Gemeinde nimmt Kurs auf Kultur-Café und Wohnungen

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Neues Leben will die Gemeinde Kirchanschöring in die alte Bahnhofsgaststätte bringen. Neben der Einrichtung von Wohnungen plant sie insbesondere auch die Schaffung eines Kultur-Cafés. (Foto: Caruso)

Kirchanschöring – Die Gemeinde will die ehemalige Bahnhofsgaststätte auf Vordermann bringen. In dem Gebäude, das sie gekauft hat, möchte sie im Erdgeschoß in Kombination mit der schon etablierten Einrichtung Kultur im Bahnhof (KuBa) ein Kultur-Café schaffen. Außerdem will sie im Ober- und Dachgeschoß Wohnungen einrichten. Das Nutzungskonzept hat der Gemeinderat gebilligt.


Das KuBa, das Bruno Tschoner und Michi Obermeier leiten und aktuell noch im früheren und mittlerweile gemeindeeigenen Bahnhofsgebäude untergebracht ist, könnte sich, wie Birner erläuterte, mit einem Umzug räumlich erweitern. Die alte Bahnhofsgaststätte könnte sich mit Hilfe der beiden KuBa-Leiter in ein Kultur-Café für Menschen aller Altersklassen mit regelmäßigen Öffnungstagen und einem vielfältigen Kulturprogramm verwandeln. Der Bürgermeister stellt sich eine Einrichtung der Gemeinde vor, die deutlich über einen üblichen Jugend- und Kulturbetrieb hinausgeht: »Es soll ein neuer gesellschaftlicher Treffpunkt in Kombination mit einer Bildungsstätte entstehen, in der größere und kleinere Events stattfinden und der auch außerschulische Bildungsangebote ins Programm nimmt.«

Die Gemeinde führe die Jugend- und Kulturarbeit dort fort und ergänze sie mit inhaltlichen Angeboten, die bislang auch aufgrund fehlender Räume nicht realisierbar waren. Beispielsweise könnten dort verschiedene Veranstaltungen unterschiedlicher Art oder Kurse für Groß und Klein angeboten werden, in denen man sich Fertigkeiten rund ums Fotografieren, Musizieren, Filmedrehen oder etwa Theaterspielen aneignet.

Lokale Akteure bilden laut Birner die Basis des Programms. »Dazu zählen auch die Vereine und die ehrenamtlich Tätigen in der Gemeinde.« Zusätzlich sei angedacht, so der Bürgermeister weiter, einen örtlichen Kulturverein zu gründen, der die Sache unterstützt – und dessen Aufbau bereits angelaufen ist.

Die Gemeinde rücke die Kultur in den Fokus, wenn sie ihren Ortskern revitalisieren will. Damit entspreche das Konzept dem, was in den Vorberatungen angeregt worden sei, sagte Birner, der mit großzügigen Fördergeldern aus diversen staatlichen Fördertöpfen bei der Realisierung des Vorhabens rechnet. In Betracht kämen unter anderem das Kommunale Wohnbauförderprogramm, Leader, die Bundesförderung für effiziente Gebäude und das Amt für Ländliche Entwicklung. Um die nächsten Projektschritte vornehmen zu können, müsse der Gemeinderat eine Entscheidung zum vorgestellten Konzept treffen, sagte Birner und eröffnete die Diskussionsrunde.

Andreas Wörndl fand das Konzept unangebracht, zumal nur das KuBa in den früheren Gaststättenräumen untergebracht werde. »In den Sitzungen der Kommunalen Wohnbaugesellschaft ist das ganze Thema zu wenig aufbereitet worden«, meinte er. Seiner Meinung nach fehlt auch noch eine genaue Kostenberechnung für den Fall, dass Tschoner und Obermeier dann in Vollzeit angestellt sind. Bürgermeister Birner hielt dagegen, dass das Thema im Sozialausschuss durchaus besprochen worden sei.

Wörndl erinnerte zudem daran, der Bürgerrat zum Schulcampus habe angeregt, dass die Gemeinde im Schulhaus nicht nur Räume für die Mittags- und Nachmittagsbetreuung schaffen möge, sondern auch ein Café mit Terrasse zum Achenpark. Wenn man in der Schule Räume schaffe, könne man auch das KuBa dort integrieren, um sie zeitlich besser auszulasten. Ein privat geführtes Tages-Café im Bahnhof wäre seiner Meinung nach sinnvoller. Dies würde auch den Mietern im Obergeschoss entgegenkommen, die abends ihre Ruhe hätten. Das KuBa im gegenüberliegenden Bahnhofsgebäude könnte dann mit dem Gastwirt des Cafés bei Veranstaltungen zusammenarbeiten.

Andreas Albanbauer betonte, dass das KuBa erst vor wenigen Jahren eingerichtet worden sei. »Brauchen wir jetzt schon wieder ein neues?« Er wollte wissen, ob die Sache mit den Fördergeldern schon geklärt sei, die die Gemeinde beim Umbau des Bahnhofgebäudes in Anspruch genommen hat. Birner entgegnete, diesbezüglich laufen bereits die entsprechenden Verhandlungen mit der Förderstelle, dem Amt für Ländliche Entwicklung.

Rupert Roider fand das Konzept gut. »Wir müssen diesen neuen Weg einfach mal ausprobieren.« Schließlich sei die Gemeinde dafür bekannt, in der Kommunalpolitik neue Wege einzuschlagen. Es habe sich gezeigt, dass diese Entscheidungen stets die richtigen und zielführenden waren.

Dass das Grundkonzept generell sehr gut ist, fand auch Sebastian Brüderl. Allerdings hätte er sich im Vorfeld etwas mehr Informationen gewünscht.

»Das Konzept ist schlüssig«, stellte Rudi Gaugler fest. »Damit bleiben wir auf dem innovativen Weg, den wir eingeschlagen haben und für den wir Kirchanschöringer auch bekannt sind.« Denn auch bei diesem Vorhaben handle es sich wieder um den Versuch, modellhaft aufzuzeigen, was eine Gemeinde für den kulturellen Bereich in ihrem Ort tun kann. »Ich bin nämlich der Meinung, dass die Gemeinde verpflichtet ist, das kulturelle Leben in ihrem Ort bestmöglich zu fördern.«

Zweiter Bürgermeister Herbert Babinger fand die Kombination von Kultur-Café und Jugendtreff ideal. So bilde sich ein Treffpunkt für alle. Der Zeitpunkt für dieses Vorhaben könne kaum günstiger sein. »Momentan haben wir nicht nur die richtigen Leute, die den Plan der Gemeinde realisieren können, sondern auch ein Gebäude, das sich für nichts besser eignet. Es war dort immer ein Treffpunkt – und soll auch wieder einer werden.

Den Befürwortern schloss sich schließlich auch Dr. Kathi Bauer-Stöckl an.

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