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Umbau der Ortsdurchfahrt zugestimmt

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Marquartstein: Umbau der Ortsdurchfahrt zugestimmt
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Das Foto zeigt den Ist-Zustand im Einmündungsbereich der Staudacher Straße in die Ortsdurchfahrt von Marquartstein. (Foto: Peter)

Marquartstein – Die Gestaltung der Ortsdurchfahrt Bundesstraße 305 nimmt nach der Verabschiedung des Planungskonzepts und der Kostenschätzung konkrete Formen an. In der jüngsten Gemeinderatssitzung stimmte der Rat bei einer Gegenstimme dem Vorhaben mit einem Investitionsvolumen von 5,7 Millionen Euro zu.


Dabei entfallen rund 2,25 Millionen Euro auf den Bund, die weiteren 3,45 Millionen Euro muss die Gemeinde stemmen; wobei in der Kostenschätzung für die Gemeinde 965 000 Euro für den Wasserleitungsbau berücksichtigt seien, merkte Bürgermeister Andreas Scheck (Bürger für Marquartstein) an. Gemeinderätin Anke Entfellner-Häusler (CSU/Freie Bürger) konnte sich mit der hohen Summe nicht anfreunden und stimmte dagegen.

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ISEK zeigte konkrete Verbesserungsmöglichkeiten

Das integrierte städtebauliche Konzept (ISEK) von 2011 und die städtebauliche Feinuntersuchung, die der Gemeinderat verabschiedet hat, hat gerade im Zusammenhang mit der Ortsdurchfahrt einige Missstände benannt und Verbesserungsvorschläge gemacht, sagte Scheck. Das sind unter anderem der Ausbau des Nord-Süd-Radverkehrs, zusätzliche Fußgängerquerungen, barrierefreie Bushaltestellen, die deutliche Kennzeichnung der Ortsmitte und die Reduzierung der Geschwindigkeit durch bauliche Maßnahmen.

Die Grundlage der Kostenberechnung stellte Stephan Lengefeld vom Planungsbüro Strasser im Detail vor. So werden 1850 Meter Straßenfläche inklusive der Einmündungsbereiche erneuert. Der Anteil der Gemeinde beträgt 60,5 und der Anteil des Bunds 39,5 Prozent der Kosten. »Wir sind mit dem Projekt in der städtebaulichen Förderung und beantragen eine Mitfinanzierung der förderfähigen Kosten durch die Städtebauförderung«, sagte Scheck.

Allerdings sei der Anteil für den Wasserleitungsbau nicht förderfähig. Somit belaufe sich die förderfähige Summe auf rund 2,5 Millionen Euro. In der Kostenschätzung sind Vermessungskosten und ein eventueller Grundstückserwerb nicht berücksichtigt.

Wie Gerhard Hajer vom Planungsbüro Strasser sagte, sind am nördlichen und südlichen Ortseingang Verkehrsinseln geplant. Am Einmündungsbereich Loitshauser Straße soll eine zweite Fußgängerampel entstehen. In verschiedenen Bereichen sollen Streifen eingebaut werden, die sich von der Struktur her vom Asphalt abheben.

Franz Aigner (CSU/Freie Bürger) fragte, ob die Streifen erhöht seien. Sie seien fahrbahnbündig, damit sie besonders von Lastwagen ohne Beeinträchtigung genutzt werden könnten und der Winterdienst nicht behindert sei, sagte Hajer.

So ein Streifen, eventuell mit Pflastersteinen, soll auch im Einmündungsbereich in die Staudacher Straße entstehen. Hier fragte Katja Kink (Bürger für Marrquartstein), ob dieser lang gezogene Streifen geteilt werden könnte und so mehr Sicherheit für die Fußgänger bringen würde. Dazu meinte Scheck, dass solche Streifen erfahrungsgemäß allgemein mehr Vorsicht bei Autofahrern hervorrufen. Doch könne er sich vorstellen, dass eine Teilung auch nachträglich noch realisiert werden könne.

Klaus Hell (Bürger für Marquartstein) gab zu bedenken, dass optische Trennungen, wie die geplanten Streifen, rechtlich nicht abgesichert seien. Er sehe die Streifen als Querungshilfe problematisch. Scheck erklärte dazu, dass nur die Fußgängerampel eine sichere Querung ermögliche und dort der Fußgängerverkehr Vorrang genieße. Hajer führte an, die Straße werde auch jetzt ohne diese optische Trennung gequert. Der Streifen sei nur eine Hilfestellung. Laut Hajer soll die Einmündung der Loitshauser Straße zur Auflockerung gepflastert werden. Darauf wollte Josef Moritz (CSU/Freie Bürger) wissen, ob die Einmündung so breit sei, dass die von der Loitshauser Straße kommenden Fahrzeuge zweispurig, also zugleich links und rechts, abbiegen könnten. Darauf kam vom Planer ein kurzes Ja. Letztlich gab es ein einstimmiges Votum für das Planungskonzept.

Bei den Bauvoranfragen der Bauwerber an der Loitshauser Straße für einen Bungalow und am Niedernfelser Weg für die Auf- stockung des Anwesen mit Bau eines Quergiebels verwehrte der Gemeinderat aus ortsplanerischen Gründen die Zustimmung. Dem Antrag auf Vorbescheid für den Bau eines Kniestockhauses am Altweg stimmten Bürgermeister Scheck und Franz Aigner wegen der unklaren Zufahrt zu den südlich gelegenen Garagen und der noch nicht feststehenden Firstrichtung nicht zu. Dem Antrag zur Erweiterung einer Garage am Personalparkplatz der Chiemgauklinik stimmte der Gemeinderat einstimmig zu.

Vier neue Wohnungen an der Freiweidacher Straße

Für ein Bauvorhaben mit vier Wohnungen an der Freiweidacher Straße stimmte der Gemeinderat der Änderung des Bebauungsplans zu. Ebenso beschloss er die Änderung des Bebauungsplans Piesenhausen, damit ein Bauwerber am Altweg landwirtschaftliche Nebengebäude bauen kann. Weiter beschloss der Rat, den Bebauungsplan Pettendorf zu ändern und ermöglichte so dem Bauwerber, am Schnappenweg ein Kniestockhaus zu bauen. Auch beschloss der Gemeinderat die Sanierung der Kanalisation bis zum Jahr 2023. MP

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