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Große Projekte in Marquartstein geplant

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Marquartstein: Bei Bürgerversammlung große Projekte vorgestellt
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Wo die Flächen mit Baurecht in Privathand liegen, hat Bürgermeister Andreas Scheck auf dem Luftbild in Blau gekennzeichnet; wo er sich noch eine Entwicklung vorstellen kann, in Orange. Die in Grün markierten Flächen sollten seiner Meinung nach von einer Weiterentwicklung ausgespart werden. (Foto: Peter)

Marquartstein – Projekte wie der Ausbau der Ortsdurchfahrt, das Entwicklungskonzept »Am Sportplatz«, die weitere Nutzung des Streunthaler Hofs und der Ausbau der Bundesstraße Richtung Schleching thematisierte Bürgermeister Andreas Scheck (Bürger für Marquartstein) bei der gut besuchten Bürgerversammlung im Gasthof Prinzregent. Große Projekte, die auch viel Kapital benötigen.


Scheck erläuterte die finanzielle Situation der Gemeinde zum Jahresende. Die Rücklagen betragen über 4,2 Millionen Euro bei einer Pro-Kopf-Verschuldung von nur 4,44 Euro. Der Gesamthaushalt hatte ein Volumen von knapp 7,8 Millionen Euro. Obwohl der Hebesatz der Kreisumlage etwas gesenkt worden sei, werde der Betrag der Gemeinde steigen durch die Finanzkraft. Scheck sprach von rund 1,72 Millionen Euro für den Landkreis. Von der Hausbank sei die Gemeinde informiert worden, dass für die Rücklagen eine Verwahrungsgebühr erhoben werde. Nun zeige sich, dass die Strategie der Gemeinde – die Rücklagen durch Grundstücks- und Immobilienkäufe zu verringern – aufgegangen sei.

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Marquartstein hat derzeit 3587 Einwohner, 12 weniger als im Jahr zuvor. Nicht verbessert habe sich die Mitgliedersituation bei der Freiwilligen Feuerwehr, bedauerte Scheck. Es sei schwierig, tagsüber genügend Aktive für einen Einsatz zusammen zu bekommen (Ausrückstärke). Nach zwei Eintritten betrage die Mannschaftsstärke nun 37 aktive Feuerwehrleute; die Jugendfeuerwehr hat 18 Mitglieder (plus 5). Scheck hofft, dass aus der Jugend viele Feuerwehrler zu den Aktiven wechseln.

Die Qualität und Professionalität in der Touristinformation sei durch die Zusammenlegung der Tourismusbüros im Achental gestiegen, hob Scheck hervor. Ein Projekt der Städtebauförderung wäre die Aufwertung der Auerbräuwiese zu einem zentralen Veranstaltungsort gewesen. Allerdings waren die Kosten für eine Küche, weitere Einrichtungen und Maßnahmen sehr hoch, sodass der Gemeinderat das Projekt auf Eis gelegt hat. Das Thema werde im Herbst 2020, nach der 100-Jahr-Feier des Trachtenvereins, wieder in Angriff genommen.

Die vorgeschlagenen Varianten für den Ausbau der Bundesstraße 307 haben im Gemeinderat keinen Gefallen gefunden, so der Bürgermeister. Der Rat wolle nach wie vor einen bestandsbezogenen Ausbau, was laut Straßenbauamt nicht den einzuhaltenden Kurvenradien entspreche. Beim Radweg werde man Kompromisse eingehen müssen: Wenn der Radverkehr mehr in den Vordergrund rücken soll, werde auch Platz benötigt. Laut Scheck soll es nach weiteren Untersuchungen im Herbst 2020 einen neuen Vorschlag vom Straßenbauamt geben.

Dieses Jahr hätte eigentlich der Ausbau der Ortsdurchfahrt stattfinden sollen, erläuterte der Bürgermeister weiter. Die Gemeinde sei beim Ausbau nur ein Beteiligter. Infolge eines Eigentümerwechsels beim Schrobenhauser Areal habe sich jedoch die Möglichkeit ergeben, diesen Bereich ebenfalls in die Überplanung zur Entwicklung des Ortszentrums mit einzubeziehen. Deshalb sei das Projekt verschoben worden. Sanierungs- und Ausbauarbeiten sollen in drei Bauabschnitten im Sommer 2020 beginnen.

Der Gemeinderat legte fest, dass der Streun- thaler Hof touristisch genutzt werden soll. Der Hang soll wegen der Bedeutung für den Wasserhaushalt aber in der Hand der Gemeinde bleiben, so Scheck. Das Unternehmen »Startup Alm«, das Seminare für Firmen ausrichtet, soll die Nutzung umsetzen. Aktuell wird die Erschließung geklärt.

Beim Entwicklungskonzept »Am Sportplatz« in Freiweidach äußerte Scheck durchaus Verständnis für die Frage, warum auf der grünen Wiese so große Gebäude entstehen sollen. Durch den Geschoßbau könne der Grat der Versiegelung aber gering gehalten werden und durch die einkommensbezogene Förderung günstiger Wohnraum entstehen, begründete der Bürgermeister das Vorhaben. Es gehöre zur Aufgabe der Kommunen, günstigen Wohnraum zu schaffen, was mit dem MARO-Projekt umgesetzt werden könnte. Zusätzlich steige in den Altersgruppen von 60 bis 75 Jahren und darüber hinaus der Wille, in kleinere Wohnungen umzuziehen. MP