Viele Fragen zur Neugestaltung der Ortsdurchfahrt

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Die Neugestaltung der Ortsdurchfahrt warf bei der Bürgerversammlung viele Fragen auf. (Foto: M. Peter)

Marquartstein – Die Bürgerversammlung in Marquartstein fand heuer – wie in vielen anderen Orten auch – im Online-Format statt. Die Bürger konnten nicht nur im Vorfeld schon Fragen einreichen, sonders es gab auch während der laufenden Live-Stream-Übertragung die Möglichkeit, Fragen über Telefon oder per Mail einzureichen. Es wurden beide Möglichkeiten rege genutzt. Für den Themenbereich »Ausbau der Bundesstraße 305« nahmen auch Vertreter vom Staatlichen Bauamt Traunstein und vom Planungsbüro teil und standen Rede und Antwort.


Baukosten von 5,4 Millionen Euro

Das war auch das Hauptthema der Bürgerversammlung, also der Ausbau der Ortsdurchfahrt mit einer Länge von 1,35 Kilometern und einem Bauvolumen von 5,4 Millionen Euro. Wie Bürgermeister Andreas Scheck (BfM) ausführte, wurde kürzlich die europaweite Ausschreibung und Vergabe abgeschlossen. Und so habe man von der zum Zuge gekommenen Baufirma Strabag erst vor wenigen Tagen den zeitlichen Ablauf erhalten. Der Bauabschnitt eins von der Abzweigung B 307 bis zur Kreuzung Lanzinger Straße und Schlechinger Straße soll vom 26. Mai bis 16. August realisiert werden. Anschließend kommt der Bauabschnitt zwei bis zur Bahnhofstraße bis zum 13. Oktober an die Reihe und abschließend der Bauabschnitt drei bis zum Gewerbegebiet bis Jahresende.

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Christoph Köhler sagte, dass bereits einige Bäume gefällt worden seien und fragte, ob es Ersatzpflanzungen geben werde. Das bestätigte Florian Miller vom Planungsbüro. Dort, wo die Bäume gefällt worden seien, würden auch wieder neue Bäume gepflanzt.

Ob es denn Zebrastreifen bei den Übergängen Lanzinger Straße, Schlechinger Straße, Loithauser Straße und am Rathaus geben werde, wollte Thomas Kraus-Böhne wissen. Dazu gab es ein »Nein« vom Bürgermeister. Er begründete das damit, dass von den Verkehrsbehörden die Zebrastreifen kritisch gesehen würden.

Bedenken wegenLärmbelästigung

Monika Juliana Fuchs und Raphael Stöttner äußerten ihre Bedenken, dass eine erhöhte Lärmbelastung durch die Fahrbahngestaltung mit Mittelstreifen zur Verkehrsverlangsamung entstehen würde. Scheck wiederholte dazu die Ausführungen, dass die Streifen zur optischen Fahrbahntrennung bündig mit gesägten Steinen gemacht würden und so keine erhöhte Lärmbelastung zu erwarten sei. Bei der Frage von Monika Fuchs ging es auch darum, ob während der Bauzeit eine ständige Zufahrtsmöglichkeit zu den verschiedenen Anwesen sichergestellt sei. Das bestätigte Bürgermeister Scheck. Sollte während der Bauphase einmal eine Zufahrt nicht möglich sein, werde das zeitig durch den Bauleiter mitgeteilt.

Raphael Stöttner stellte auch die Frage, wie künftig die Ampelanlage geschalten sei und ob eine Ausfahrt der Anwesen Bahnhofstraße 5 und 3a bei wartenden Fußgängern gewährleistet sei. Außerdem sprach er noch die Parksituation vorm Imbiss an. Es komme hier regelmäßig zur Blockierung der Einfahrt durch parkende Kundenfahrzeuge verbunden mit gefährlichen Einfahrmanövern der Kunden in die Hauptstraße. Er wollte wissen, ob hier eine Verbesserung geplant sei.

