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»Hier ist die Gemeinschaft gefragt«

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Auf großes Interesse stieß die sechste Seniorenmesse in Marqaurtstein. (Foto: Rödler)

Marquartstein – »Fest unter Nachbarn« war der Titel der sechsten Senioren-Info-Messe in Marquartstein im Gemeindezentrum der evangelischen Kirche. Eröffnet wurde sie von Bürgermeister Andreas Scheck und den Diakonen Michael Sörgel und Johannes Notter.


Beide waren sich dahingehend einig, dass sich die Lebenssituationen im Laufe der Zeit zwar ändern, die Wohnsituationen aus verschiedenen Gründen aber beibehalten würden. Denn es falle den Menschen schwer, das gewohnte Umfeld zu verlassen. Außerdem würden die Gemeinden im Achental einen Zuzug gerade auch von Rentnern erleben, die sich hier ihren Alterswohnsitz wünschen. Wenn ein Partner sterbe, dann stünde der Hinterbliebene aufgrund mangelnder sozialer Kontakte allein da. Die Gefahr sei dann groß, dass Depressionen entstehen. »Hier ist natürlich die Gemeinschaft gefragt«, betonte Diakon Michael Sörgel.

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Auch Bürgermeister Andreas Scheck ist die Wohnsituation älterer Menschen ein Anliegen. Mit dem in Marquartstein bestehenden Seniorenstift sei die Gemeinde bereits ganz gut aufgestellt, allerdings schwebe ihm und dem Gemeinderat ein weiteres Wohnprojekt vor. Geplant sei ein Wohngebiet, in dem sich nachbarschaftliches Wohnen mit Familien und Kindern verbindet mit einem Wohnhaus für Demenzkranke, die dort in einer Wohngruppe betreut werden (wir berichteten mehrfach).

Bei der sechsten Seniorenmesse wurde wieder ein breites Informationsspektrum rund um das Thema »Wohnen im Alter« angeboten, das auch von den Besuchern gerne angenommen wurde. Neben offiziellen Ausstellern, wie dem Landratsamt Traunstein, der bayerischen Architektenkammer, dem Verbund der Kreisaltenheime Trostberg, Grabenstätt und Palling und dem Roten Kreuz, waren auch ehrenamtlich organisierte Helfervereinigungen, wie der »Wössner Regenbogen« oder aus Grassau der Helferkreis »Nachbarschaftshilfe« zur Informationsveranstaltung gekommen. Als Vertretung für die Pflegedienste war die Firma »Pflege- und Sozialdienst Hans Münch GmbH« vor Ort.

Die Vertreterin der Bayerischen Architektenkammer, Susanne Moog, betonte in ihrem Vortrag, dass die meisten Menschen leider erst dann aktiv würden, wenn sich die Lebensumstände bereits dahingehend verändert hätten, dass etwa der Umbau des Bads unumgänglich sei. »Dann wird die Zeit sehr knapp und für die Betroffenen wird die Wartezeit zum Martyrium.«

Das bestätigte auch Carolin Germek vom Roten Kreuz. Auch ihr war es ein besonderes Anliegen, deutlich zu machen, dass hier viel früher informiert und gehandelt werden sollte.

Um für das Zukunftsthema »Wohnen im Alter« zu sensibilisieren und neue Projekte voranzutreiben, wurde die Kampagne »Zu Hause daheim« ins Leben gerufen: Mit bayernweiten Veranstaltungen und Aktionen wird – gemeinsam mit Netzwerkpartnern – über Konzepte und Möglichkeiten informiert, die das Leben im eigenen Zuhause, aber auch ein Wohnen wie zu Hause zulassen.

Florian Seestaller als Vertreter des Landratsamts Traunstein informierte über die Möglichkeiten, sich ehrenamtlich im Landkreis für Senioren zu engagieren, aber auch über die Möglichkeit für Senioren, sich in die Gesellschaft einzubringen, zum Beispiel im Rahmen der Aktion »Kleine Entdecker ganz groß«. Beim »Mobilen Seniorenkino« beispielsweise betreuen vier Teams elf Pflegeheime und zeigen dort deutsche Filmklassiker.

Im Wohnstift Marienbad schräg gegenüber des evangelischen Gemeindezentrums gab es Kaffee und Kuchen, der Marienbadchor trat auf und es gab eine Modenschau sowie eine Sitz-Tanz-Vorführung. mr