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Gemeinderat stellt Weichen für Bauleitplanung in Herbsdorf

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Mit der Aufstellung eines Bebauungsplans für Herbsdorf anstelle der bisher gültigen Ortsabrundungssatzung befasste sich der Nußdorfer Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Ein erster Entwurf der neuen Bauleitplanung wurde vorgestellt. Wird die Planung umgesetzt, ist damit der Bau von 28 neuen Wohngebäuden möglich. Die Einwohnerzahl in Herbsdorf könnte sich damit mehr als verdoppeln. (Foto: Volk)

Nußdorf – Wird sich die Einwohnerzahl in Herbsdorf in den nächsten Jahren mehr als verdoppeln und werden in fünf bis zehn Jahren statt derzeit etwa 200 mehr als 400 Menschen in dem Dorf leben? Diese Frage wurde in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats in Zusammenhang mit der Aufstellung eines Bebauungsplans für den Ortsteil im Nordosten des Gemeindegebiets diskutiert.


Dipl. Ing. Wolf Steinert stellte die erste Entwurfsplanung ausführlich vor. Die Ratsmitglieder beschlossen einstimmig, das Verfahren auf Grundlage dieses Entwurfs mit weiterer Bürgerbeteiligung und Anhörung der Fachbehörden fortzusetzen.

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Ortsentwicklung besser lenken können

Bereits 2017 beschloss der Gemeinderat der letzten Legislaturperiode, die seit 1997 gültige Ortsabrundungssatzung durch einen qualifizierten Bebauungsplan zu ersetzen, um die Ortsentwicklung besser lenken zu können. Das beauftragte Planungsbüro Steinert führte eine umfangreiche Evaluierung durch. Zentraler Punkt war die Information der Grundstückseigentümer über die Einleitung des Bauleitverfahrens. Befragt wurden sie nach ihren persönlichen Anforderungen und dem künftigen Bedarf an Wohnbebauung, ebenso an landwirtschaftlicher oder gewerblicher Bebauung, »um Interessenskonflikten frühzeitig vorbeugen zu können«, wie es in der Vorstellung der Entwurfsplanung hieß. Die Wünsche und Anliegen der Grundstückseigentümer wurden mit den Belangen der Gemeinde in Einklang gebracht.

Ergebnis sei die Entwurfsplanung, mit der versucht wurde, eine nachhaltige Verdichtung der Bebauung im Dorf, Möglichkeiten zur Um- oder Neunutzung ehemaliger landwirtschaftlicher Gebäude und eine maßvolle Erweiterung der Wohnbebauung am westlichen und nordöstlichen Ortsrand aufzuzeigen, wie Steinert erläuterte.

Berücksichtigt wurden auch die Belange der landwirtschaftlichen Haupt- und Nebenerwerbslandwirte. Steinert erläuterte ebenso, den Charakter von Grünzeugen, die das Dorf durchziehen, mit der Bauleitplanung erhalten und sichern zu wollen und damit naturschutzrechtliche Vorgaben zu berücksichtigen.

28 neue Wohnhäuser wären gewünscht

Dass 28 neue Wohnhäuser in der Entwurfsplanung berücksichtigt sind, überraschte das Ratsgremium. Sie sei das Ergebnis der Befragung der Grundstückseigentümer und deren Bedarf an weiteren Baugrundstücken, wie Bürgermeister Toni Wimmer und Planer Wolf Steinert betonten. Der aktuelle Bestand von 78 Wohnungen in Herbsdorf würde sich auf 190 Wohnungen erhöhen und damit mehr als verdoppeln – vorausgesetzt, der Bebauungsplan wird entsprechend dem Entwurf als Satzung beschlossen. Bis dahin sei aber noch ein längerer Verfahrensweg zu gehen, wie Wimmer ankündigte.

Er will Bürger und Grundeigentümer über die Entwurfsplanung informieren, vor allem, weil die erste Befragung nach einem möglichen Bedarf schon drei Jahre zurückliegt. »In dieser Zeit kann sich einiges geändert haben«. Einige Gemeinderäte brachten Kritik und Änderungsvorschläge vor, die aber nicht die Zahl der 28 neu geplanten Wohnhäusern betraf, sondern viel mehr die Erschließung neuer Bauplätze im Westen des Dorfes betrafen.

Die Planung sieht dort eine Straße mit Wendehammer vor; mehrere Räte halten nichts von dem Wendehammer und sähen lieber eine Ringstraße als Zufahrt zu den dort acht geplanten Wohnhäusern. Diskutiert wurde auch über die Fahrbahnbreite der Erschließungsstraße, über Fahrbahnteiler an den Ortseinfahrten zur Reduzierung der Geschwindigkeit und einen Geh- und Radweg als sichere Verbindung zwischen Dorf und Bundesstraße 304.

Bebauungsplan istnoch ganz am Anfang

Kritik gab es an der Lage der Garagen im Süden der Häuser, der Änderung von Wegführungen und mehr. Bürgermeister Toni Wimmer verwies darauf, dassdas gesamte Verfahren für den neuen Bebauungsplan »Herbsdorf« noch am Anfang stehe und im Zuge der Bürgerbeteiligung, ebenso bei Anhörung von Fachbehörden und -stellen, Anliegen und Einwände vorgebracht werden könnten und bei der weiteren Planung berücksichtigt würden. pv


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