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Ein Turm mit 40 Metern Höhe? Senderstandort in Petting gesucht – Bedenken um 5G

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Petting: Senderstandort gesucht – Ein Turm mit 40 Metern Höhe?
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Zwischen Skaterplatz und Wertstoffhof könnte ein 40 Meter hoher Sendemast errichtet werden. (Foto: Höfer)

Petting – Gemeinderat Martin Häusl (CSU) nennt es einen »Schock«, denn plötzlich war das Mobilfunknetz weg. Wie berichtet, war der Sender in Streulach überraschend kurzfristig abgeschaltet worden. Seit Kurzem sendet und empfängt nun eine provisorische Antenne aus der Dorfmitte.


Erreicht werden damit aber nur Nutzer im Ortsbereich. Doch in Schönram und Wasserbrenner sieht es schlecht aus mit dem Datentransfer. Über mögliche Lösungen diskutierte der neue Gemeinderat in seiner konstituierenden Sitzung ausführlich.

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»Provisorischer Standort ist nicht der glücklichste«

»Dieser provisorische Standort ist nicht der glücklichste«, so Bürgermeister Karl Lanzinger (CSU), »auch optisch nicht.« Auf der Suche nach einem Senderstandort seien »verschiedene Gesellschaften«.

Aktuell sei es die Telekom, die einen Standort zwischen Petting und Streulach favorisiere. »Feuerwehrturm oder Wertstoffhof«, erklärte Lanzinger. Doch selbst auf den Turm der Wehr müsste noch ein 25-Meter-Mast draufgesetzt werden. Am Wertstoffhof würde auf einem »mords Sockel« ein 40-Meter-Turm errichtet, der den angrenzenden Wald deutlich überragt. Dennoch würde der Bereich um Schnoat »schon schwächer« versorgt. Nicht zu reden von Schönram: »Dort bräuchte es extra was.«

»Die Firmen brauchen was, auch im Gewerbegebiet«, appellierte Ludwig Prechtl (Freie Wähler) an alle Verantwortlichen. Seine Frage jedoch, ob die Telekom vielleicht auch in Schönram einen provisorischen Sendemasten aufstellen würde, erntete ein klares »Nein«. »Nicht überzeugt« zeigte sich Lisa Wolfgruber (Grüne Liste). Sie hätte gerne ein »unabhängiges Konzept« für die komplette Gemeinde, schließlich sei so ein Bau auf 30 Jahre ausgelegt. Sie würde mehr Standorte mit jeweils weniger Leistung favorisieren.

»Funklöcher wird es immer geben«, gab Lanzinger zu bedenken und meldete Zweifel am Sinn einer »exakten Netzberechnung« an: »Was hilft es, wenn wir den Masten dann dort nicht platzieren können?« Er äußerte Verständnis für eine lange Laufzeit in Anbetracht der Investitionen von über 100.000 Euro. Klar sei, dass auf einen bestehenden Masten auch andere Anbieter ihre Sendeanlage installieren könnten. Eine Genehmigung für einen weiteren werde es dann nicht geben. »Der Mühlberg wäre ideal«, überlegte Franz-Martin Abfalter (CSU), »aber dort einen 40-Meter-Masten …?«

Kein Privatmann stellt in Schönram Standort bereit

Laut Vizebürgermeister Ludwig Prechtl ist in Schönram aus Sorge vor Nachbarkritik kein Privatmann zur Bereitstellung eines Standorts bereit. Denkbar wäre eine Versorgung Schönrams mit einem Standort im Gewerbegebiet Wasserbrenner. »Möglich wäre das auf der riesigen Ausgleichsfläche«, erklärte Lanzinger, man müsste halt hierfür erneut einen Ausgleich herstellen. Klar sei: »Wir brauchen mindestens zwei Masten.« Lydia Zehentner (CSU) fehlte bei der Diskussion der Blick auf das ganze Gemeindegebiet: »Was ist abgedeckt?« Eine »grafische Darstellung« erhofft sich Andreas Götzinger (CSU).

Bernhard Leitenbacher (FW) sorgte sich, dass der Sender irgendwann »rauf gedreht« wird. »5G ist nimmer lustig«, habe er nach intensiver Lektüre erfahren. »Das ist mir ein echtes Anliegen«, bekräftigte der Neu-Gemeinderat. Auch Prechtl wollte nicht »Versuchskaninchen« sein. Er fragte: »Haben wir da einen Einfluss drauf?«

Geschäftsleiter Reinhard Melz informierte: »Im Vertrag steht Funkanlage. Ich glaube nicht, dass sich die etwas verbieten lassen.« Lanzinger verwies auf die Zuständigkeit des Gesetzgebers. Dennoch: »Ich hab’s notiert, aber unsere Chancen sind nicht groß.«

»Wir sind alle keine Experten«, urteilte Regina Schnappinger (GL) über diese Diskussion »im Halbwissen-Bereich«. Sie bat um eine Vertagung und fundierte Informationen. Das fand Unterstützung bei Lydia Zehentner: »Ein Gesamtkonzept würde von den Bürgern sicher besser akzeptiert.« Eine Entscheidung wurde vertagt.

»Geld ist da«, so Thomas Stippel (FW), der Austausch alter Ölheizungen hin zu Biomasse oder Alternativ-Energie würde mit 35 bis 40 Prozent über die KfW oder die BAFA gefördert. Der dritte Bürgermeister bat deshalb, dies mit Blick auf den Kindergarten zu prüfen. Auch vor dem Hintergrund, dass über eine Verbindung zur neu geplanten Kinderkrippe nachgedacht werde. »Wir geben das an unseren Projektanten weiter«, versprach Bürgermeister Karl Lanzinger.

Landratsamt schaut Biber-Schäden an

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