist dieses Vorhaben in Ordnung, »solange es nicht für Schiffe oder Yachten zweckentfremdet wird.« – »Dann schau ma moi, ob Heu drin is‘«, blieb Leitenbacher weiter skeptisch.

Roland Krammer (FW) argumentierte andersrum: »Ich könnt' auf’n Duusch Zehne nennen, die jahrelang eine Hütte bauen wollen, es aber im Außenbereich nicht dürfen.«

»Der Antragsteller hat seine Argumente gebracht«, schloss Bürgermeister Karl Lanzinger (CSU) die Debatte. Im Übrigen koste so eine Lagerhalle »an Hauf’n Geld«, das man nicht ausgebe, »bloß weil’s lustig is‘«. Die letzte Entscheidung liege ohnedies bei der Baubehörde im Landratsamt.

Die Zustimmung fiel mit sieben zu sechs Stimmen denkbar knapp aus. Zwei Gemeinderäte fehlten entschuldigt.

höf