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30 Jahre und kein bisschen verstaubt

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Sybille Schmieglitz, Veronika Veiglhuber und Kornelia Hertwig (von links) nehmen stellvertretend für das Büchereiteam das Gütesiegel von Bürgermeister Andreas Scheck entgegen.

Marquartstein – Gut 30 Jahre alt ist die Gemeindebücherei Marquartstein. Von verstaubten Schinken in den Regalen und eingefahrenem Betrieb keine Spur. Erst kürzlich wurde die Bücherei vom Sankt-Michaelsbund, dem ältesten bayerischen Büchereiverband, mit dem Büchereisiegel ausgezeichnet. Bürgermeister Andreas Scheck gab diese Auszeichnung nun an das Büchereiteam weiter.


Das Siegel gilt für zwei Jahre und belegt, dass die Gemeindebücherei 13 von 15 Mindestanforderungen an zeitgemäße Büchereien erfüllt hat. Diese Kriterien beziehen sich auf ehren- und nebenamtlich geleitete Büchereien in Orten mit 2500 bis 10 000 Einwohnern. Sie umfassen beispielsweise die Erfüllung eines Mindeststandards für den Medienbestand, den Medienetat oder die Öffnungszeiten.

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Hier musste die Marquartsteiner Bücherei zur Freude ihrer knapp 400 aktiven Leser nachbessern: Bereits seit Jahresanfang ist sie länger geöffnet, und zwar sechs statt bisher fünf Stunden an drei Tagen. Der knapp 10 000 Medien umfassende Bestand wird kontinuierlich erneuert und spiegelt Zeitgeist und Bestsellerlisten wider. Mit 30 000 Entleihungen pro Jahr werden die vorgegebenen 1,5 Entleihungen pro Medieneinheit problemlos erreicht. Für die Mitarbeiter bedeutet das einen enormen Aufwand: Pro Stunde gehen rund 100 Medien über die Theke. Auch technisch ist die Bücherei auf dem neuesten Stand: Über die Homepage der Gemeinde ist sie im Internet vertreten und bietet eine digitale Ausleihe über den Verbund von LEO-Süd. Diese Möglichkeit nutzen rund 65 Leser.

Die Verleihung des Büchereisiegels motiviert die Mitarbeiter des Büchereiteams um Kai Finsterle. Obwohl sie manchmal damit hadern, im Keller des Rathauses »versteckt« zu sein. »Hierher verirrt sich keiner zufällig, manchmal fühlen wir uns hier unten vergessen,« gibt eine Mitarbeiterin zu. Vor allem, wenn man andere, freundliche, lichtdurchflutete Büchereien damit vergleicht.

Bürgermeister Scheck versicherte jedoch, dass jedem im Rathaus bewusst sei, welch hervorragende Arbeit in der Bücherei geleistet werde. Die Kellerlösung sei zwar aktuell die beste Lösung, aber keineswegs auf Dauer gedacht, so Scheck weiter. Er bat noch um etwas Geduld, denn unter Umständen eröffne die Umgestaltung des Ortskerns neue Möglichkeiten.

Bis es soweit ist, wird das Büchereiteam selbst an der Zukunft bauen und zum Beispiel Kindern das Lesen schmackhaft machen – die Grundschulklassen dürfen die Bücherei in regelmäßigen Abständen besuchen. fem