weather-image
25°

Streunthaler Hof touristisch nutzen? Gutachten hilft Marquartstein nicht weiter

3.0
3.0
Streunthaler Hof in Marquartstein soll touristisch genutzt werden
Bildtext einblenden
Der Streunthaler Hof soll dauerhaft touristisch genutzt werden. Über die Möglichkeiten diskutierte der Gemeinderat. (Foto: M. Peter)

Marquartstein – Wie die Gemeinde den Streunthaler Hof touristisch dauerhaft nutzen kann, sollte eine Standortanalyse durch die Hotel- und Gaststätten-Beratungsgesellschaft (HOGA) aufzeigen. Jetzt liegt die Untersuchung vor. Doch der Gemeinderat war sich nicht schlüssig, ob das Gutachten eine ausreichende Entscheidungshilfe ist.


Bürgermeister Andreas Scheck meinte, dass für ihn die Analyse aufgezeigt habe, von einem Chalet-Dorf Abstand zu nehmen und eine Nutzung mit Alleinstellungsmerkmal anzustreben. Für Peter Lloyd (Grüne/Offene Liste) war das Gutachten wenig aussagekräftig, er bezeichnete es als »ideenlos«.

Anzeige

Die Gemeinde hatte das Anwesen im Sommer 2017 erworben, damit sie die Richtung der Nutzung weiter entscheidend beeinflussen kann. Einig war sich das Gremium, dass der Streunthaler Hof für den Tourismus genutzt werden soll, und gab Ende vergangenen Jahres ein Gutachten in Auftrag.

Aufgabe für die HOGA war laut Scheck die Erarbeitung von möglichen Konzepten. Der Umfang habe die Wirtschaftlichkeitsberechnung nicht eingeschlossen. Für Scheck kam bei dem Gutachten heraus, dass ein außergewöhnliches Konzept mit Alleinstellungsmerkmal erfolgreich sein könne.

Wie Scheck weiter ausführte, könne er sich auch das im Gutachten erwähnte Bike-Hotel vorstellen. Für ihn sei deutlich geworden, dass ein Chalet-Dorf nicht erstrebenswert ist, da dieses Feld bereits in den verschiedenen Gegenden im Alpenvorland stark bespielt werde. Eine Übersättigung sei nicht auszuschließen.

Lloyd fügte an, dass sicher Mountainbiker nach Marquartstein kommen würden, doch wegen der fehlenden Ost-West-Ausrichtung für Touren die normalen Radfahrer eher nicht. Er, so Lloyd, hätte sich vom Gutachter mehr erwartet als nur die Idee, ein Biker-Hotel zu schaffen, das nur sieben Monate im Jahr ausgelastet ist.

Darauf meinte Thomas Halder (Bürger für Marquartstein), dass für ihn das Gutachten schon in eine gewisse Richtung weise – und dass ein Biker-Hotel möglich sei. Für einen Investor sei es doch egal, wie das Hotel bezeichnet werde, sagte Franz Aigner (CSU/Freie Bürger). Für einen Investor seien die Größe sowie die Nutzung wichtig.

Toni Entfellner (Grüne/Offene Liste) kann sich eine Nutzung nach dem Vorbild des Erlebnishotels »mama thresl« in Leogang vorstellen. Doch wollte er vorrangig wissen, wie die nächsten Schritte für den Streunthaler Hof aussehen. Dazu sagte Scheck, dass es bereits über die Wirtschaftsförderung einen Interessenten gebe, der schon eine Überarbeitung zur Wirtschaftlichkeit anstellt. Wenn es dazu Ergebnisse gibt, werden sie laut dem Bürgermeister im Gemeinderat vorgestellt. MP