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Neues Parkplatzkonzept in Marquartstein

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Eine Regelung ohne Kontrolle bringe nichts, betonte Bürgermeister Andreas Scheck. Darum würden die Einhaltung der Parkzeiten und die Nutzung der Parkflächen überwacht.

Marquartstein – »In Marquartstein gibt es auch im Ortszentrum relativ viele Parkplätze«, sagte Bürgermeister Andreas Scheck (Bürger für Marquartstein) in der Gemeinderatssitzung. Doch die Nutzung entspreche nicht immer dem zugedachten Zweck. Darum soll es künftig ein neues Parkkonzept mit Regelungen und der erforderlichen Beschilderung geben. Doch helfe eine Regelung ohne Kontrolle nichts und darum würden die Einhaltung der Parkzeiten und der Nutzung der Parkflächen überwacht werden, so der Bürgermeister.


Wie Scheck weiter ausführte, zeigte sich, dass auf den verschiedenen Parkflächen zum Teil Pkw-Anhänger oder Wohnmobile für einen längeren Zeitraum abgestellt wurden. Und das auch von Bürgern, die nicht aus Marquartstein kamen, fügte er hinzu. In einer Bildreihe mit Luftaufnahmen von 2003 im dreijährigen Abstand bis 2018 zeigte Scheck in beeindruckender Weise, wie die Parktätigkeit im Trend sich verstärkte und sich viele Verkehrsteilnehmer nicht an die Regeln halten würden. Für ihn, so Scheck, sei es ein Thema, das mit übergreifenden Regelungen erfolgen müsse, damit sich das Parkplatzproblem nicht verlagere.

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Ein Konzept zur Beschilderung

Im Sommer 2018 hat der Gemeinderat eine Erweiterung der Mitgliedschaft im Zweckverband Kommunale Verkehrsüberwachung Südostbayern für den ruhenden Verkehr, oder in der Umgangssprache die parkenden Kraftfahrzeuge, beschlossen. Im März erfolgte dann die Begehung der betroffenen Parkflächen mit Experten vom Zweckverband, die daraufhin ein Konzept für die Beschilderung der Parkflächen und verschiedenen betroffenen Straßen ausarbeiteten.

Es gibt nicht gleich einen Strafzettel

Dem Gemeinderat lag nun das Konzept vor. Bei der Sitzung nahm sich das Gremium für die Entscheidungen und Beschlüsse ausgiebig Zeit und beriet jeden der neun Bereiche einzeln und stimmte für jeden Parkplatz und für jede betroffene Straße einzeln ab. Über die Regelungen und den Zeitpunkt der Einführung werden die Marquartsteiner noch informiert. In den ersten zwei Wochen der Einführung wird es einen »weichen« Beginn, was so viel bedeutet, dass es bei Verstößen nicht gleich einen Strafzettel gibt, sondern der Autofahrer unterm Scheibenwischer einen Flyer finden wird, in dem auf die Regeln hingewiesen wird, geben.

Beim Abstimmungsmarathon gab es acht einstimmige Voten für die künftige Regelung und ein Votum mit drei Gegenstimmen. Und hier ging es um das absolute Halteverbot im Winter in der Bruckfeldstraße. Durch das absolute Halteverbot sollen die Schneeräumarbeiten gewährleistet werden. Der Gemeinderat Peter Lloyd (Die GRÜNEN/Offene Liste) brachte den Einwand, dass durch das absolute Halteverbot besonders ältere Personen betroffen wären, die einen Zahnarztbesuch machen müssten. Lloyd begründete es damit, dass die Angehörigen die eventuell die betroffene Person mit dem Auto fahren würden, dann nicht mehr stehen bleiben dürften, um das Ein- und Aussteigen zu ermöglichen. Er plädierte für ein eingeschränktes Halteverbot. Bei der Abstimmung schlossen sich Bürgermeister Scheck und zweiter Bürgermeisterin Claudia Kraus (Die GRÜNEN/Offene Liste) der Ansicht von Lloyd an und stimmten gegen das absolute Halteverbot, was letztlich mit der Stimmenmehrheit von den weiteren Räten beschlossen wurde.

