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Gnadl: »Beschlossen und Fakt ist noch gar nichts«

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Was mit dem Schulgrundstück in der Nußdorfer Dorfmitte geschieht, steht noch nicht fest. Bürgermeister Hans Gnadl dementierte Aussagen der Wohnbau GmbH des Landkreises, dass schon beschlossen sei, dass dort 16 Wohneinheiten entstehen sollen. (Foto: Volk)

Nußdorf – Aufregung unter den Bürgern, Anrufe von Wohnungsinteressenten im Rathaus und Nachfragen von Baufirmen und Handwerksbetrieben – das waren die Folgen eines Berichts in der Lokalzeitung über den Bau von 16 Wohneinheiten auf der Fläche des alten Schulhauses am Dorfplatz.


Berichtet wurde von einem Pressegespräch, zu dem die Wohnungsbau GmbH des Landkreises geladen hatte und bei dem Landrat Siegfried Walch über die Wohnungsbauoffensive und die Gründung des Zweckverbands »Heimat.Chiemgau« informiert hatte. Geschäftsführer Marcus Dieplinger stellte sieben Projekte vor und nannte dabei auch den Bau eines Wohnhauses auf dem Nußdorfer Schulgelände mit einem Investitionsvolumen von rund 4,1 Millionen Euro. Auch sagte Dieplinger, dass mit dem Bau sofort begonnen werden könne.

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Bürgermeister Hans Gnadl war über die Berichterstattung und insbesondere über die Beschreibung des »Nußdorfer Projekts« ebenso erstaunt, wie die Mitglieder des Gemeinderats und viele Bürger. Denn definitiv beschlossen, was mit dem alten Schulgelände geschehen soll oder wie es künftig genutzt wird, hatte der Nußdorfer Gemeinderat nichts, wie Gnadl auf Nachfrage des Traunsteiner Tagblatts am Rande der jüngsten Gemeinderatssitzung erklärte.

Zwar sei im Gemeinderat über verschiedene mögliche Nutzungen des Schulgrundstücks beraten worden und der Bau von bezahlbarem Wohnraum sei eine von mehreren Alternativen, an die in Bezug auf die künftige Verwendung gedacht worden sei. Der Bau eines Wohnhauses wurde auch mit der Wohnbaugesellschaft des Landkreises besprochen, wozu Bürgermeister Gnadl den ausdrücklichen Auftrag des Gemeinderats hatte. »Doch mehr als unverbindliche Gespräche gab es dazu nicht. Und beschlossen ist nichts«, dementierte Gnadl die Aussagen der Wohnbaugesellschaft. Vielmehr ist geplant, dass die Verantwortlichen des neuen Zweckverbands »Heimat.Chiemgau« im Herbst zu einer Sitzung des Nußdorfer Gemeinderats eingeladen werden, um dabei die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit zur Schaffung von günstigen Wohnungen für Einheimische erläutert zu bekommen.

»Beschlossen, endgültig festgelegt und Fakt ist noch gar nichts«, so der Bürgermeister zur Zukunft der zentralen Fläche in der Ortsmitte. Das Schulhaus wird aktuell noch uneingeschränkt genutzt, bis zum Ferienbeginn. Die Bauarbeiten an der neuen Schule in Baumgarten laufen im Zeitplan und der Rathauschef ist überzeugt, dass sich am Termin der Einweihungs-feier am 8. September ebenso wenig ändern wird, wie an der Inbetriebnahme mit Beginn des neuen Schuljahrs. Wie die Wohnungsbau GmbH des Landkreises das alte Schulgelände als eines ihrer künftigen Wohnungsbauprojekte betiteln kann, versteht Gnadl nicht.

Erst wenn die Bauarbeiten abgeschlossen, die Schule ins neue Gebäude umgezogen ist und der Betrieb dort läuft, wird sich der Gemeinderat mit der Zukunft des alten Schulgrundstücks befassen. Dabei sei keinerlei Eile geboten. Es werde noch viel und in alle Richtungen diskutiert, ist Gnadl sicher. Der Gemeinderat sieht das rund 1500 Quadratmeter große Grundstück in zentraler Lage, neben der Pfarrkirche und an den Friedhof angrenzend, als »Sahnestück« an. »Was damit geschieht oder darauf gebaut wird, muss gut überlegt sein«, betonte der Rathauschef. pv


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