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Abwassergebühren steigen für beide Kläranlagen

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Die Abwassergebühren in der Gemeinde Kirchanschöring steigen zum Oktober für beide Kläranlagen, die in Kirchanschöring und die in Waging am See. (Symbolbild: Hohler)

Kirchanschöring – Die Gemeinde Kirchanschöring rechnet mit steigenden Kosten für Unterhalts-Investitionen in die öffentlichen Abwasseranlagen. Das schlägt sich in den Gebühren nieder, die kostendeckend erhoben werden müssen. Für die Bürger heißt das, dass sie mit Beginn des neuen Abrechnungszeitraums ab Oktober etwas mehr zahlen müssen.


Bei denjenigen, die in die Kläranlage Kirchanschöring einleiten, steigen die Gebühren von 1,75 auf 2,05 Euro pro Kubikmeter Abwasser, wenn sowohl Schmutzwasser als auch Niederschlagswasser zugeführt wird.

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Das Kirchanschöringer System sieht aber auch das ausschließliche Einleiten von Schmutzwasser vor und hat einen entsprechend niedrigeren Gebührensatz, der den Regenwasserabfluss eines Grundstücks berücksichtigt. Für Haushalte, die nur Schmutzwasser einleiten, erhöht sich die Gebühr ebenfalls und zwar von 1,35 auf 1,65 Euro pro Kubikmeter Abwasser. So wurde die bisherige Spreizung von 0,40 Euro zwischen Misch- und Schmutzwasserzuführung beibehalten.

Alle Ortsteile sind von der Erhöhung betroffen

Betroffen von einer Gebührenerhöhung sind auch die Bürger der Ortsteile, die Schmutzwasser in die Kläranlage Waginger See ableiten. Ab dem nächsten Jahr werden 2,00 Euro pro Kubikmeter Abwasser fällig. Bisher waren es 1,40 Euro. Dort sind Fehlbeträge aufgrund der Investitionen in die Kläranlage bei gleichzeitig weniger Abnehmern aufgetreten.

Alfred Plank vom Steuerbüro Plank in Pfarrkirchen erarbeitete die Kalkulation für 2019 bis 2020 beider Kläranlagen. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats stellte er den Räten die neue Kalkulation vor und erläuterte sie. Er rechne mit einer Erhöhung bei Unterhalt und Betrieb von zwei Prozent gegenüber den Vorjahren. Bisher sei man von etwa 10 000 bis 12 000 Euro für den Unterhalt pro Jahr ausgegangen. Nun habe er im neuen Kalkulationszeitraum zusätzlich 25 000 Euro wegen anstehender Reparaturen am Kanalnetz für die Kirchanschöringer Anlage angesetzt und 7500 Euro für die Waginger Anlage.

Bürgermeister Hans-Jörg Birner betonte, dass man sich in der letzten Gemeinderatssitzung darauf verständigt hatte, diese Reparatur-Kosten in den Kalkulationszeitraum einfließen zu lassen. Ansonsten wäre bei der Kirchanschöringer Kläranlage keine Gebührenanpassung erforderlich gewesen.

Grundsätzlich hätte sich aber im Einzugsgebiet der Kläranlage Waging eine Erhöhung der Gebühr ergeben, die auch ohne neue Reparaturen knapp 2,00 Euro pro Kubikmeter ausgemacht hätte. So habe man dort schon für das letzte Jahr eine Sollgebühr von 1,77 Euro und für heuer 1,86 Euro errechnet. Es wurden aber nur 1,40 Euro erhoben.

Hans Armstorfer schlug im Zuge der Diskussion vor, höhere Reparaturkosten zu berücksichtigen, da in den nächsten Jahren einiges auf Kirchanschöring zukomme, weil das in die Jahre gekommene Kanalnetz saniert werden müsse. »Weil Fixkosten da sind, die unbedingt gedeckt sein müssen«, schlug er vor, abzustimmen, ob die Gemeinde eine Grundgebühr einführen soll. »Dadurch ist man weniger abhängig von der Abwassermenge, die sich ja am genutzten Frischwasserverbrauch orientiert.«

Alfred Plank sah keinen Grund, sofort größere Beträge für das Sanieren der Abwasserkanäle einzuplanen: »Bis es soweit ist, wird noch einige Zeit vergehen.« Entsprechende Überlegungen könne die Gemeinde aber im nächsten Kalkulationszeitraum, der in zwei Jahren formuliert werde, aufnehmen.

Die Grundgebühr fand jedoch keine Mehrheit. Birner hatte sich nämlich im Vorfeld dagegen ausgesprochen, »weil man dadurch die kleineren Abnehmer von Frischwasser, die auch geringere Mengen Schmutzwasser einleiten, unverhältnismäßig hoch belasten würde. Das seien meist gerade sozial schwache Haushalte.

Grundgebühr verhindert Sparverhalten

Gernot Straßer meinte, eine Grundgebühr beeinflusse das Sparverhalten der Wasserverbraucher zum Negativen. Heinrich Wallner plädierte dafür, die schwarze Null zu verfolgen und die Gebühren rechtzeitig so anzuheben, dass alles ausgeglichen ist.

Schließlich zeigten sich doch alle mit den vorgeschlagenen Gebührenerhöhungen um 30 Cent bei der Kirchanschöringer und 60 Cent bei der Waginger Kläranlage einverstanden. Die Satzungen treten am 1. Oktober in Kraft. Zudem gab es noch den wichtigen Hinweis, dass der Kubikmeter Abwasser in Kirchanschöring um 40 Cent billiger ist, wenn das Niederschlagswasser auf dem Grundstück versickert. ca