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Der Verkehr rollt: Politische Delegation gibt Obinger Ortsumfahrung offiziell frei

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Obing: Obinger Ortsumfahrung offiziell für Verkehr freigegeben
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Sie nahmen die symbolische Freigabe der Obinger Ortsumfahrung vor (von links): Christian Rehm (Leiter des Staatlichen Bauamts Traunstein), Landrat Siegfried Walch, Kerstin Schreyer (Bayerische Staatsministerin für Wohnen, Bau und Verkehr), Dr. Peter Ramsauer (Bundestagsmitglied), Andreas Scheuer (Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur), Josef Huber (Bürgermeister von Obing) sowie Klaus Steiner (Landtagsmitglied).
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Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer
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Staatsministerin Kerstin Schreyer

Obing – Viele Jahre lang haben die Obinger auf diesen Moment gewartet. Nun war es endlich soweit: Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und Staatsministerin Kerstin Schreyer haben die neue, rund 4,7 Kilometer lange Ortsumfahrung im Zuge der Bundesstraße 304 offiziell für den Verkehr freigegeben. Die Kosten in Höhe von 16,5 Millionen Euro trägt vollständig der Bund.


Der Verkehr rollt. Sehr zur Freude der Obinger allerdings nicht mehr mitten durch den Ortskern, über die schmalen Straßen und durch enge Kurven, sondern über die neue Umgehungsstraße nördlich des Obinger Sees. Die Idee dahinter entstand bereits vor rund 25 Jahren im damaligen Gemeinderat, so Obings Bürgermeister Josef Huber. Richtig konkret wurde es dann erst wieder im Oktober 2007, als die Bürgerinitiative »L(i)ebenswertes Obing« 2000 Unterschriften gesammelt hatte. Zwei Jahre später erteilte Dr. Peter Ramsauer, der wenige Monate zuvor das Amt des Bundesverkehrsministers angetreten hatte, den Planungsauftrag.

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Dennoch dauerte es weitere zehn Jahre, bis das Projekt letztlich realisiert werden konnte. Im Juli 2017 war mit dem Bau begonnen worden. Seit heute, fast auf den Tag genau drei Jahre später, rollen die ersten Autos über die neue Bundesstraße.

Komplimente richteten Bundesverkehrsminister Scheuer und Staatsministerin Schreyer dafür vor allem an die Baufirmen, die es trotz der strengen Auflagen der vergangenen Monate geschafft haben, die Arbeiten sogar drei Monate früher als geplant fertigzustellen. 10.000 Fahrzeuge pro Tag, darunter auch viel Schwerlastverkehr, bahnten sich bis zuletzt ihren Weg durch den Obinger Ortskern. Obwohl die Umfahrung nicht mit der höchsten Dringlichkeitsstufe eingestuft worden war, gelang mit dieser Zahl schließlich der Nachweis, dass diese dringend notwendig sei, so Scheuer.

Ramsauer, der neben diesem auch andere Großprojekte in der Region wie den Aubergtunnel und die Trostberger Ortsumfahrung forciert hatte, richtet seinen Dank an die rund 50 Grundstückseigentümer, die für das Projekt zirka 20 Hektar Flächen freigegeben haben – vollkommen freiwillig und ohne langwierige Verhandlungen oder Prozesse. »Das ist eine absolute Ausnahme in der heutigen Zeit«, bestätigte auch der Leiter des Staatlichen Bauamtes Traunstein, Christian Rehm.

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Es hat »verdammt lange« gedauert, bis die Umgehung schließlich gebaut werden konnte, so Dr. Peter Ramsauer, der die erhebliche Dauer von Verkehrsprojekten in der heutigen Zeit in Deutschland bemängelte.

Für Landrat Siegfried Walch liegt nicht nur die Entlastung der Anwohner vor Abgasen und Lärm auf der Hand. Auch der wirtschaftliche Faktor sei bedeutend: Neben den neuen Möglichkeiten für Betriebsansiedlungen bieten Projekte wie dieses gerade für die ländliche Region Chancen für die jungen Generationen, ihre Zukunft auf dem Land zu verwirklichen und so die Stadtflucht weiter einzudämmen. »Funktionierende Verkehrswege sind absolut notwendig, es hat einfach keinen Sinn, wenn immer alle durch den Ort fahren müssen«, betonte Walch und fügt an: »Der Verkehr sucht sich wie Wasser immer seinen Weg, er rationalisiert sich nicht einfach weg.«

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Die Ortsumfahrung ist »überfällig und absolut notwendig«, betonte Landrat Siegfried Walch.

Für Bürgermeister Huber, der sich bei den Grundstückseigentümern, seinen Stadtratskollegen und den Entscheidungsträgern der Politik für den »großen Tag für Obing« bedankte, ist die Arbeit noch lange nicht getan: »Jetzt werden wir die Ortsdurchfahrt komplett neu sanieren sowie Geh- und Radwege schaffen. Mein Ziel ist es, das stetige Wachstum der Einwohner- und Gewerbezahlen in den letzten Jahren weiter voranzutreiben.«

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Der Obinger Bürgermeister Josef Huber wünschte allen Verkehrsteilnehmern auf der neuen Trasse eine gute und unfallfreie Fahrt.

Obwohl das geplante Straßenfest aufgrund der Hygiene-Auflagen ausgefallen ist, hatten sich zahlreiche interessierte Bürger und Grundstücksbesitzer versammelt, um im Anschluss an die Ansprachen der Politiker die symbolische Verkehrsfreigabe zu verfolgen. Vor ihrer Abreise durften Scheuer und Schreyer auf Einladung des Bauamtes und des Autohauses Freilinger noch ein Teilstück der neuen Trasse mit einem Oldtimer befahren.

Die Obinger Ortsumfahrung ist nicht das einzige Großprojekt im nördlichen Landkreis, das zu einer spürbaren Entlastung der Ortskerne beitragen soll. Auch der Aubergtunnel in Altenmarkt, der die tagtäglichen langen Autoschlangen am Schneeweiseck verhindern soll, wird voraussichtlich in rund einem halben Jahr befahrbar sein.

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Andreas Scheuer und Kerstin Schreyer befuhren die neue Ortsumfahrung mit einem Oldtimer.

Ein Rückblick – Unsere bisherige Berichterstattung:

Neue Trassenführung im Überblick:

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Auf einer Länge von 4,7 Kilometern fließt der Verkehr ab sofort an Obing vorbei. Die neue Trasse (im Bild blau dargestellt) verläuft nördlich der Gemeinde. Foto: Staatliches Bauamt Traunstein

Fotos vom Spatenstich im Jahr 2017:

red


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