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Diamantene Hochzeit beim »Wagner z'Nußdorf«

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Diamantene Hochzeit feierten Irmgard und Hans Osenstätter aus Nußdorf. (Foto: Volk)

Nußdorf – Irmgard und Hans Osenstätter, besser bekannt als Wagner Irma und Hans, feierten in diesen Tagen ihr 60. Ehejubiläum. Am 2. Mai 1959 gaben sie sich in Maria Eck in der Antonius-Kapelle das Ja-Wort. Mit einem Gottesdienst in der Nußdorfer Pfarrkirche St. Laurentius sagte das Jubelpaar Dank für die sechs Jahrzehnte währende, eheliche Partnerschaft. Im Kreise der Familie, mit Kindern und Enkelkindern, Verwandten, Nachbarn und guten Freunden wurde das Jubelfest anschließend gefeiert.


»Zammhoitn muas ma, es gibt nix, was ma ned zu zwoat wieda hikriagt«, so Hans und Irma auf die Frage, wie eine Ehe 60 Jahre hält. »Es hat Höhen und Tiefen geb'n und mia ham uns aa z‘kriagt«, bekannte die Jubilarin. »Die nicht so guadn Zeiten übersteht ma aber, wichtig is, dass ma zammsteht«, so Hans. Dass ihnen dabei ihr Glaube eine unverzichtbare und wichtige Stütze und ihr Gottvertrauen groß ist, betonen beide. Deshalb war es Wunsch des Paares, die Diamantene Hochzeit mit einem Dankgottesdienst zu begehen.

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Pfarrer Ionutz Anghel zelebrierte den festlichen Gottesdienst in der Nußdorfer Pfarrkirche. »Dank zu sagen für Gottes Treue, Wirken und Beistand in 60 Jahren Ehe, in guten und schlechten Tagen steht für Hans und Irma Osenstätter im Mittelpunkt der Festlichkeiten«, hob Pfarrer Anghel hervor. Doch ohne Zutun der beiden, ihren Zusammenhalt, ihr Vertrauen zueinander, mit Mut und ihrem Glauben an Gott als feste Kraft, komme man nicht zu 60 Ehejahren, zeigte sich der Seelsorger überzeugt. Zudem hätten sich die beiden das Ziel gesetzt, ein Leben lang für ihre Familie, für die vier Kinder und sieben Enkelkinder da zu sein. Anghel wünschte Hans und Irma Osenstätter, dass sie Gottes Zuwendung und Liebe weiterhin spüren, in Gesundheit und Zufriedenheit das Altern annehmen und ihnen von Gott noch viele gemeinsame Jahre geschenkt werden. Der Gottesdienst wurde von den Wahoizner Sängern musikalisch umrahmt. Zu dem Männer-Viergesang gehören die Söhne Anderl und Alfons. Gebete und Fürbitten trugen die Enkelkinder vor.

Kennengelernt haben sich die beiden beim Tanzen. »Bevor ich 18 Jahre alt war, hob i ned furtgehn derfa«, so Irma. Ihr Vater habe das nicht erlaubt. »Vier Jahre sama miteinander ganga, dann hama gheirat«, berichtete Hans. Irmas Vater wollte, dass in Sondermoning in der Dorfkirche die kirchliche Trauung und die Hochzeitsfeier im dortigen Gasthaus stattfindet, der Vater von Hans dagegen sprach für die Nußdorfer Pfarrkirche als Ort der Trauung und eine Feier im damaligen Gasthaus Selbertinger. Keiner der beiden Väter sollte jedoch recht behalten: Irma und Hans heirateten in Maria Eck und feierten im Gasthaus in Oberweißenkirchen. Am Tag ihrer Trauung fiel Schnee und auf der Fahrt von Maria Eck zur Hochzeitsfeier wurden sie von Hochzeitsfahrerin Rosa Kroiß chauffiert. Auf halber Strecke flog ein Stein an die Windschutzscheibe des Autos, die daraufhin sofort zerbrach. Im Schritttempo ging es deshalb zum Gasthaus, der Schnee fiel ihrer Fahrerin ins Gesicht und auf den Schoß; Hans und Irma blieben auf dem Rücksitz einigermaßen schneefrei, erzählen beide.

Ihrer beider Leidenschaft ist das »Almgehen«, von Frühling bis Herbst, so machen sie einmal pro Woche eine Wanderung auf eine der vielen Almen im Chiemgau. Hans spielt mit Vorliebe Sudoku, Irma bevorzugt Kreuzworträtsel. Abends schalten sie den Fernseher auch gerne mal aus und spielen lieber Rommé oder Würfelspiele. Und nach wie vor sind beide stets im Dorf- und Vereinsleben präsent und engagieren sich in der Pfarrgemeinde. Hans ist seit fast 20 Jahren Ehrenvorstand des Trachtenvereins, mehr als 60 Jahre ist er Mitglied. Irma gehört ein halbes Jahrhundert dem Nußdorfer Kirchenchor an.

Im Jahr ihrer Diamantenen Hochzeit freuen sich Hans und Irma Osenstätter auf ein besonderes Ereignis: die Geburt ihres ersten Urenkelkindes. pv