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Volkstrauertag in Inzell im Corona-Modus begangen

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In der Kirche wurden diesmal die Kränze der Bundeswehr, der KSK, der Gemeinde Inzell niedergelegt. Unser Bild zeigt (von links) Bürgermeister Hans Egger, Pater Cleetus und Gerhard Huber, den Vorsitzenden der KSK Inzell. (Foto: Wegscheider)

Inzell – Zur Feier des Volkstrauertags in Inzell organisierte die Vorstandschaft der Krieger- und Soldatenkameradschaft ohne Musikkapelle, ohne Festzug und ohne Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal. »Wir müssen uns der aktuellen Situation anpassen«, so KSK-Vorstand Gerhard Huber. Schließlich müsse man auch an die Mitglieder denken, von denen viele über 70 Jahre alt seien, Hans Eckstein sogar schon fast 100 Jahre. »Schließlich wollen wir sie noch lange in unseren Reihen haben«.


Für Musik im Gottesdienst sorgten Heidi und Martin Maier mit Gesang und Harfe. Pater Cleetus verdeutlichte, dass man im November oft mit dem Sterben konfrontiert werde. In seinen Augen seien Kriege keine Naturkatastrophen, sondern von Menschenhand gemacht und völlig überflüssig. »Unser aller Anliegen muss aber sein, den Frieden weiterzugeben für uns und die nachfolgenden Generationen«.

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Im Evangelium von der Verteilung der Talente an seine Diener sehe es auf den ersten Blick so aus, als stünde Gott auf der Seite der Wucherer. Die beiden Sklaven mit den fünf und zwei Talenten nutzten das Vertrauen ihres Herrn und vermehrten das ihnen anvertraute Geld. Der dritte mit dem einen Talent hatte Angst, es zu verlieren und grub es im Boden ein.

Doch laut Pater Cleetus zählt vor Gott nicht der, der reich ist. Jeder hat bestimmte Gaben, und die sollten wir einsetzen in verschiedenen Funktionen. Jeder könne seinen Betrag leisten, um das Klima zu retten, achtsam mit der Umwelt zu sein und zum Beispiel Müll vermeiden. »Wir sollten uns für Frieden einsetzen, angefangen bei uns zu Hause, an dem Ort in dem wir leben, um ein Baustein im Gebäude der Welt zu werden.«

KSK-Schriftführer Gottfried Graf las die Lesung, Gerhard Huber trug die Fürbitten vor, indem er die Verantwortlichen um die richtigen Entscheidungen in Pandemiezeiten bat und auch um Unterstützung für Menschen in Krisenregionen.

Bürgermeister Hans Egger bekräftigte, den Frieden und die Freiheit zu bewahren. »Wir müssen die wahren Probleme erkennen, besonders in Zeiten von Corona«. Er wies auf die Probleme im Zweiten Weltkrieg und der Nachkriegszeit hin. »Unsere Eltern und Großeltern mussten zusammenhalten, um wieder in ein normales Leben zurückzukommen. Das Essen und der Wiederaufbau standen an erster Stelle.

Seit 75 Jahren leben wir jetzt in Frieden und es hat noch keiner in einer so guten Zeit leben dürfen wie wir jetzt. Da sollte man vielleicht mal dran denken!«. Die Kränze der Bundeswehr, der Gemeinde, des VdKs und der KSK wurden diesmal nicht am Kriegerdenkmal niedergelegt, sondern blieben in der Kirche. Erst später werden sie in der Kriegerkapelle ausgelegt. hw