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Auf erfolgreiches Jubiläumsjahr zurückgeblickt

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Werner Ortinger (links) erhielt von Stefan Schneider ein Dankeschön für seinen Vortrag. (Foto: Steffl)

Marquartstein – In der Jahreshauptversammlung des Vereins bedankte sich der Ökomodellregions-Vorsitzende Stephan Schneider bei allen Mitgliedern und Angestellten für das gemeinschaftliche, hohe Engagement im 20. Jubiläumsjahr. Nur so konnten die zahlreichen Projekte in den Bereichen Integrierte Ländliche Entwicklung (ILE), Klimaschutz sowie Gebietsbetreuung im vergangenen Jahr erfolgreich durchgeführt werden.


Im Regionalmanagement beschäftigt sich das Ökomodell derzeit mit der Innenentwicklung der Achental-Gemeinden. »Es ist wichtig, sparsam mit Grund und Boden umzugehen. Die Preise steigen, es wird zunehmend schwierig, Gewerbeflächen anzubieten. Jede Gemeinde ist unterschiedlich weit entwickelt. Deshalb brauchen wir ein Konzept, das individuelle Potenziale zur Nachverdichtung bereits bebauter Gebiete aufzeigt«, betonte Schneider.

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Auch das Thema Kreuzkräuter wurde angesprochen. Die Kartierung der Vorkommen der für Nutztiere giftigen Kreuzkräuter im Achental ist fast abgeschlossen, wobei sich ein höheres Ausmaß der Verbreitung, als angenommen abzeichnet. Organisiert vom Maschinenring Traunstein findet am 21. November in Übersee im Gasthof d’Feldwies ein Infoabend zur Bekämpfung des Jakobskreuzkrauts mittels Blutbärenraupen statt.

Wie Schneider berichtete, sind die Fernwärmeplanungen für Marquartstein abgeschlossen, 70 Häuser haben nun die Möglichkeit, an ein Fernwärmenetz eines Biomasseheizkraftwerks angeschlossen zu werden. Die Versorgung soll bereits 2020/2021 realisiert werden.

Im Bereich Klimaschutz tourt Hans Hasleiter weiterhin mit der Ausstellung »Coole Kids für prima Klima« durch die Grundschulen der Achental-Gemeinden und auch die Podiumsdiskussion zur »Energiewende auf regionaler Ebene« war gut besucht. Ziel der Region müsse es sein, so Schneider, sich selbst mit 100 Prozent erneuerbaren Energieträgern zu versorgen.

In der Gebietsbetreuung führte Kathrin Kopschinski, Betreuerin für das Achental, Wassersafaris an der Tiroler Ache für Kinder durch und engagierte sich beim Regionaltag Traunstein. Wie Kopschinski berichtet, ist ein großes Thema die Besucherlenkung. Die wunderschöne Natur im Landkreis solle erlebbar bleiben, bei gleichzeitiger Abschirmung der Rückzugs- und Schutzgebiete. Zum Jubiläum wurde dazu eine neue Broschüre über die Tätigkeit des Ökomodells erstellt.

Als nächstes gemeinsames Projekt haben die neun Ökomodell-Gemeinden und Vachendorf ab Februar eine gemeinsame Archivarin eingestellt, um den Anforderungen des Archivgesetzes ökonomisch und professionell nachzukommen. In Arbeit ist zudem auch die Neuauflage der Direktvermarkterbroschüre sowie die Fortführung des Almenprojekts, zur Lösung der Probleme der Almbauern und für gegenseitiges Verständnis.

Aus dem Publikum kam der Wunsch, der Verein möge sich noch einmal, trotz bereits gescheiterter Ansätze, für die Verbesserung der Situation im öffentlichen Nahverkehr einsetzen. Stephan Schneider sagte zu, sich dieses Themas anzunehmen.

Aufgrund des Umzugs des Vereins in größere Räumlichkeiten nach Grassau, gegenüber des Biomassehofs, wurde auch eine Änderung des Gesellschaftervertrags der GmbH und eine Satzungsänderung des Vereins nötig, in deren Zuge nun auch die Gemeinde Reit im Winkl namentlich bei den Mitgliedsgemeinden genannt wird. Die Versammlung stimmte dem zu.

Der Kassenbericht durch Geschäftsführer Wolfgang Wimmer, in Stellvertretung des Schatzmeisters Ludwig Entfellner, fiel positiv aus. Die Rechnungsprüfer Michael Scheck und Hans-Michael Heser hatten nichts zu beanstanden.

Über »Holz als Energieträger und Bioökonomie« referierte Werner Ortinger, Leiter des Referats für nachwachsende Rohstoffe am Landwirtschaftsministerium. Ziel der Bayerischen Staatsregierung ist eine Erhöhung des Biomasseanteils an der Wärmeversorgung von derzeit 16 auf 20 Prozent im Jahr 2022.

Moderne Holzheizungen arbeiten emissionsfrei, denn Holz ist CO2-neutral und in ausreichender Menge vorhanden, so Ortinger. Für die Stromerzeugung spiele Holz allerdings keine große Rolle, sagte er, hier seien Photovoltaik, Wasser und Wind die stärkeren erneuerbaren Energiebringer. cos