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An der Zufahrt zum Wertstoffhof (links) wurde jahrelang Müll abgeladen. Nun wird diese Verdachtsfläche auf Altlasten untersucht. (Foto: Höfer)

Gemeinderat weicht von eigenen Vorgaben ab: Pultdach statt Satteldach

Petting – Eigentlich sieht die gemeindliche Gestaltungssatzung Satteldächer vor. Doch mitunter weicht der Gemeinderat von dieser eigenen Vorgabe ab. So auch in der jüngsten Sitzung.


Es ging um die Errichtung von zwei Pultdächern beim Anwesen Mühlberg 2. Mit Glas über der Terrasse, mit Blech über den vier Stellplätzen. »Dachform und -neigung entsprechen eigentlich nicht unserer Gestaltungssatzung«, schickte Bürgermeister Karl Lanzinger (CSU) voraus, doch hier wolle er eine Ausnahme vorschlagen. »Es wirkt nicht so wuchtig.« Im Übrigen sei das Areal an drei Seiten von Gebäuden umgeben. »Und Stauden stehen auch dort«, beschrieb Josef Stippel (Freie Wählergruppe) die »Eingrünung« auf der freien Seite. »Ein normales Dach würde höher«, favorisierte auch Ludwig Prechtl (FW) diese Lösung. Die Kollegen sahen das ebenso.

In Winden 1 soll ein Schuppen abgebrochen und direkt daneben eine Dreifachgarage in den Maßen 10,5 mal 8,5 Meter errichtet werden. »Der neue Bau wird zwei Meter niedriger, dafür um drei Meter breiter«, beschrieb Lanzinger die »gleichbleibende Kubatur«. Die zwei Wohneinheiten haben laut Bürgermeister bislang keine Garagen. Die Gemeinderäte machen das nun möglich.

Die Firma Lang beantragte den Bau eines »Hackschnitzelhauses« auf ihrem Areal in Neuhaus. Der Bürgermeister verwies dabei auf die laufende Bauleitplanung, die Änderungen vorsieht, um die Vorhaben auf dem dortigen Sondergebiet zu ermöglichen (wir berichteten). »Bisher kamen keine ernsthaften Einwände«, zog Lanzinger eine Zwischenbilanz, ehe in der nächsten Sitzung ein Satzungsbeschluss erfolgen kann. Deshalb könnte dieses Bauvorhaben für Heizung und Speicher erst in vier Wochen im sogenannten Freistellungsverfahren abgesegnet werden. Und so stimmte der Rat schon diesmal geschlossen zu.

Der Quellgrund an der Zufahrt zum Wertstoffhof war viele Jahre eine Müllkippe; zuletzt betrieben vom Landkreis. Hier stellt sich wie bei mancher alten »Graffegruam« in Bayern die Frage nach möglichen Altlasten. Und genau das wird nun untersucht. Einmal mit acht Rammsondierungen, die mit rund 3180 Euro zu Buche schlagen. Bohrungen zum Grundwasser werden rund 60.000 Euro kosten.

In nichtöffentlicher Sitzung vergeben hatte das Gremium die Fliesenarbeiten in der Kinderkrippe zum Preis von 23.325 Euro.

Theo Pastötter (FW) regte an, dem Beispiel anderer Kommunen zu folgen und Obstbäume auf öffentlichen Flächen als Erntefrüchte für jedermann zu kennzeichnen. »Der Gartenbauverein hat solche gelben Bänder«, erwiderte Lanzinger und versprach: »Wir kümmern uns drum.«

Wie die Jahre zuvor warb der Gemeindechef auch heuer für eine Teilnahme an den Gemeindemeisterschaften im Stockschießen. Auf die Frage nach engagierten Schützen meldeten sich doch einige Ratsmitglieder. Allerdings warnte Lanzinger vor zu viel Treffsicherheit. Der Grund: »An der Finalrunde können wir nicht teilnehmen, denn an diesem 15. September ist Gemeinderatssitzung.« Vizebürgermeister Ludwig Prechtl erkennt darin kein Problem: »Vier können wir entbehren, und sind immer noch beschlussfähig.«

höf