Immer wieder gefährliche Situationen

In der Loitshauser Straße wird es künftig von der Einmündung Niedernfelser Weg bis etwa zur Zufahrt der Evangelische Pfarrkirche ein beidseitiges eingeschränktes Halteverbot geben. Hier gibt es durch parkende Fahrzeuge auf der Fahrbahn aufgrund der unübersichtlichen Kurvensituation immer wieder gefährliche Situationen und Behinderungen. Bevor es jedoch zur Abstimmung kam, stellte Gemeinderat Josef Moritz (CSU/Freie Bürger) die Frage in den Raum, inwieweit es die Aufgabe der Gemeinde sei, zum Beispiel für die Kirche oder die Realschule Parkflächen zur Verfügung zu stellen. An den Schulen gebe es in der Regel ausreichenden Parkraum, so der Bürgermeister. Bei den Kirchen handle es sich um eine historische Entwicklung, so Scheck. Er fügte zugleich an, dass es bei den Kirchenbesuchen um eine relativ begrenzte Zeit handle, bei der es zu einem erhöhten Parkplatzbedarf komme. Auch in der Loitshauser Straße war sich das Gremium einig und stimmte für das eingeschränkte Halteverbot.

Im Wesentlichen wird es in der Staudacher Straße eine zweistündige Parkdauer in der Zeit von 7 bis 18 Uhr geben. Mit der zeitlichen Begrenzung werden die Belange der Anwohner berücksichtigt. Nach Ansicht von Scheck würden die zwei Stunden Parkdauer für eine normale Geschäftstätigkeit ausreichen. Am Parkplatz hinterm Rathaus soll es keine zeitliche Beschränkung geben. Wobei durch Schilder speziell auf die Parkmöglichkeiten für Busse und Wohnmobile im hinteren Bereich hingewiesen werden soll.

Parkmöglichkeit auch für Wohnmobile

Hier äußerte die Gemeinderätin Katja Kink (Bürger für Marquartstein), dass ein spezieller Hinweis für die Parkmöglichkeit für Wohnmobile die Besitzer ermutigen könnte, dort zu campen. Darauf meinte Scheck, mit dem Schild solle signalisiert werden, dass es auch für Wohnmobile eine Parkmöglichkeit gebe und darauf hingewiesen werde, dass die größeren Fahrzeuge im hinteren Bereich einen Platz finden könnten. Die Wohnmobileigentümer wüssten durchaus, dass auf Parkplätzen das Campen nicht erlaubt sei, so Scheck weiter. Für die Parkplätze mit Lademöglichkeit für die Elektroautos am Rathausparkplatz wird es noch zu einer Regelung kommen, dass diese Parkplätze wirklich nur für den Ladevorgang und nicht für das dauernde Parken genutzt würden, meinte der Bürgermeister.

Auf die prekäre Parksituation im Mühlfeldweg sei er von einigen Anwohnern hingewiesen worden, sagte Simon Bauer (Bürger für Marquartstein). Hierauf meinte Scheck, dass es dort nach der neuen Beschilderung sicher zu Kontrollen kommen werde. Auch werde künftig sicher auf Hinweisen von Anliegern die Überwachung entsprechend gestaltet werden, so der Bürgermeister weiter. Im Weiteren wird es für den Parkplatz an der Grundschule Parkausweise mit einer zeitlichen Begrenzung geben, damit er zu den restlichen Zeiten allgemeingenutzt werden kann. Die Pettendorfer Straße, Loitshauser Straße und Windeckstraße sind im Konzept zum Teil nur durch Erneuerung der Schilder betroffen.

In den Zusammenhang mit der neuen Parkplatzregelung an der Grundschule brachte Gemeinderat Klaus Hell (Bürger für Marquartstein) die Frage ein, wie es denn mit der Engstelle an der Burgstraße ausschaue. Von ortsunkundigen würde die Situation mit der Verjüngung der Straße immer wieder falsch eingeschätzt. Wäre hier nicht eine Regelung mit »Vorfahrt gewähren« sinnvoll, meinte Hell. Der Bürgermeister sagte zu, die Lage zu prüfen und die Erkenntnisse in einer späteren Sitzung vorzustellen. Abschließend sagte Scheck, dass ein Gesamtkonzept mit entsprechenden Hinweistafeln erstellt werden soll, damit der Gast und Besucher sofort sehe, wo sich die Parkmöglichkeiten in Marquartstein befänden. MP

 

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