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Besondere Auszeichnung für Christian Auer

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Der Oberwössner Christian Auer von der Bergwacht Marquartstein erhielt eine besondere Auszeichnung: Er wurde vom Deutschen Alpenverein mit dem »Grünen Kreuz« geehrt.

Der Deutsche Alpenverein ehrte bei seiner Jahreshauptversammlung in Bielefeld den Oberwössner Christian Auer von der Bergwacht Marquartstein mit dem »Grünen Kreuz«. Die Auszeichnung überreichte Präsident Josef Klenner. Gleich drei Gründe für diese Ehrung sah die stellvertretende Vorsitzende der Bergwacht Bayern, Susanna Merkl, in ihrer Laudatio. Sie stellte Auers »Mut, bei schwierigen Einsätzen die richtigen Entscheidungen zu treffen, seine Uneigennützigkeit und seine unermüdliche Einsatzbereitschaft« heraus.


Christian Auer trat 1990 in die Bergwacht ein und ist seit 1992 aktives Mitglied. »In seiner Bereitschaft ist er nicht mehr wegzudenken«, betonte Susanna Merkl. In den Jahren beteiligte sich Auer an vielen und schwierigen Bergrettungseinsätzen. 1992 verschüttete eine Lawine ihn und drei weitere Personen. Er selbst befreite sich und grub zwei Kameraden aus, rettete ihnen das Leben. Der dritte Begleiter konnte nicht mehr gerettet werden, erinnerte Merkl.

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Nach seinem Studium ließ sich Auer beruflich in Marquartstein nieder. Heute ist er Schulleiter der Franz-von-Sales-Schule im Pädagogischen Zentrum Schloss Niedernfels. Für die Bergwacht ist er das ganze Jahr über rund um die Uhr erreichbar und als Einsatzleiter oder Einsatzkraft unterwegs, bescheinigte ihm Susanna Merkl. Für viele schwierige Einsätze wie die Schneekatastrophe im Bayerwald 2006 oder den Sucheinsatz der Bergwacht des Achentals bei Lawinenwarnstufe IV trug Auer die Verantwortung. Er engagiert sich für den Nachwuchs. Auer betreute jahrelang die Jugendgruppe der Bergwacht Marquartstein und übernahm die Ausbildung in der Bereitschaft. Als ausgebildeter Luftretter organisiert er viele Übungen im Einsatzleitbereich Achental und unterstützt das Lehrteam der Region Chiemgau.

Das »Grüne Kreuz« vergibt der Deutsche Alpenverein seit 1922 für besonders verdiente Bergretter und Rettungsdienstler der Bergwacht. Susanna Merkl sieht darin eine außerordentlich hohe Auszeichnung.

David Pichler, Geschäftsführer der Bergwachtregion Chiemgau, erklärte gegenüber unserer Zeitung, die Freude über die Auszeichnung von Auer sei sehr groß: »Besondere Leistungen sehen zumeist wir intern. Die ehren wir innerhalb der Bergwacht. Wenn dann eine externe Organisation einen solchen Preis vergibt, ist das so ungewöhnlich wie besonders. Es zeigt uns die Wertschätzung für unser Mitglied und die Bergwachtarbeit. Wir sind ausgesprochen froh, dass es Menschen wie Christian Auer in unseren Reihen gibt. Ohne die würde vieles nicht funktionieren.«

»Solange es Berge gibt, werden Menschen in die Berge gehen, solange Menschen in die Berge gehen, solange wird es menschliche Schicksale geben, solange es menschliche Schicksale gibt, solange muss es Bergretter geben«, unterstrich Susanna Merkl die Bedeutung der Bergwacht für den Alpenverein. lukk