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Energetische Sanierung der Achental-Realschule abgeschlossen

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Die Bauarbeiten zur energetischen Sanierung eines großen Teils der Achental-Realschule mit neuer Fassade an der Lanzinger Straße sind abgeschlossen. (Foto: Giesen)

Marquartstein – Abgesehen von der Wiederbegrünung der Außenflächen ist die energetische Sanierung des alten Teils der Achental-Realschule nach eineinhalbjähriger Bauzeit nun abgeschlossen. Im Juni 2019 hatten die Sanierungsarbeiten am gesamten Verwaltungstrakt mit Direktorat, Lehrerzimmern, Verwaltung und Unterrichtsräumen begonnen. Neben dem ursprünglichen, schon als alte Volksschule bestehenden ältesten Teil des Schulensembles ist dieser Trakt der älteste aus den Anfangsjahren der Realschule 1982/1983.


Zu Beginn des Schuljahres 2018/2019 hatte der damalige Schulleiter Günther Miller erklärt, dass es für ihn ein siebenjähriges Ringen gewesen sei, die kostenauf-wändige Sanierung des dreistöckigen Teils der Schule durchzusetzen. Besonders im Sommer und morgens waren die Fenster in alten Holzrahmen oft ein Problem, da sie sich zum Teil kaum mehr öffnen ließen. In den Pfingstferien rückten dann die Bagger an und legten vom Schulhof aus das Untergeschoß des Verwaltungstrakts von der bisherigen Holzverschalung frei, sodass die völlig neue Kellerdämmung eingebaut werden konnte. Ende Juni und im Juli 2019 gab es wegen der Abschlussprüfungen zur Mittleren Reife eine längere Pause, da es natürlich ruhig zugehen musste. In den Sommerferien konnten dann die rund 50 neuen Fenster mit Dreifachverglasung und zwei große Türelemente eingebaut werden, ebenso die übrigen lärmintensiven Bauarbeiten.

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»Modern, aber nicht hypermodern«

Einen unerwarteten, ärgerlichen Baustopp gab es im Herbst, weil die verpflichtete Firma für die Aluco-Fassade aus Rheinland-Pfalz nicht lieferte, wie Architektin Gerti Leitenbacher aus Traunstein und Schulleiter Christian Thoma im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt berichteten. Nach wochenlangem Stillstand und juristischer Klärung mussten die Arbeiten für die Fassade neu ausgeschrieben werden, was insgesamt bis zur Fertigstellung eine Verzögerung um fast ein Jahr bedeutete.

Insgesamt haben rund 25 Firmen, meist solche aus der näheren Umgebung bei den Bauarbeiten mitgewirkt, »was dank der hervorragenden Organisation durch das leitende Architekturbüro reibungslos geklappt hat«, sagt der Schulleiter.

Inzwischen ist die Fassade aus Aluco-Platten in bronzenem Metallicfarbton, dessen Farbe sich je nach Lichteinfall verändert, fertig. Die Fassade passt so optisch zu den Holzteilen des jüngeren Trakts der Schule und entspricht mit ihrem mineralischen Dämmstoff den verlangten Förderrichtlinien. In die Fassade in einer Art Loggia integriert ist die Fluchttreppe, die vorher außen frei angebracht war. »Die Fassade ist zeitgemäß modern, aber nicht hypermodern«, freut sich Schulleiter Christian Thoma. Dennoch traditionell und regional sei sie ein schönes Aushängeschild für die Achental-Realschule. Angebracht wird nahe dem Eingang noch ein 1,5-mal ein Meter großes Schulschild.

Alle Fenster mit anthrazitfarbenen Rahmen in dem großen Schultrakt lassen sich öffnen, was zum »Stoßlüften« in Corona-Zeiten besonders wichtig ist. Außerdem gibt es eine zentral ge-steuerte, motorische Öffnung der Fenster morgens oder am Wochenende.

Im Zuge der energetischen Sanierung wurden die Dachziegel erneuert und auf beiden Seiten des Daches eine große Photovoltaik-Anlage mit Stromspeicher und einer Leistung von 34 000 Kilowattstunden im Jahr zum Eigenverbrauch angebracht. Vorgeschrieben waren auch umfangreiche Brandschutzmaßnahmen nach einem komplett überarbeiteten Konzept. So wurden zum Beispiel in den Fluren die Decken abgehängt und im gesamtem Trakt auf LED-Leuchten umgestellt.

Hohe Förderung durch öffentliche Mittel

Wie auf Nachfrage die Pressestelle des Landratsamtes informierte, liegen die Gesamtkosten für die Baumaßnahme nach Nachbesserung und jetzigem Stand bei rund 2,1 Millionen Euro. Dabei beträgt die Förderung durch den Sanierungstopf des Kommunalen Invest- und Förderprogramms 600 000 Euro und für Brandschutz und Verkabelung noch einmal 750 000 Euro. Für den Einbau einer LED-Beleuchtung erhält der Träger der Schule, der Landkreis Traunstein, zusätzlich 7000 Euro. Der Eigenanteil des Landkreises liegt bei etwa 750 000 Euro. Alle Maßnahmen müssen erst bis Ende Dezember 2022 abgenommen und abgerechnet sein, sodass erst dann eine definitive Kostenrechnung erfolgen kann.

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