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Ihr Jahreskonzert im Marstallsaal auf Schloss Pertenstein gab die Musikkapelle Nußdorf. (Foto: Volk)

Blaskapelle Nußdorf: Polkas, Walzer und Märsche für die Herzen der Besucher

Seit zehn Jahren besteht die Musikkapelle Nußdorf. Und seither präsentiert sich das Blasorchester einmal jährlich in einem Konzert.


Die Corona-Pandemie und alle damit verbundenen Beschränkungen hatte das traditionelle Jahreskonzert 2020 und 2021 jedoch unmöglich gemacht. Umso größer war jetzt die Freude von Vereinschef Andreas Wimmer, Kapellmeister Elmar Walter und Jugendleiterin Stefanie Brunner, endlich wieder im Marstallsaal auf Schloss Pertenstein spielen zu dürfen. Die Zuhörer waren begeistert und lobten das Können und das hohe musikalische Niveau der 47 Musikanten zählenden Kapelle mit tosendem Applaus.

Die Nachwuchsbläser – das Jugendensemble des Musikvereins – machte den Auftakt. Die Mädchen und Buben eröffneten das Konzert mit »Farandole aus der L’Arlèsienne Suite« – Fanfarenklängen nach einer Komposition von Georges Bizet. Es folgte »Music for the Royal Fireworks« von Georg Friedrich Händel und »Skyfall«, der Titelsong des James-Bond-007-Agententhrillers. »A Good Start«, ein heiterer Marsch von Luigi di Ghisallo, vermittelte das Gefühl eines wirklich guten Anfangs. Die Nachwuchsbläser schlossen sich der Erwachsenenkapelle an. Gemeinsam starteten die Musikanten kraftvoll-heiter durch. Die Kapelle spielte »Erinnerung an Zirkus Renz«, als Solistin am Xylophon begeisterte Magdalena Walter. Wenn die Zwölfjährige so weitermacht, dann darf sich der bekannte Multi-Perkussionist Martin Grubinger warm anziehen. Wegen des Sonderapplauses für Solistin Magdalena kamen sie und die Kapelle nicht umhin, eine Extra-Zugabe schon im ersten Drittel des Konzerts zu spielen.

Spaziergänge entlang der Isel, einem Fluss im österreichischen Osttirol, inspirierten Gerald Ranacher zur Komposition »Die Isel«. Die Musikkapelle verwöhnte die Ohren mit diesem konzertanten Marsch. Die Noten seien der Kapelle von einem Sponsor gespendet worden, sagte Dirigent Walter. Und so wurde »Die Isel«, was übersetzt so viel wie »fließendes Wasser« heißt, auch dem Publikum spendiert.

Von Osttirol ging die musikalische Reise nach Ungarn und zum »Ungarischen Tanz Nr. 5« von Johannes Brahms. Anschließend ging es wieder zurück zur »Valhalla«, einer klangvollen Ouvertüre, geschrieben von James L. Horsay im Stil von Richard Wagners Opern-Ouvertüren. Ganz nach Wagner beginnt das Stück mit majestätischen Fanfaren der Blechbläser.

»Amsel, Drossel, Fink und Star…« – Als Kapellmeister Walter dieses bekannte Frühlings- und Kinderlied anstimmte, konnte das Publikum mühelos weitersingen. Das war dann auch ein deutliches Indiz für Dirigent Elmar Walter, den weiteren Abend unter das Motto »Vögel« zu stellen. Die Musikkapelle spielte in lockerer Abfolge Polkas, Walzer und Märsche mit den Titeln »Tiroler Adler«, »Dompfaff«, »Kleiner Spatz«, »Buntspecht« und die »Wiedehopf-Polka«, dazwischen den »Märchenwalzer« von Metodej Praijka sowie »Auf der Vogelweide« und »Da Capo«, beides Stücke von Josef Poncar.

Das fulminante – vorläufige – Ende des gut zweistündigen Jahreskonzerts bildete der »Fliegermarsch«, 1912 von Hermann Dostal komponiert. Das Gesangsstück eines Ballonfahrers hatte ursprünglich den Titel »Kerzengrad steig ich zum Himmel«, geschrieben für die vergessene Operette »Der fliegende Rittmeister.« Der Fliegermarsch wurde zu einem klassischen Marsch der Blasmusik und gehört zum Repertoire der Militärmusik sowie von Blasorchestern.

Das Publikum belohnte die Musikanten für den wohltuenden Konzertabend mit tosendem und langem Applaus. Und so war es für Kapellmeister Walter und sein Orchester eine Selbstverständlichkeit und zugleich eine Freude, eine umfangreiche Zugabe zu spielen. Das erste Stück war der »Bozner Bergsteigermarsch« von Sepp Tanzer, bei dem die Kapelle nicht nur musizierte, sondern sich auch als Chor mit Gesang präsentierte und das Publikum sang mit.

Als weiterer Blasmusik-Ohrwurm spielte die Kapelle den »Rainer-Marsch« von Hans Schmid. Der Marsch des ehemaligen K.u.K-Infanterieregiments Nr. 59, das nach seinem langjährigen Inhaber Erzherzog Rainer benannt wurde, hatte durch seinen Standort einen besonderen Bezug zur Stadt und zum Land Salzburg. Der Rainer-Marsch ist heute weit über Salzburgs Grenzen hinaus als dessen zweite Landeshymne bekannt.

Das Ende des Konzerts, als die Bayern-Hymne gespielt wurde und die Zuhörer sich von ihren Plätzen erhoben, darf als Ovation und Dank an die Musiker der Kapelle Nußdorf verstanden werden – für ein rundherum bereicherndes und wohltuendes Konzert.

pv