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Sechs weitere Bauparzellen am Kirchenweg in Nußdorf?

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Über eine weitere Bebauung in Nußdorf am Kirchenweg, östlich der Gemeindestraße nach Litzlwalchen, beriet der Gemeinderat. Er sprach sich grundsätzlich für die Schaffung weiterer Bauparzellen aus, will vor einer Entscheidung darüber aber noch weitere planungsrechtliche Grundlagen geklärt wissen. (Foto: Volk)

Nußdorf – Kann sich der Gemeinderat die Erweiterung der Bebauung in Nußdorf am Kirchenweg in nordöstliche Richtung vorstellen? Mit dieser Frage befasste sich das Ratsgremium, nachdem der Besitzer der Flächen den Antrag auf Änderung und Erweiterung des Bebauungsplanes »Nußdorf-Ortsmitte« stellte.


Beantragt wurde das Baurecht für sechs weitere Bauparzellen mit einer Größe von 600 bis 800 Quadratmeter, von denen zwei für Kinder des Antragstellers, zwei zum freien Verkauf und zwei der Gemeinde zur Vergabe an Einheimische zur Verfügung stehen würden. Nach umfangreicher Beratung wurde kein Beschluss gefasst. Die Räte wollen noch weitere Informationen einholen und dann erneut über den Antrag beraten.

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Über die Möglichkeiten der Erweiterung hatte der Antragsteller bereits vor eineinhalb Jahren Gespräche mit dem Kreisbaumeister geführt. Dieser gab damals eine positive Stellungnahme ab. Der Gemeinderat will vor einer Beschlussfassung vor allem die Vereinbarkeit der geplanten Bebauung mit dem benachbarten landwirtschaftlichen Betrieb geklärt haben. Geprüft werden soll vor allem, welche Abstände zwischen Bebauung und landwirtschaftlichem Betrieb zu beachten sind, um Immissionsschutzvorgaben zu erfüllen. Auch will das Ratsgremium Klarheit, ob ein als »innerörtliche Grünfläche« ausgewiesenes Grundstück östlich des Kirchenparkplatzes bebaubar wäre.

Die Fläche wurde im Rahmen der Dorferneuerung als Retentionsfläche bewertet, die von jeglicher Bebauung freizuhalten ist. Dort alternativ eine Bebauung möglich zu machen, würde bedeuten zwei oder drei Parzellen am nordöstlichen Ortsrand nicht ausweisen zu müssen, was noch mehr einer nachhaltigen Innenverdichtung entsprechen würde. Der Gemeinderat signalisierte sein grundsätzliches Einverständnis zur Ausweisung von Bauflächen. Die Verwaltung wird bis zur Sitzung im Februar die gewünschten Informationen einholen. Auch soll ein Ortstermin stattfinden, bei dem die geplanten Grenzen der Bebauung aufgesteckt werden sollen.

Einstimmig abgelehnt wurde der Antrag auf Errichtung eines Pferdestalls mit Heu- und Strohlager in Sondermoning an der Moosstraße, im Außenbereich, am südöstlichen Ortsrand. Die Gemeinderäte äußerten mit ihrer Ablehnung auch die Verärgerung darüber, dass das Gebäude sowie weitere Nebenanlagen bereits errichtet sind. Eine Bauleitplanung für den Betrieb und das gesamte Gelände sei nach Auffassung der Verwaltung zwingend notwendig. Der Gemeinderat hatte die Genehmigung vor einem Jahr unter bestimmten Voraussetzungen in Aussicht gestellt, vorbehaltlich der Zustimmung der Bauaufsichtsbehörde im Landratsamt. Damals wurde ein plausibles Betriebskonzept gefordert, ebenso der Rückbau von einzelnen, bis dahin nicht genehmigten Hütten, um geordnete bauliche Verhältnisse herzustellen. Weiters wurde der Bauwerber aufgefordert, die Stellplatzsituation zu ordnen und eine geordnete Oberflächenentwässerung nachzuweisen. Nicht alle geforderten Unterlagen und Vorgaben der Gemeinde aus dem Januar 2020 wurden erfüllt. Die Gemeinderäte bemängelten das vorgelegte Betriebskonzept, das nach Meinung des Gremiums keines ist. Ebenso sahen die Gemeinderäte die Stellplatzfrage als nicht gelöst an. Auch die Entwässerung des Niederschlagwassers sei nicht geregelt.

Unmut erzeugte bei den Ratsmitgliedern vor allem, dass die Planungshoheit der Gemeinde ignoriert und missachtet worden sei. »Der Gemeinderat wurde vor vollendete Tatsachen gestellt«, so der Tenor der Wortmeldungen bei der Sitzung. Die Außenbereichslage des Betriebes erfordere nach Meinung von Verwaltung und Gemeinderat eine planungsrechtliche Ordnung. Deshalb sollte der Antragsteller auf eigene Kosten eine Bebauungsplanänderung beantragen. Die Baugenehmigung wurde vom Gemeinderat verweigert und die Bauaufsichtsbehörde aufgefordert, ein Bußgeld festzusetzen.

Gebilligt wurde der Bauantrag zur Errichtung eines Einfamilienhauses mit Doppelgarage in Sondermoning an der Laimgruberstraße. Die maximale Grundfläche von 140 Quadratmetern für das Wohngebäude wird überschritten, ebenso die der Garage. Für Wohnhaus und Garage wird das festgesetzte Baufenster nicht eingehalten. Der Gemeinderat erteilte für die Abweichungen eine Befreiung und sein Einvernehmen.

pv


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