Diskussion um Luftfilter für Schule

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Der Pettinger Dorfplatz soll ein Platz für Veranstaltungen sein. Als Park gestaltet ist der Teil an der Hauptstraße: mit Teich, Brunnenfigur, Pflanzen und Sitzbank. (Foto: Höfer)

Petting – Welche Projekte sollen im Haushaltsplan (wir berichteten) der Gemeinde ihren Niederschlag finden? Grünen-Gemeinderätin Lisa Wolfgruber brachte neuerlich das Thema Luftfilter in Schule und Kindergarten aufs Tapet, denn Corona würde die Menschen und somit die Kommune sehr wahrscheinlich noch länger beschäftigen. Auch mit dem neu geschaffenen Dorfplatz ist Wolfgruber nicht zufrieden. Sie würde sich mehr wünschen als einen »Parkplatz«. Die Resonanz im Gemeinderat war geteilt. Während allesamt 20 000 Euro für Maßnahmen am Dorfplatz bereitstellen mochten, lehnte eine Mehrheit Gelder für Luftfilter ab.


Nicht zum ersten Mal hatte Lisa Wolfgruber das Erscheinungsbild des neuen Dorfplatzes moniert. »Der sollte mehr sein als nur ein Parkplatz«, formulierte sie ihre Kritik. Bürgermeister Karl Lanzinger (CSU) erwiderte, dass sich der »alte Gemeinderat« durchaus Gedanken über die Gestaltung gemacht habe. Vor allem sollte der Platz »nutzbar sein für Feste«, aber auch Besuchern und Abendsportlern als Parkplatz zur Verfügung stehen. Genau deshalb habe man die Freiflächen nicht eigens gestaltet, sondern mit Schotterrasen angelegt. »Falls aber jemanden was einfällt, können wir dafür gerne im Haushalt etwas vorsehen.«

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Da müsse erst etwas Konkretes auf dem Tisch liegen, meinte Martin Häusl (CSU) zu dem Wunsch nach einem Haushaltsansatz. Ludwig Prechtl (Freie Wählergruppe) dagegen erklärte, es tue nicht weh, Geld vorzuhalten für den Fall, »dass eine gute Idee da ist.« Den von Prechtl vorgeschlagenen 20 000 Euro im Haushalt stimmten alle Gemeinderäte zu.

Umstrittener war Wolfgrubers Wunsch nach Luftfiltern in Schulklassen und Kindergarten. »Persönlich bin ich nicht überzeugt«, erklärte Lanzinger dazu, »ich meine, das ist nicht ausgereift.« Die Einrichtungen der Gemeinde hätten alle große Fenster und Türen zum Lüften.

»Ich traue den Filteranlagen nicht«, gestand der Bürgermeister, Verwirbelungen würden möglicherweise dem Virus Vorschub leisten. Im Übrigen sei mit Blick auf die Anfälligkeit gegenüber Allergien eine allzu saubere Luft möglicherweise kontraproduktiv.

»Ich meine, wir brauchen das nicht«, stimmte dem Vizebürgermeister Ludwig Prechtl zu. Seine Erfahrung: »Allein, wenn ich in ein Haus mit Wohnraumbelüftung komme, dann reicht’s mir schon.« Die gleiche Diskussion finde im Landkreis statt, berichtete Philipp Strohmeyer (CSU), »Untersuchungen raten davon ab.« Ein Faktor dabei sei die Wartung der Filter, weshalb er »komplett dagegen« sei. »Erst dann, wenn bewiesen ist, dass es wirklich besser ist«, sagte Martin Häusl und riet vorerst davon ab.

»So ein Luftfilter soll eine natürliche Lüftung nicht ersetzen«, relativierte Wolfgruber die Diskussion, »natürlich braucht es frischen Sauerstoff.« Weil das Thema jedoch alle noch länger beschäftigen werde und solche Luftfilter auch bei Grippewellen nützlich sein könnten, sollte man sich damit beschäftigen, empfahl die Gemeinderätin, die auch ihrem Kollegen Strohmeyer widersprach: »Es gibt Studien, die eine Wirksamkeit belegen.« Von welcher Summe man dabei eigentlich rede, wollte Franz-Martin Abfalter (CSU) wissen, worauf Wolfgruber rechnete: »In der Schule sind es acht Geräte, im Kindergarten fünf.« Bei einem Preis von 4000 Euro summiere sich das auf 52 000 Euro. Pro Gerät gebe es »maximal« 1750 Euro an Zuschuss.

Abfalter warb für einen präventiven Beschluss: »Falls wir im Herbst eine entsprechende Situation haben, dann können wir handeln.« Für einen solchen Haushaltsansatz stimmten neben den beiden Grünen-Gemeinderätinnen Lisa Wolfgruber und Regina Schnappinger nur Lydia Zehentner (CSU) und Franz-Martin Abfalter (beide CSU). Alle anderen lehnten den Vorschlag ab. »Wenn wir wirklich handeln müssen, ist ein Nachtragshaushalt immer möglich«, schloss Karl Lanzinger das Thema ab.

höf