weather-image
18°

Drei Einsätze an nur einem Tag: Zwei Bergsteiger gerettet – eine Gams musste erschossen werden

5.0
5.0
Marquartstein: Drei Einsätze an nur einem Tag: Zwei Bergsteiger gerettet – eine Gams musste erschossen werden
Bildtext einblenden
Der verletzten Gams konnte die Bergwacht nicht helfen. Sie war nicht mehr in der Lage sich fortzubewegen und musste vom Förster mittels Gnadenschuss von ihrem Leid befreit werden. (Foto: Bergwacht Marquartstein)

Marquartstein – Dreimal innerhalb von 24 Stunden wurde die Bergwacht Marquartstein in den vergangenen Tagen für zwei Bergsteiger und eine verunglückte Gams alarmiert. Die Wanderer konnten gerettet werden, die Gams hingegen nicht.


Wie die Bergwacht mitteilte, nahm gleich der erste Einsatz am Montag ein trauriges Ende. Bergwanderer hatten am Aiplbach, zwischen Staudach und Staudacher Alm ein eingeklemmtes Tier bemerkt und den Notruf gewählt. Der vermeintliche Geißbock entpuppte sich als Gams, die vermutlich abgestürzt und nicht mehr fähig war, sich weiterzubewegen. Die Bergwacht verständigte den zuständigen Förster, der das Tier erschoss und somit dem Leiden ein Ende setzte.

Anzeige

Zwei Stunden später musste ein 79-jähriger Mann mit starken Schmerzen von der Staudacher Alm ins Tal gebracht werden. Dort wurde er dem Rettungsdienst übergeben.

Die Einsätze im Bereich der Staudacher Alm sind nach Angaben der Bergwacht immer sehr zeitaufwändig, da die Anfahrt über zehn Kilometer Forstweg verläuft. Bei beiden Einsätzen waren jeweils vier Bergwachtler gefordert.

Bildtext einblenden

Am Dienstagnachmittag ging über eine Notruf-Leitzelle in Berlin (SOS Notruf App) eine Meldung über einen verstiegenen Bergsteiger zwischen Oberwössen und Hutzen-Alm ein. Dank der sehr genauen GPS-Daten war der Bereich gut einzugrenzen, dennoch dauerte es beinahe zwei Stunden, bis die Bergretter über einige sehr steile Abbrüche abseits jedes Bergsteigs den unverletzten Wanderer aus Norddeutschland fand.

Mit einer Seilsicherung wurde der Mann aus dem rutschigen, felsdurchsetzten, steilen Waldgelände herausgeführt und ins Tal begleitet. Dieser Einsatz, bei dem sechs Bergwachtmitglieder gefordert waren, dauerte drei Stunden.

Im Zusammenhang mit diesem letzten Einsatz weist die Bergwacht darauf hin, das es viele Apps gibt, mit denen man diverse gute und weniger gute Wege und Steige finden kann. Jedoch sollte man nicht immer blind darauf vertrauen und vor allem früh genug den Weg zurück antreten, bevor die Tour in lebensgefährlichem Steilgelände endet.