Die Ampeln seien so geschalten, dass der Verkehr von den untergeordneten Straßen, wie der Loithauser Straße, bei einer Rotphase der Fußgängerampel in die Ortsdurchfahrt B 305 einfahren könne. Die Fußgängerfurt werde verbreitert, um so eine bessere Überquerung zu realisieren, sagte Scheck. Zu den Nachtstunden würden die Ampeln ausgeschalten. Dem Einwand zur Parksituation in diesen Bereich stimme er zu und es würde durchaus auch der Fußweg dazu genutzt, so der Bürgermeister. Er sei der Ansicht, dass die Kunden die umliegenden Parkplätze nutzen müssten und eben mal 20 Meter gehen sollten. Parkflächen seien hier aus der Straßenführung heraus nicht möglich, schob Scheck nach.

Für Schüler schwierig und gefährlich?

Elisabeth Albers meinte, dass bei den Bauarbeiten der Verkehr über die Pettendorfer und die Loithauser Straße umgeleitet werde. Für sie stelle sich die Frage, ob dann die Überquerung der Straße auf Höhe des Rathauses für die vielen Schüler schwierig und gefährlich werde. Werde es in dieses Bereich eine temporäre Ampel geben, so die Frage. In dieses Themenfeld kann auch die Eingabe von Christof Claßen eingereiht werden. Er meinte, während der Umleitung über die Freiweidacher Straße in Richtung Staudach eventuell Geschwindigkeitsanzeiger zu installieren, um die Verkehrsteilnehmer an eine angemessene Fahrweise zu erinnern.

Hierauf meinte Peter Maltan vom Staatlichen Bauamt, dass auf die sich ergebenden Verkehrssituationen in allen Bereichen laufend geachtet und bei Bedarf reagiert werde. Die Geschwindigkeitsanzeiger könnten eventuell durch die Gemeinde angebracht werden, so Maltan – was der Bürgermeister positiv fand. Die Situation am Rathaus werde man im Blick behalten, fügte Scheck an.

Um Lärmschutzmaßnahmen im Zuge der Neugestaltung der Ortsdurchfahrt ging es bei den Beiträgen von Roman und Katja Illmer sowie Franz Fellner. Bei erstgenannten ging es um die kahle Hochwasserschutzmauer, die den Straßenlärm im Bereich Schlechinger Straße verstärkt zurückschicke und den schlechten Zustand der Asphaltdecke, der den Lärmpegel zusätzlich erhöhe. Fellner wollte wissen, ob ein lärmmindernder Fahrbahnbelag bei der Ortsdurchfahrt B 305 aufgebracht werde.

Bewachsene Mauer nicht besser

Die unbewachsene Hochwasserschutzmauer sei in der Hand des Wasserwirtschaftsamts, sagte Scheck. Er habe jedoch gelernt, dass eine bewachsene Mauer keine Besserung bringe. Der Lärmschutz sei ein großes Thema, sagte Maltan. Die Fahrbahnunebenheiten führten zu höheren Lärmerzeugung. Durch die glatte Fahrbahn nach der Fertigstellung der Ortsdurchfahrt werde die Lärmquelle behoben sein. Ein typischen »Flüsterasphalt« werde nicht zum Einsatz kommen, da dieser erst bei Geschwindigkeiten über 60 km/h seine Wirkung entfalte, so Maltan. Es werde jedoch einAsphaltbeton eingebaut, der die Lärmentwicklung reduziere.

Ob bei der Anschlussstelle der Schlechinger Straße in die B 305 zwischen den beiden Endpunkten der Fußwege denn noch zwei Fahrzeuge parallel nebeneinander passen würden und so eine ungehinderte Ein- und Ausfahrt zweier Fahrzeuge möglich sei, wollte Sebastian Drax erfahren. Dazu meinte Miller, dass sich an der Summe der Breite der Einfahrt kaum etwas ändere. Die Abzweigung sei nur etwas anders ausgerichtet, wie Miller vom Planungsbüro weiter sagte.

MP


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