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»Ich bin so gerne verreist«

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Die Jubilarin, die heute ihren 100. Geburtstag feiert, mit ihrer Großnichte Sabine Bauer und Urgroßnichte Samira Bauer. (Foto: Caruso)

Kirchanschöring – Im Haus der Familie Steinmaßl im Kirchanschöringer Ortsteil Bernreut gibt es am heutigen Montag allen Grund zur Freude und zum Feiern: Maria Helminger wird 100 Jahre alt. »Ein ganz schöner Aufwand, der hier für mich betrieben wird«, staunt die Seniorin, als sie erfährt, was ihre Großnichte Sabine Bauer und ihre Familie so alles für ihr heutiges Fest vorbereitet haben.


»Aber man wird ja nur einmal 100 Jahre alt, da darf man sich so etwas dann auch einmal gönnen«, sagt Maria Helminger. Auch die Familie der Jubilarin hat sich angekündigt, um zu gratulieren, lässt Sabine Bauer, die mit ihrer Familie die Großtante umsorgt, schon mal wissen. »Mehr will ich aber nicht verraten.«

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Maria Helminger präsentierte sich mit strahlendem Gesicht, liebevollem Lächeln und in geistiger Frische, obwohl es ihr gesundheitlich nicht immer gut geht. Sie freut sich auf das Fest und die Gratulanten. Mit denen möchte sie heute auf ihren besonderen Ehrentag anstoßen.

Fotoalben halten Erinnerungen frisch

Die betagte Dame, die alle liebevoll mit »Tante Marie« ansprechen, wohnt seit rund zwei Jahren im Haus ihrer Nichte Rosa Steinmaßl, und zwar genau in dem Raum, in dem sie am 18. Dezember 1917 als drittes von insgesamt sieben Kindern das Licht der Welt erblickte. Ein bisschen Heimweh nach Kirchanschöring hat sie aber schon, denn sie lebte 65 Jahre lang gemeinsam mit ihrer bereits verstorbenen Schwester Anna in einem Haus in der Lampodinger Straße. Dort kümmerte sie sich in den vergangenen Jahren noch um ihre kranke Schwester.

Nach einem Oberschenkelhalsbruch vor gut zwei Jahren wollten die Beine dann halt nicht mehr so. Dadurch ist sie heute auf den Rollstuhl angewiesen. »Jetzt bin ich hundert und die Augen lassen auch mehr und mehr nach«, bedauert sie. Schade, denn in ihrem Zimmer liegen stapelweise Fotoalben, in denen sie gerne blättert. Eines davon stammt von 1938 und zeigt mehrere Fotografien von Ereignissen und Begegnungen, an die sie sich noch gut und gerne erinnert. Bei einem Blick ins Album fällt auch auf, wo die Frau schon überall gewesen ist. »Ich bin so gerne verreist und es war immer so schön«.

Sehr schön sei auch ihre Kindheit gewesen, schwärmt sie noch heute. »Ich hatte so liebevolle Eltern und Geschwister.« Besonders viele glückliche Momente gab es auch in den mit Schwester Anna gemeinsam verbrachten Jahren. So war es dann auch einer der traurigsten Tage für »Tante Marie« als die Schwester 2011 starb.

Zur Feier des Tages zurecht gemacht

Bis zu dem Tag, an dem sie die kleine Landwirtschaft an der Lampodinger Straße aufgab, hatte sie auf dem eigenen Hof alle Hände voll zu tun. Anschließend fand sie eine Anstellung bei der Firma Meindl, wo sie als Näherin weitere elf Jahre bis zum Eintritt in den Ruhestand ihr Geld verdiente, erzählt Maria Helminger noch. Dann wünscht sie sich, dass ihre Urgroßnichte Samira den Kamm holt und sie ordentlich frisiert, damit das Haar für die Feier auch korrekt sitzt. ca


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