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Bürgermeister Toni Wimmer (links) würdigte Hans Gnadl für 18 Jahre Einsatz und Engagement für die Gemeinde Nußdorf und überreichte eine Dankurkunde im Beisein von Gnadls Gattin Anni. (Foto: Volk)

Gemeinde und Vereine verabschieden früheren Rathauschef

Nußdorf – Vor gut zwei Jahren endete die insgesamt 18-jährige Amtszeit von Hans Gnadl als Bürgermeister der Gemeinde Nußdorf. Wegen der Corona-Pandemie konnte eine offizielle Verabschiedung jedoch erst jetzt stattfinden. Der amtierende Bürgermeister Toni Wimmer und die Nußdorfer Ortsvereine gestalteten einen Abend für den ehemaligen Rathauschef und seine Familie.


Gnadl habe persönliche Belange häufig hintenan-gestellt, um für »seine« Gemeinde da zu sein, was auch für seine Familie mit erheblichen Entbehrungen verbunden war, sagte Wimmer. Gnadl sei es immer wichtig gewesen, im Gemeinderat eng, fair und konstruktiv, über Parteigruppen und Fraktionen hinweg zusammenzuarbeiten. »Allein kann ein Bürgermeister keine Gemeinde führen, er kann aber Impulse und Akzente setzen, Neues initiieren oder Veränderungen in die Wege leiten.« Das habe Gnadl mit großem Engagement getan.

Im Rückblick auf die drei Legislaturperioden von Gnadl erinnerte Wimmer an einige Höhepunkte: Während seiner Amtszeit wurde die Dorferneuerung in Nußdorf abgeschlossen mit dem Wirtshaus Aiging als letztes großes Projekt. Gnadl habe selbst ehrenamtlich mit-gearbeitet und zum Beispiel den Putz von den Wänden geschlagen. 2007 wurde die Gemeinde beim Wettbewerb »Ländliche Entwicklung in Bayern« mit einem Sonderpreis für das Wirtshaus in Aiging ausgezeichnet. Zwei Jahre später folgten die Silbermedaille im Bezirkswettbewerb »Unser Dorf hat Zukunft« und ein weiterer Sonderpreis für die Entwicklung des Dorfzentrums.

Gnadl habe die Weiterentwicklung des Gewerbegebiets Aiging und die Ansiedlung weiterer Firmen vorangetrieben und den Breitbandausbau in der gesamten Gemeinde forciert. Der Schulhaus-Neubau in Nußdorf wurde von Gnadl auf den Weg gebracht und der Sozialfonds geschaffen. Außerdem wurden die beiden Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr angeschafft. Ausdauernd habe er sich für den Bau des Geh- und Radwegs entlang der Staatsstraße von Sondermoning nach Matzing eingesetzt, die Kinderkrippe wurde gebaut und der gemeindliche Friedhof erweitert.

Die Bedeutung ehrenamtlichen Engagements für das Gemeinwesen habe Gnadl stets im Auge gehabt und die Vereine nach Möglichkeit unterstützt und gefördert. »Gerne wird sich Gnadl an Vereinsjubiläen und Festtage erinnern, die er als Bürgermeister eröffnen oder als Schirmherr begleiten durfte«, ist Wimmer überzeugt. In seinen Dank schloss er Gnadls Gattin Anni mit ein, die als starker Rückhalt an der Seite ihres Mannes stand, und überreichte eine Dankurkunde.

Auch die Nußdorfer Ortsvereine bedankten sich mit einem Gedicht, vorgetragen von Schützenmeisterin Marlene Tögel, für die Unterstützung und das offene Ohr, das Gnadl stets für sie hatte. Worte der Wertschätzung gab es für den ehemaligen Rathauschef von der Familie Barwig für seine steten Bemühungen, dass die Bewohner des sozialtherapeutischen Selberdingerheims zum Dorf- und Gemeindeleben gehören und Inklusion damit nicht nur ein Wort geblieben ist.

»Ich muss Vergelt's Gott sagen, nicht umgekehrt«, sagte Hans Gnadl. Er bedankte sich bei allen Mitar-beiterinnen und Mitarbeitern der Gemeinde in Verwaltung, Bauhof, Schule und Kindertagesstätte, mit denen er zusammengearbeitet habe und würdigte die Unterstützung des Gemeinderats. Auf die Vereine dürfe man stolz sein, besonders auf deren engagierte Jugendarbeit.

Gnadl würdigte außerdem die Bürgerinnen und Bürger, die ihm in den 18 Jahren ihr Vertrauen geschenkt, ihn begleitet, ausgehalten und auch kritisiert haben. Im Gemeinderat sei es immer wieder zu kontroversen Diskussionen gekommen, es wurde »gehackelt«, doch danach wurde wieder miteinander geredet. Das habe er an der Zusammenarbeit geschätzt und rief dazu auf, nicht nach Fraktionen zu entscheiden, denn die Bürger wählen keine Gruppierungen, sondern Personen.

In seiner Amtszeit als Bürgermeister habe er sicher nicht alles richtig gemacht, bekannte Gnadl. Gemeinsam wurde aber auch vieles auf den Weg gebracht. Langen Applaus gab es für den ehemaligen Bürgermeister, als er sich bei seiner Familie und insbesondere beim »wichtigsten Menschen in meinem Leben, meiner Anni« bedankte.

Die Verabschiedungsfeier wurde musikalisch von der Musikkapelle Nußdorf gestaltet sowie von der Jugendgruppe des Trachtenvereins.

pv