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Wette mit der Südostbayernbahn: Freifahrt für alle Kirchanschöringer

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Rüdiger Koslik dirigierte die Jugendblaskapelle Kirchanschöring. (Foto: Caruso)

Kirchanschöring – Glücklicherweise ließ der Regen am frühen Nachmittag vorübergehend nach, sonst wäre es für Kirchanschöring schwierig geworden, hundert Musikanten und Sänger am Bahnhof zusammenzubringen, die vereint ein Mozartlied anstimmen. Aber mit rund 250 bis 300 Leuten hat Kirchanschöring die Wette mit der Südostbayernbahn locker gewonnen.


Damit dürfen alle Kirchanschöringer einen Tag lang kostenlos auf der Strecke Mühldorf-Freilassing-Salzburg fahren. Als kleines Zuckerl gibt es für die Teilnehmer einen Glühwein-Gutschein auf dem Salzburger Christkindlmarkt.

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Die Südostbayernbahn wollte mit dieser Wette publikumswirksam auf die Taktumstellung auf diesem Streckenabschnitt hinweisen. Die Kirchanschöringer, besonders alle musikalischen Gruppierungen am Ort samt vieler Einzelinstrumentalisten, ließen sich nicht zweimal bitten. Und so zeigte sich am Bahnhof die musikalische Begeisterung der Bewohner in ihrer ganzen Größe. Rhythmisch begleitet von der Jugendblaskapelle Kirchanschöring klang der Nachmittag am Bahnhofsgebäude mit Glühwein und Lebkuchen und dem einen oder anderen netten Gespräch allmählich aus.

Der Geschäftsleiter der Südostbayernbahn, Christoph Kraller, freute sich, dass sich trotz des ungemütlichen Wetters so viele am Bahnhof eingefunden hatten. Bürgermeister Hans-Jörg Birner zeigte sich ebenfalls erfreut und überrascht von dem großen Zuspruch. Und so stimmten die Musiker der Jugendblaskapelle Kirchanschöring unter dem Taktstock von Rüdiger Koslik und die begeisterten Sänger gemeinsam in das Mozartlied »Komm, lieber Mai, und mache« ein.

Bis dieser Wunsch in Erfüllung geht, wird es wohl noch eine Weile dauern, während dem Wunsch vieler Bürger nach mehr Zügen auf dieser Strecke endlich entsprochen wurde. Darauf musste die Region aber auch warten und zwar deutlich länger als bis zum nächsten Mai, wie Bürgermeister Birner betonte. »Jetzt ist er endlich da«, sagte er und betonte, dass diese neue Taktung eine große Chance für die Region bedeutet.

Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG), die im Auftrag des Freistaats Bayern den Regional- und S-Bahn-Verkehr plant, finanziert und kontrolliert, bestellte ab dem Fahrplanwechsel am Tag der Wetter einen Stundentakt auf der Strecke Mühldorf – Salzburg. Mit dem Fahrplanwechsel soll sich auch im Fernverkehr der Deutschen Bahn einiges verbessern. Damit erhält auch die Region einen deutlich attraktiveren Zugverkehr. Dies erleichtert nicht nur berufstätigen Personen das Pendeln, vielmehr stärkt es auch den Tourismus in der Region Inn-Salzach.

Die Züge fahren sowohl ab Salzburg wie auch ab Mühldorf stündlich den ganzen Tag über – zirka von 5 bis 23 Uhr. Der letzte Abendzug mit Abfahrt in Salzburg nach 23 Uhr – zwei Stunden später als zuletzt – macht es möglich, das reichhaltige Kulturprogramm der Stadt unkompliziert wahrzunehmen.

»Die für Planung und Bestellung des Schienennahverkehrs im Freistaat zuständige Bayerische Eisenbahngesellschaft und die Südostbayernbahn, die diese Strecke bedient, erwarten, dass mit der Einführung des attraktiven Stundentaktes das Fahrgastaufkommen deutlich steigen wird«, machte Christoph Kraller im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt deutlich, ehe er und zahlreiche Mitarbeiter mit dem Ausschank des Glühweins und Kinderpunsches alle Hände voll zu tun hatten.

Während die Menschen am Bahnhof noch in geselliger Runde zusammenstanden, spielte die Jugendblaskapelle weihnachtliche Lieder. Bei »We Wish You a Merry Christmas« oder etwa »Jingle Bells« klang der Nachmittag allerdings etwas schneller aus, als geplant: Es fing nämlich wieder an zu regnen. ca