Gestaltung des neuen Ortszentrums festgelegt

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Die Grafik zeigt, wie das neue Ortszentrum von Marquartstein aussehen und die aktuell freien Flächen mit modernen Gebäuden bebaut werden könnten.

Marquartstein – Bei der Jurysitzung im Mai fiel die Wahl zur Neugestaltung des Ortszentrums einstimmig auf den Entwurf von Thaler Thaler Architekten aus Wien. Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung im Alten Bad in Unterwössen wurde Planer Norbert Thaler per Videokonferenz zugeschaltet, um seinen Entwurf vorzustellen. Im Wesentlichen umfasst der Entwurf für die neue Ortsmitte fünf Bauelemente aus den Bereichen Wohnen, Gewerbe, Cafe, Ärztezentrum und Apotheke, wie Thaler sagte.


Die zentrale Lage mit dem Sprung zur Staudacher Straße sei sehr spannend gewesen, wobei Thaler mit "Sprung" die natürliche kleine Hangkante meinte. Die Raumkanten der Gebäude seien aus der Umgebung heraus entstanden. Um Bezüge zu Bestandsgebäuden zu wahren, Sichtachsen, Wegeverbindungen und qualitätvolle Räume zu schaffen, sei es erforderlich gewesen, von den üblichen rechteckigen Baukörpern abzuweichen. Die Formen der Gebäude wirken sich auch auf die Dachgestaltungen aus.

Bei den Wohnungen wurde darauf geachtet, dass Aufenthaltsräume zu den innen liegenden Bereichen orientiert sind, um die Wohnqualität der Bewohner zu gewährleisten. Unattraktive Rückseiten werden laut Thaler durch die aufgeteilten Eingangssituationen – öffentliche Nutzungen von den Straßen und Plätzen und Wohnungen von den Innenhöfen – vermieden.

Der Quartiersplatz, der im inneren Bereich des neuen Zentrums zwischen dem nördlichen Wohngebäude, dem westlich begrenzenden Wohn- und Geschäftsgebäude mit Apotheke und dem Ärztezentrum im südlichen Abschluss entstehen soll, soll halböffentlichen Charakter erhalten und kann, mit passender Begrünung, auch als Spielbereich genutzt werden.

Am Marktplatz wie auch am Ärztehaus werden auch oberirdische Parkplätze entstehen. Bei den Überlegungen hat laut Thaler das Klima eine große Rolle gespielt. So seien weitreichend wasserdurchlässige Flächen zur Gestaltung genutzt worden, die mit Grün und Bäumen unterbrochen seien. Für die Tiefgarage sei die Topografie genutzt und weitgehend erhalten worden.

Dem Entwurf merke man an, dass sehr auf Öffentlichkeit und Privatheit geachtet worden sei, sagte Bürgermeister Andreas Scheck dazu. Die Gebäudeformen seien besonders dafür geeignet, die rund 6000 Quadratmeter ansprechend zu bebauen. Klaus Hell (BfM) sprach den Höhenunterschied an, den Thaler als spannenden Sprung bezeichnet hatte und monierte, dass von Osten her der Quartiersplatz nicht barrierefrei erschlossen sei. Das wäre ihm ein großes Anliegen. Um die sogenannte »Arenatreppe« überwinden zu könnten, müsste mit dem Fahrstuhl gefahren werden. Auch befürchte er, dass der Marktplatz zu überdimensioniert sei, so Hell weiter.

Es seien drei Meter Höhenunterschied, die überwunden werden müssten, sagte Thaler. Somit wäre eine Rampe aus Platzgründen nicht realisierbar. Ein Lift sei sicher etwas untypisch in dörflich geprägten Gegenden. In vielen Bereichen sei ein Lift für Rollstühle und Kinderwagen kein Problem, betonte Thaler. Und wenn man die Erschließung des Marktplatzes anschaue, bleibe ein überschaubarer Bereich übrig, er sei dadurch nicht zu groß.

Martin Riedel (CSU) meinte, die modernen Gebäude seien sehr ansprechend. Er wollte wissen, ob es bereits Ideen gebe, wie sie mit ihrer Fassadengestaltung mit dem Bestand verbunden werden könnten.

Dazu meinte der Architekt, dass man die neuen Fassaden nicht getrennt sehen könne. Sie müssten in den umliegenden Bestand eingebunden werden und mit ortsüblichen Materialien gemacht werden. Weiter meinte Thaler, dass er sogar mit den bereits verbauten Materialien arbeiten würde, damit sich ein Zusammenhang ergebe.

Zweite Bürgermeisterin Claudia Kraus (Grüne/Offene Liste) vertrat die Ansicht, dass das Projekt im Vorfeld ausführlich diskutiert worden sei. Der Rat stehe voll hinter dem Projekt und begebe sich auf einen guten Weg, so Kraus weiter. Bürgermeister Andreas Scheck brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass Marquartstein nun den Marktplatz und das Ortszentrum bekomme, das es sich schon lange wünsche. Es müsse dem Bereich dann nur noch Leben eingehaucht werden, schloss er. Wie die Jury entschied sich der Gemeinderat ebenfalls einstimmig für den Entwurf von Thaler Thaler Architekten und bestätigte einstimmig den Beschluss.

MP