Gemeinde widerspricht Vorschlag des Landratsamts

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Wie in den Vorjahren sagte der Gemeinderat dem TSV Petting einen Zuschuss von 2500 Euro zur Pflege des Sportplatzes zu. (Foto: Archiv Höfer)

Petting – Anton Resch braucht für sein Bauvorhaben an der Achenstraße eine Änderung des Bebauungsplans. Weil er einen Teil der Garage aufstocken will, bedarf es einer Änderung der Baugrenzen im Baugebiet Kirchfeld I. Der Gemeinderat fasste in seiner jüngsten Sitzung den entsprechenden Satzungsbeschluss.


Die Träger öffentlicher Belange hatten sich teilweise nicht oder mit Standardstellungnahmen rückgemeldet. Die Untere Baubehörde im Landratsamt hatte zwar keine Einwände, bat jedoch um »Überprüfung beziehungsweise Überarbeitung« einzelner Punkte.

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Wenngleich die Behörde die »Nachverdichtung« nachvollziehen kann, so kritisierte sie doch die Einzelplanung. So wird die Teilaufstockung der Garage mit einem verbleibenden schmalen eingeschossigen Streifen mit Satteldach von rund 1,5 Meter »kritisch beurteilt«. Die Behörde regte stattdessen »eine profilgleiche Erweiterung des Hauptgebäudes nach Osten« ohne »brandschutztechnische Zwänge« an.

Die Gemeindeverwaltung stellte dazu fest, dass die vorgeschlagene Alternative bereits im Vorfeld überprüft worden sei. Ein bereits genehmigter Quergiebel würde bei Verlängerung des Hauptgebäudes erheblich außermittig des Daches zu liegen kommen, was aus gestalterischer Sicht »wesentlich ungünstiger beurteilt wurde als die geplante Variante«, heißt es im Beschlussvorschlag. Die Nachverdichtung erfolge auf bereits bebauter Fläche, eine Verlängerung des Hauptgebäudes sei nicht erforderlich. Für die Gemeinde stelle die geplante Bebauungsplanänderung die beste Lösung dar. Dem schloss sich der Gemeinderat einhellig an.

Durch den coronabedingten Ausfall im Vorjahr hatte der örtliche Rechnungsprüfungsausschuss diesmal gleich zwei Rechnungsabschlüsse geprüft, jene der Jahre 2019 und 2020. Ausschussvorsitzender Martin Häusl umriss kurz die Themenstellung: »Wir prüfen stichprobenartig die Einhaltung der Haushaltsansätze, Einnahmen und Ausgaben, ob die Ausgaben notwendig waren, ob Beschlüsse umgesetzt wurden.«

Das vierköpfige Gremium hatte keinerlei Beanstandungen. »Ein Lob an die Verwaltung, es gab keine Beanstandung.« Häusl empfahl einerseits die Entlastung durch den Gemeinderat, rügte anderseits aber die seit Langem fehlende überörtliche Rechnungsprüfung.

»Wir sind nicht die, die stillhalten«, stellte Bürgermeister Karl Lanzinger klar, »im Gegenteil, wir fragen von Zeit zu Zeit immer wieder nach.« Er selbst und die Verwaltung wären froh, wenn wieder einmal überörtlich geprüft würde, und damit einige Jahre abgeschlossen wären. Er würdigte den Ausschuss für die Arbeit an dieser »teilweise trockenen Materie.« Die Entlastung erfolgte einstimmig.

Kurzfristig eingetroffen war ein Antrag des TSV Petting zur Vereinspauschale, die vom Landratsamt gewährt wird, wenn die Gemeinde zuvor ihren Beitrag zusichert. Im Nachgang bestätigte die Gemeinde dann einen Zuschuss in gleicher Höhe. Seit 2018 zahlt die Gemeinde einen jährlichen Zuschuss von 2500 Euro für die Sportplatzpflege. Der Sportverein belegte die Kosten wieder, sodass nichts gegen ein erneutes Ja sprach.

Regina Schnappinger erinnerte an das Leader-Projekt zu ökologischen Blühflächen, die von den Gemeinden an das Planungsbüro Schuardt weitergereicht werden sollen, um daraus ein Gesamtkonzept zu erstellen. So habe Ökomodellregion-Managerin Marlene Berger-Stöckl ihr gegenüber ausdrücklich gebeten, solche Flächen zurückhaltend zu pflegen, also seltener zu mähen. Vom Landratsamt kämen dazu noch Empfehlungen an die Bauhofmitarbeiter.

»Die Leute sollen wissen, warum weniger gemäht wird«, empfahl Schnappinger die Information der Öffentlichkeit. Das Konzept soll im August 2022 fertig sein. Man sei »schon länger dran« ergänzte Lanzinger, auch der Landkreis mähe seine Randstreifen nicht vor Juli, damit Blumen und Gräser absamen könnten.

»Was macht unser Freund Rack, gräbt er?«, brachte Theo Pastötter erneut die sich hinziehende Glasfaserverkabelung aufs Tapet. Deren bereits mehrfach verlängerte Fertigstellungsfrist ende endgültig im Sommer (wir berichteten). »Er sagt, dass es nach dem Winter losgeht«, erwiderte Lanzinger, auf einen aktuellen Kontakt habe man jedoch noch keine Rückmeldung erhalten.

höf


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