Beschwerde an Bürgermeister: Petting wartet auf Glasfaseranschluss

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Michael Luckas ist unzufrieden: Er wartet sehnlichst auf einen Glasfaseranschluss mit entsprechenden Übertragungsraten. (Foto: Archiv Höfer)

Petting – Michael Luckas will endlich anschließen, kann aber nicht. Dieser Bürger in Petting ist damit nicht allein. Er hatte sich mit einer Beschwerde schriftlich an Bürgermeister und Gemeinderat gewandt – als Alternative zur abgesagten Bürgerversammlung. Tatsächlich zieht sich der Breitbandausbau durch die Gemeinde mächtig in die Länge, was auch Gemeinderäte in der Vergangenheit mehrfach moniert hatten.


Die Frist für einen Abschluss der Arbeiten hat die Regierung von Oberbayern letztmalig auf den 30. Juni 2021 verlängert. Daneben beschäftigte sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung mit einer Anregung von Franz Vordermayer.

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Michael Luckas wartet bislang vergeblich auf einen Glasfaseranschluss. Auf seine Nachfragen erhalte er keine Rückmeldung, beklagt er sich in seinem Schreiben an die Gemeinde. »Besteht irgendwann eine Chance?«, fragt er darin.

»Laut Vertrag muss die Leitung bis an jede Grundstücksgrenze gehen«, machte Bürgermeister Karl Lanzinger (CSU) deutlich. Erst letzte Woche habe man mit der beauftragten Firma RSM in Freilassing ein Gespräch geführt und den Chef, Michael Rack, »eindringlich nahegelegt, Gas zu geben.« Der habe zugesichert, nun mit mehreren Trupps loszulegen. »Er meint, dass er es schafft.« Er muss es schaffen, denn »im schlimmsten Fall ist das zuschussschädlich«, wie es Lanzinger formulierte. Das heißt, versiebte Gelder würde die Gemeinde von der Firma RSM einfordern. »Nicht bloß die Bürger sind unzufrieden«, machte der Rathauschef aus seiner Befindlichkeit kein Hehl. Zur Erinnerung: Schon in der Bürgerversammlung im November 2018 hatte Lanzinger seine Hoffnung zum Ausdruck gebracht, im Jahr darauf von einem »positiven Ausgang« berichten zu können. Diese Hoffnung hat sich bis zum heutigen Tag nicht erfüllt.

»Einige haben zwischendurch immer wieder mal gedrängt«, erinnerte der Bürgermeister an kritische Wortmeldungen von Theo Pastötter und Josef Stippel (beide Freie Wählergruppe). Letzterer kündigte nun erneut an: »Ich werd‘ mich schon wieder melden.« 1,2 Millionen Euro werden damit in den Pettinger Boden vergraben. Weil dafür 900 000 Euro an Zuschüssen fließen, bleiben bei der Gemeinde Kosten in Höhe von 300 000 Euro.

Ob man beim Anschluss auf einen Monopolisten angewiesen sei, wollte Michael Luckas weiter wissen. »Grundsätzlich nein«, erklärte Lanzinger, »weil jeder Anbieter auch andere zulassen muss.« Es bleibe bloß die Frage nach der Gebühr. Möglicherweise sei man im Außenbereich aber auf den einen Anbieter angewiesen. Eine »schlagartige« Erhöhung der Gebühren sei unwahrscheinlich, denn dann würden wohl viele Kunden abspringen. »Ich meine, dass die Konkurrenz vor Wucherpreisen schützt«, so Lanzinger. Im Falle eines Konkurses habe die Gemeinde ein Ankaufsrecht auf das Leitungsnetz.

Luckas fragte weiter, wie seriös eine Firma – nämlich RMS – einzuschätzen sei, die die Konsumenten auffordere, all ihre Daten preiszugeben. »Hier geht es eher um ein komplettes Service-Paket, um alles abzuwickeln«, vermutete Lanzinger, was Martin Häusl unterstrich: »Es geht um einen nahtlosen Weiterlauf.«

Ex-Gemeinderat Franz Vordermayer hatte angeregt, die Vergabekriterien bei künftigen Baulandvergaben zu überarbeiten. So sollten insbesondere Paare mit Kindern besser bewertet werden. »Diesen Vorschlag gab es schon einmal«, erinnerte Lanzinger, »doch im laufenden Verfahren wollten wir damals keine Änderungen vornehmen.« Vor einer nächsten Vergabe aber werde sich der Gemeinderat damit befassen, versprach das Gemeindeoberhaupt. höf


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