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Was passiert im Covid-19-Testzentrum des Landkreises? – Ein Erfahrungsbericht

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Corona-Testzentrum in Nußdorf: Ablauf und Erfahrungen | Landkreis Traunstein
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Die Kranken müssen im Auto sitzen bleiben, mit einem Wattestäbchen wird dann ein Abstrich aus dem Rachen und der Nase gemacht. Die Probe wird ins Labor geschickt. (Foto: Landratsamt Traunstein)

Nußdorf – Seit eineinhalb Wochen gibt es die Corona-Test-Straße in Nußdorf. Eine freie Mitarbeiterin des Traunsteiner Tagblatts musste sich dort testen lassen – und hat ihre Erfahrungen in einem Bericht geschildert.


Drei Autos warten vor unserem an einer provisorisch eingerichteten Haltestelle vor dem Covid-19-Testzentrum. Auf einem Schild steht der Hinweis, dass die Fahrzeuge nicht verlassen werden dürfen. Nach etwa 20 Minuten bewegt sich dann das erste Fahrzeug zu einem kleinen Kontrollposten im Freien, ehe es sich nach einem kleinen Stopp vor dem eigentlichen Testgelände, in ein offenes Gebäude begibt. Dann sind wir an der Reihe. Mein Mann, der das Auto steuert, weil ich mich wirklich krank fühle, fährt bis zum Kontrollposten. Dieser ist mit Mitarbeitern in Schutzanzügen und Warnwesten besetzt. Ich zeige ihnen mein Formular, das mir der Hausarzt ausgestellt hat. Dann dürfen wir auf einer ausgewiesenen Strecke weiterfahren.

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Im Gebäude steht links eine kleine Container-Station mit Fenstern, in der sich eine Person aufhält. Ein junger Mann im medizinischen Schutzkittel, mit Handschuhen und einem Mundschutz, begrüßt uns. Er kommt ums Auto herum und zu meinem geöffneten Seitenfenster. Mit einem längeren Wattestäbchen nimmt er einen Abstrich aus meinem Rachen und aus meiner Nase. Dann steckt er das Stäbchen in ein Glasröhrchen, verschließt es und reicht es der Person in der Station weiter.

Die Größe des Areals macht es auf jeden Fall möglich, die Menschen optimal zu trennen, um die Registrierung und Untersuchung im Hinblick auf den Infektionsschutz durchzuführen. Im Testzentrum in Nußdorf werden ausschließlich Personen getestet, die von ihrem Hausarzt mit dem Anmeldeschein und einer Terminbestätigung des Gesundheitsamts dorthin verwiesen werden.

So war das Gesundheitsamt auch auf mich als Betroffene zugekommen. Mein Hausarzt, den ich am Tag zuvor wegen einer starken Erkältung telefonisch kontaktiert habe, hat meine Symptome und seine entsprechende Diagnose nämlich unverzüglich an die Behörde weitergeleitet. Das Gesundheitsamt Traunstein schickte die Testaufforderung dann zurück zum Hausarzt, bei dem ich sie dann auch noch am gleichen Tag abholen lassen konnte.

Ich soll mich also testen lassen. Ein für mich eher beruhigendes Gefühl. Ich denke mir: »Hoffentlich fällt der Test positiv aus, damit ich die Sache schon hinter mir habe, ehe die Infektion sich mehr und mehr ausbreitet und alle vielleicht so krank sind, dass mich keiner mehr behandeln kann oder darf.« Schließlich gehöre ich zur Gruppe der Menschen, die schon etwas älter sind. Auch meine Lunge dürfte nach einer 25-jährigen »Raucherkarriere«, die ich erst vor etwa acht Jahren an den Nagel gehängt habe, nicht mehr in Topform sein.

Jetzt plagt mich also das schlechte Gewissen, weil ich die Finger nicht von den Zigaretten lassen konnte und die unzähligen Warnungen vor den gesundheitlichen Schäden des Rauchens alle in den Wind geschlagen habe.

Traunstein: Covid-19-Testzentrum bei Nußdorf läuft »reibungslos« – bisher rund 90 Corona-Verdachtsfälle
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Ein Patient fährt mit einer zuvor erhaltenen Codenummer das Testzentrum zu seinem vereinbarten Termin an. (Foto: Landratsamt Traunstein)

Etwa fünf Tage vor dem Test haben sich bei mir erste Anzeichen einer Erkältung bemerkbar gemacht: Eine Rachenentzündung, Kopfschmerzen und eine allgemeine Abgeschlagenheit. Weil ich das schon öfter hatte, denke ich, da ist eine Erkältung im Anmarsch. Die entwickelt sich dann aber zu einem Mordshusten – und nach und nach kommt noch leichtes Fieber hinzu.

Auf dem Anmeldeschein, den ich zum Test mitbringe, steht nur »Testzentrum« und die Anschrift. Da nicht genau vermerkt ist, wo das Testzentrum untergebracht ist, finden wir es nicht auf Anhieb ohne Navi. Zunächst denke ich mir, man sollte das Testzentrum besser ausweisen. Doch dieser Ansicht bin ich jetzt nicht mehr. Es würde den Ablauf der Tests wohl nur stören, wenn man schon auf der Bundesstraße zwischen Traunstein und Traunreut auf dieses Testzentrum aufmerksam machen würde. Schließlich haben auch Personen, die mit ihrem Auto anfahren müssen, ein Recht auf Patientenschutz.

Errichtet wurde das Testzentrum vom Technischen Hilfswerk (THW) und dem Bayerischen Roten Kreuz (BRK). Das Konzept für den Aufbau und die organisatorische Durchführung wurde unter Federführung des Örtlichen Einsatzleiters Christof Grundner, dem Gesundheitsamt und dem Ärztlichen Kreisverband entwickelt und umgesetzt. Alle niedergelassenen Ärzte im Landkreis Traunstein wurden informiert und helfen zum Teil auch mit. Das Testergebnis unserer freien Mitarbeiterin war nach sechs Tagen da – es war negativ. Trotzdem will sie zunächst einmal weiter zu Hause bleiben, denn sie hat noch immer einen starken Husten.

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