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Festbaum statt Maibaum

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Nußdorf: Fest- statt Maibaum – Trachtenverein stellt zum 100-jährigen Vereinsjubiläum Festbaum auf
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Bevor der Festbaum mit einem Kran in die Senkrechte gezogen wurde, montierte Sebastian Osenstätter (rechts), assistiert von einem Trachtler der Feldwieser Aktiven, einen geschmiedeten, bunten Wetterhahn. (Foto: Volk)

Nußdorf – »Weil im Mai das Aufstellen des Maibaums wegen Corona nicht möglich war, stellen wir das Traditionsstangerl einfach im August auf«, so die Vorstandschaft des Trachtenvereins Nußdorf. Anlass bot das 100-jährige Vereinsbestehen. Das große Fest dazu wurde wegen der Corona-Pandemie auf nächstes Jahr verschoben. Stattdessen fand eine kleine Feier nur mit den Orts- und Paten­vereinen statt.


Als Zugabe wurde dabei statt eines Maibaums ein »Festbaum« aufgestellt. Allerdings nicht mit menschlicher Muskelkraft, sondern mit einem Kran. Zuvor musste der »Festbaum« aber noch ausgelöst werden: Die Aktiven des Trachtenvereins »Chiemgau« Feldwies hatten den ursprünglichen Maibaum gestohlen.

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Eine Abordnung der Feldwieser, angeführt von der Vereinsvorsitzenden Marianne Jauernig, brachte den 27 Meter langen Baum mit einem Bulldog nach Nußdorf. Auf der Fahrt wurde das gute Stück von einer Mannschaft der Freiwilligen Feuerwehr Übersee und zwei Begleitfahrzeugen abgesichert.

Vor dem Nußdorfer Rathaus wurden die Festbaumdiebe von Stefanie Brunner und Sebastian Osenstätter, den beiden Vorsitzenden des Nußdorfer Trachtenvereins, erwartet. Sogleich begannen die Verhandlungen über die Auslöse. Hart aber fair wurde gefeilscht, die einen boten, die anderen forderten. Schließlich einigte man sich, dass die Feldwieser Aktiven zu einer der Festveranstaltungen beim großen Jubi-läumsfest 2022 eingeladen werden. Dabei gibt es dann Freibier für die Buam und die Dirndln dürfen in der Bar einen Abend zechfrei genießen. »Das haben sich unsere Aktiven zweifelsfrei verdient«, betonte die Feldwieser Vereinschefin Jauernig. Wegen der ungewöhnlich langen Zeit musste der Festbaum im geheimen Versteck regelmäßig gedreht werden, damit er sich nicht krümmt und nicht ein »windschiefer« Baum wurde.

Ohne Kran musste der Baum zunächst händisch in das stählerne Fundament eingefasst werden. Dazu war auch ein Stahlbolzen notwendig, mit dem der Baum am Stahlgerüst gesichert wird. Dieses stählerne Teil zog Christina Schwaiger, die Feldwieser Vorplattlerin, plötzlich hervor. Was ihr als Ablöse für das wichtige Sicherungsteil geboten wurde, blieb geheim.

Vize-Trachtenvereinschef Sebastian Osenstätter montierte vor dem Aufstellen einen geschmiedeten Wetterhahn an der Baumspitze. Das Aufstellen übernahmen dann die beiden Kranführer Dieter und Tobias Müller. Zwei Trachtler brachten die Zunfttafeln und Wappen von einer am Kran hängenden Kanzel aus an. Nun ziert den Nußdorfer Dorfplatz nach einem Jahr wieder ein Mai- und Festbaum. pv