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Bald wieder Versteigerungen in Traunstein

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Derzeit wird das Dach am eingestürzten Stallgebäude neben der Chiemgauhalle abgetragen. Auch die Versteigerungshalle (rechts) ist gesperrt. (Foto: J. Albrecht)

Traunstein/Nußdorf – Neue Informationen zum eingestürzten Stallgebäude der Chiemgauhalle gab es bei der Jahreshauptversammlung der Jungzüchtergemeinschaft des Rinderzuchtverbands Traunstein im Gasthaus Zenz in Sondermonig.


Wie der Vorsitzende des Rinderzuchtverbands, Hubert Hartl, erklärte, sei die Halle bereits ausgeräumt worden, derzeit wird das Dach abgetragen. Beim Instandsetzen liegt laut Hartl die Herausforderung darin, die Dachlast zu erhöhen. Hier laufen zwar Gespräche, doch sei man noch ganz am Anfang. Wie Hartl weiter informierte, ist auch die Versteigerungshalle gesperrt. Das Bauwerk sei mittlerweile überprüft worden, man warte derzeit aber noch auf die letzten Ergebnisse der Materialuntersuchungen aus dem Labor. Erst danach könne eine endgültige Entscheidung getroffen werden. Um in Traunstein die Vermarktung wieder aufnehmen zu können, sei eine Bogenhalle bestellt worden. Wenn alles planmäßig laufe, könnten ab Ende April in Traunstein wieder Versteigerungen stattfinden.

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Hartl hob hervor, dass die Jungzüchter ein sehr vielschichtiges Programm im Jahresverlauf hätten und so immer auf den aktuellsten Stand in der Rinderzucht seien, egal ob es sich um das Tierwohl, die Zuchtwertschätzungen oder eben um die Kälberauszucht handle. Auch wenn es momentan kaum positive Themen in der Landwirtschaft gebe, sollte man als Bauer nicht resignieren, sagte Hartl. In seiner Berufslaufbahn seien immer wieder Probleme aufgekommen und danach sei es doch wieder weitergegangen. Hartl meinte außerdem, dass die geselligen Veranstaltungen der Jungzüchter dazu beitragen würden, dass sie die Herausforderungen immer wieder bestehen könnten.

Wie dem Jahresrückblick von Schriftführerin Stefanie Pichler aus Schnaitsee zu entnehmen war, machten die Jungzüchter im vergangenen Jahr einige Lehrfahrten. Unter anderem besuchten sie auch Berufskollegen in Mittelfranken. Weiter gab es für die Jungzüchter Fortbildungen, zum Beispiel zum Thema Zuchtwertschätzungen, oder Betriebsbesuche bei Züchterkollegen.

Einen interessanten Vortrag hielt Mathias Mahler vom Fachbereich Kalb/Jungtieraufzucht der Firma Josera. Durch die Fütterung nach Belieben, bei der dem Kalb auf einmal größere Milchmengen angeboten werden, kommt es laut Mahler zu einer höheren Nährstoffversorgung beim Kalb. Der anfangs vorhandene Gewichtsvorsprung bei den Kälbern mit der sogenannten »ad libitum«-Fütterung gegenüber der rationierten Fütterung gleiche sich nach etwa 200 Lebenstagen wieder an. Jedoch zeigte sich in Untersuchungen, dass die Kälber später robuster waren.

Wie Zuchtleiter Dr. Rudolf Maierhofer sagte, gab es bereits den ersten Fall der Blauzungenkrankheit in der Nähe von Stuttgart. Er empfahl, die Tiere gegen die Krankheit impfen zu lassen. Wie er jedoch einschränkend hinzufügte, sei ein Impfschutz nicht so schnell möglich, da der Impfstoff erst produziert werden müsse und eine zweimalige Impfung erforderlich sei. MP