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Bürger fordern Bau von Geh- und Radweg zwischen Aiging und Wang

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Nußdorf: Bürger fordern Bau von Geh- und Radweg zwischen Aiging und Wang
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Hans Kurz sieht die Sicherheit der Radfahrer auf der Gemeindestraße von Aiging nach Wang auf der Höhe des Gewerbegebiets beeinträchtigt – und zwar deshalb, weil dort, wie er sagt und zeigt, immer mehr Lastwagen fahren. (Foto: Pültz)

Nußdorf – Es ist nur eine kleine Strecke. Doch die 350 Meter, von denen Hans Kurz spricht, haben es in sich. Radfahrer müssen, wie er erzählt, höllisch aufpassen, dass ihnen auf der Gemeindestraße von Aiging nach Wang nichts passiert. Das Gewerbegebiet wächst und wächst, immer mehr Lastwagen kommen von oder fahren zur Bundesstraße 304 – und dann wird der Platz eng und das Radfahren gefährlich auf der nicht allzu breiten Gemeindestraße. »Ohne ruhiges Gewissen kann man die Kinder nicht in die Schule schicken«, sagt Kurz im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt.


Um der Sicherheit willen wünscht er sich, dass die Gemeinde einen Geh- und Radweg anlegt. Und da ist er längst nicht allein. Ganz im Gegenteil, zusammen mit anderen Bürgern in Aiging hat er in den vergangenen Wochen und Monaten Unterschriften gesammelt. Und am Ende waren die Listen sehr lang. 265 Bürger trugen sich seinen Angaben zufolge ein. Ihre Forderung: Sie beantragen einen Geh- und Radweg an der Gemeindestraße im Bereich von Aiging bis zur Abzweigung der Gewerbestraße. Die 265 Unterschriften haben Kurz und seine Mitstreiter vor kurzem im Rathaus an Bürgermeister Hans Gnadl übergeben.

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Der Gemeinderat habe beschlossen, so die Bürger in ihrem eingereichten Antrag, auf der Gemeindestraße von der Einschleifung der B304 bis zur Abzweigung der Gewerbestraße die Fahrbahn für die Lastwagen zu verbreitern und eine Deckschicht aufzubringen. Dem Wunsch der Bürger in Aiging, in diesem infolge Kiesgruben- und anderem Gewerbebetrieb stark befahrenen Abschnitt einen Geh- und Radweg zu errichten, sei das Gremium bisher nicht nachgekommen.

»In der heutigen Zeit, in der umweltfreundlicher und klimaschonender Verkehr in großem Maße gewünscht und immer mehr umgesetzt wird, verwehrt man den Aiginger Bürgern und Kindern einen gefahrlosen Weg von Aiging nach Nußdorf zu vielen Anlässen wie Sport, Schule, Musik, Kinderbesuchen und so weiter«, so die Bürger. Sie bitten nun die Gemeinde unmissverständlich, ihren Antrag »mit Ernsthaftigkeit zu behandeln«.

Die Gemeindestraße, die am Gewerbegebiet vorbei geht, ist nicht die einzige Strecke, die von Aiging nach Nußdorf führt. Doch sie ist für Radfahrer besonders geeignet, weil sie nicht für alle, sondern nur für Anlieger frei ist. Die andere Strecke, die über Mögstetten führt, ist frei für alle Autos und Lastwagen – und damit viel befahren, was die Radfahrer ganz und gar nicht lieben.

Nicht zum ersten Mal, jetzt aber mit besonderem Nachdruck macht sich Hans Kurz für eine Erhöhung der Verkehrssicherheit auf der Gemeindestraße von Aiging nach Wang vorbei am Gewerbegebiet stark. Einen Radweg habe er das erste Mal bereits 2011 gefordert, sagt er. In der Folgezeit sei das Thema immer wieder einmal zur Sprache gekommen, doch geschehen sei bis auf den heutigen Tag nichts.

Bürgermeister Gnadl sagt, er habe in der jüngsten Gemeinderatssitzung bekannt gegeben, dass die Unterschriftslisten für den Bau eines Geh- und Radwegs an der Gemeindestraße von Aiging nach Wang abgegeben worden seien. Vor der nächsten Sitzung am 1. Oktober werde das Gremium nun eine Ortsbesichtigung vornehmen und die Angelegenheit anschließend beraten.

Bau von Weg »steht und fällt mit Grunderwerb«

Der Rathauschef bestätigt, dass sich über die Gemeindestraße auf Höhe des Gewerbegebietes jede Menge Verkehr wälzt. Und so kann er auch die Forderung der Bürger nach einem Geh- und Radweg an dieser Stelle nachvollziehen. Doch er sieht ein Hindernis, das die Gemeinde überwinden müsste, wenn sie sich für einen Bau entscheiden würde: Sie braucht in diesem Fall Grund und Boden, den sie nicht besitzt und kaufen muss. Das Vorhaben, so Gnadl, »steht und fällt mit dem Grunderwerb«.