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»Sondergebiet Alpakazucht« in Inzell ausgewiesen

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Die Alpakas leben schon lange in Inzell. Nach einem nachbarlichen Einwand wurde der Bebauungsplan »Sondergebiet Alpakazucht« im Inzeller Gemeinderat mehrmals behandelt.

Inzell – In der Inzeller Gemeinderatsitzung gab es mehrere Themen zu behandeln. Auf der Tagesordnung stand unter anderem zum wiederholten Male das »Sondergebiet Alpakazucht« und auch die »Außenbereichssatzung Sulzbach«.


Für die Alpakas gab es eingehende Stellungnahmen und Anregungen privater Art. Seitens der Rechtsanwälte Dr. Gilch & Dr. Hümmer wurde darauf hingewiesen, dass der Betreiber der Alpakazucht auch den im Bebauungsplan festgesetzten Weg als Erschließung benutzt und nicht mit den Fahrzeugen direkt an der Wohnbebauung vorbeifährt. Die Gemeinde nahm diesen Hinweis mit auf.

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Ebenso wiesen die Anwälte darauf hin, dass im Hinblick auf die Lärmimmissionen auch die Ruhezeiten, wie von der Gemeinde vorgeschrieben, eingehalten werden. Betriebszeiten sind von Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr und von 14 bis 20 Uhr sowie am Samstag und Sonntag von 8 bis 12 Uhr und von 14 bis 18 Uhr. Diese Festsetzungen des Bebauungsplans wurden ebenfalls von der Gemeinde mit aufgenommen.

Auch Fachbehörden haben zur Planung Stellung bezogen. Die Untere Naturschutzbehörde empfahl dem Gemeinderat zum Schutz des Landschaftsbilds eine Einbindung der Zaunanlage und der baulichen Anlagen in die Landschaft. Das Vorgehen richtet sich üblicherweise nach dem Leitfaden »Bauen im Einklang mit Natur und Landschaft«. Grundwasserbeeinflusste Böden, Auenstandorte, Gebiete mit geringen, intakten Grundwasserflurabständen sowie die Lage im freien Landschaftsraum erfordern eine bestimmte Zuordnung. Nach der Planfestsetzung ist die zulässige Grundfläche für alle baulichen Anlagen auf 1500 Quadratmeter begrenzt. Zieht man hiervon als Altbestand die Grundfläche der beiden Hütten am Bach und der Zufahrt ab, so ergibt sich eine Eingriffsgröße von rund 1000 Quadratmeter, die zu berücksichtigen sind.

Die Gemeinde wird demnach einen ausreichend großen Uferschutzstreifen am Sulzbach in den Bebauungsplan mit aufnehmen. Die Weidefläche ist von einem einfachen Weidezaun umgeben. Diese transparente Ausführung sollte beibehalten werden, um eine zerschneidende optische Wirkung zu vermeiden. Auch auf Bepflanzung oder Hinterpflanzung soll laut Gemeinde verzichtet werden, um den Eindruck einer offenen »Wiesenaue« am Sulzbach zu erhalten. Der Gemeinderat beschloss diese Abwägung der öffentlichen Bürger- und Behördenbeteiligung ohne Gegenstimme und die Planunterlagen werden entsprechend überarbeitet.

Ein weiterer Punkt der Sitzung war die Aufstellung der Außenbereichssatzung »Sulzbach«. Nach der öffentlichen Auslegung gab es keine Einwendungen der Bürger, allerdings einige von Behörden. Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Traunstein wies darauf hin, dass Planungen, bei denen tierhaltende Betriebe vom Außenbereich in den Innenbereich zum Liegen kommen aus landwirtschaftlicher Sicht grundsätzlich abzulehnen sind, weil der veränderte Schutzstatus gravierende Nachteile für die künftige Entwicklung der Betriebe mit sich bringt. Bereits kleine Änderungen sind aufgrund zu geringer Abstände oft nicht mehr möglich oder unverhältnismäßig teuer.

Der Gemeinderat nahm das zur Kenntnis, machte aber deutlich, dass sich durch die Aufstellung der Satzung die Zuordnung des Geltungsbereichs zum Außenbereich nicht ändert. Insofern sind die befürchteten Nachteile für die künftige Entwicklung des Betriebs nicht zu erwarten.

Das Wasserwirtschaftsamt Traunstein verwies darauf, dass Starkniederschläge flächendeckend überall auftreten können. Voraussichtlich würden solche Niederschläge aufgrund der Klimaänderung an Häufigkeit und Intensität zunehmen. Deshalb rät die Behörde, diese Gefahr in eigenem Interesse bei der Bauleitplanung zu berücksichtigen und Vorkehrungen zur Schadensreduzierung zu treffen.

Die Änderung des Bebauungsplans »Alte Säge« war ein weiterer Punkt für den Gemeinderat, der in einer vorangehenden Sitzung über einen Bauantrag für ein Doppelhaus informiert wurde. Darüber bestand grundsätzlich Einverständnis. Nun sollen die Voraussetzungen durch die Änderung des Bebauungsplans geschaffen werden. Das Verfahren wird mit der frühzeitigen Bürger- und Behördenbeteiligung eingeleitet. hw