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Betriebsleiterwohnhaus für Campingplatz Gut Horn  genehmigt

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Foto: Symbolbild/dpa

Kirchanschöring – Mit der Änderung des Bebauungsplans »Campingplatz Gut Horn« und den eingegangen Stellungnahmen beschäftigte sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung.


Die Antragstellerin möchte ein Betriebsleiterwohnhaus samt Garage schaffen. Der landwirtschaftliche Betrieb des Anwesens liegt teilweise außerhalb des gültigen Bebauungsplans, in dem der Stall und landwirtschaftliche Nebengebäude integriert sind. Das geplante Haus soll südlich des ehemaligen Gutshofs mit Ferienwohnungen und Fremdenzimmern im Bereich einer derzeit als Reitplatz genutzten Fläche entstehen. Daher soll der Bebauungsplan geändert werden.

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Obwohl die Änderung des Bebauungsplans noch nicht alle Verfahrenshürden passiert hat, hat der Bauwerber das Recht, schon während des Planaufstellungsverfahrens einen Antrag auf Baugenehmigung zu stellen. Derzeit könne die Baubehörde im Landratsamt wegen fehlender Rechtsgrundlage allerdings noch keine Baugenehmigung erteilen. Damit die Bauwerberin aber möglichst bald in den Genuss der Genehmigung kommt, habe sie schon mal einen entsprechenden Bauantrag gestellt, hieß es. Dieser erhielt nun das gemeindliche Einvernehmen unter der Bedingung, dass eine dingliche Sicherung für das Anlegen und die Pflege der erforderlichen Ausgleichsfläche und das Ankaufsrecht der Gemeinde einräumt wird. Dazu bedürfe es einer notariellen Vereinbarung, informierte Bauamtsleiterin Sabine Strohhammer.

Im weiteren Verlauf der Sitzung würdigte das Ratsgremium dann die Stellungnahmen, die im Zuge der öffentlichen Auslegung zur Änderung des Bebauungsplans eingegangen waren. Die Regierung von Oberbayern hatte geschrieben, dass die Planung mit dem Landratsamt abzustimmen ist, um insbesondere die Vereinbarkeit des Neubaus mit der Landschaftsschutzgebietsverordnung zu klären. Laut Beschluss folgt die Gemeinde diesem Hinweis.

Auch die Empfehlungen des Wasserwirtschaftsamts Traunstein bezüglich der künftig zu erwartenden starken Niederschlägen, die wiederum zu mehr Niederschlagswasser führen, die möglichst auf der Fläche versickert sollen, fanden Berücksichtigung. So wurde im Beschlussvorschlag formuliert, dass hinsichtlich der Gefahr von Starkregen und der Nähe zum See der Planer angehalten werden soll, im Bebauungsplan Festsetzungen aufzunehmen, die verhindern, dass es zu Vernässungen oder Feucht-Schäden an Gebäuden kommt.

Der Bund Naturschutz Traunstein hatte zwar keine Einwände gegen die Erweiterung, legt aber Wert darauf, dass der Bauherr größtmögliche Rücksicht auf die als zu erhaltend festgesetzte Baumreihe im östlichen Randbereich legen solle. Der Gemeinderat verständigte sich darauf, dies der Antragstellerin mitzuteilen.

Einwände gab es auch von der Nachbargemeinde Waging. Im Schreiben der Marktgemeinde heißt es unter anderem, dass schon im Jahr 2003 vom Landratsamt festgestellt worden ist, dass die straßenmäßige Erschließung des Campingplatzes Gut Horn nach heutigen Maßstäben unzureichend ist. »Da auch mit künftigen baulichen Erweiterungen zu rechnen ist, werden diese auf der Horner Straße (Zufahrtsstraße) noch mehr Verkehrsbewegungen auslösen. Bereits jetzt klagen die Anwohner der Straße über das erhöhte Verkehrsaufkommen und die schlechten Ausweichmöglichkeiten bei Begegnungsverkehr.« Auch die Anbindung der Horner Straße an die Kreisstraße TS 26 in Tettenhausen sei ein Problem, weil die Einmündung in einem sehr spitzen Winkel verlaufe. »Die Marktgemeinde Waging hat in den letzten Jahren immer wieder Grundstücksverhandlungen geführt, um den Bau einer neuerlichen Zufahrtsstraße zu ermöglichen. Leider sind die Grundstücksverhandlungen erfolglos geblieben. Nachdem abschließend festzustellen ist, dass die straßenmäßige Erschließung den heutigen Anforderungen des Verkehrs nicht mehr gerecht wird, sollten auch mittelfristige Überlegungen von Seiten der Gemeinde Kirchanschöring angestrebt werden, den Campingplatz Gut Horn über eine andere Straße zu erschließen.«

Das Kirchanschöringer Ratsgremium nahm diesen Hinweis zur Kenntnis und beschloss: »Die Bedenken können nicht geteilt werden, da Gegenstand der Bebauungsplan-Änderung die Zulassung eines Betriebsleiter-Wohnhauses ist. Weil die Betriebsleiter bereits an der Horner Straße wohnen, ist mit keinem Verkehrszuwachs zu rechnen. Für den Campingplatz erfolgt keine Änderung. Unabhängig davon ist die Gemeinde Kirchanschöring nach wie vor bereit, zusammen mit dem Markt Waging am See eine Verbesserung der Zufahrtsmöglichkeit anzustreben.« ca