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Russische Dominanz und Rücktritt von Günther Bauer

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Eisspeedway-WM in Inzell: Russische Dominanz und Rücktritt von Günther Bauer
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Bild mit Symbolkraft: »Mehr geht leider nicht« schien Günther Bauer seinen Fans zu signalisieren. Und daher erklärte er am Sonntag seinen Rücktritt. (Foto: Weitz)

Es gab packende Rennen, die gewohnte russische Dominanz und erfreuliche Leistungen der deutschen Piloten: Doch für einen weiteren Knalleffekt sorgte beim Eisspeedway-Grand-Prix von Inzell der Rücktritt von Günther Bauer. Der Lokalmatador aus Schleching verkündete am Sonntag kurz vor den Finalläufen das Ende seiner Laufbahn per Stadionmikro.


Im Grand Prix 8 war er in seinem zweiten Lauf – an zweiter Stelle liegend – gestürzt und trat danach nicht mehr an. Zunächst bedankte er sich beim Publikum und betonte: »Inzell ist einfach der geilste Platz für Eisspeedway, den man sich vorstellen kann.« Doch nachdem er schon im Vorjahr von Krankheiten und Verletzungen gebeutelt worden war, »war es heuer noch schlimmer. In den vergangene 28 Jahren hatte ich ich immer Tag für Tag auf das Rennen in Inzell gefreut, heuer ging es nicht mehr. Mein Körper hat mir deutliche Signale gegeben. Wenn man so lange ausfällt, hat man zu viel Zeit zum nachdenken.« Das Ergebnis seines Nachdenkens: Sein Rücktritt. Er fuhr noch eine Runde fürs Publikum, dann versprach Kai Schmiedeknecht, dass man alles tun werde, um Bauer im kommenden Jahr noch einen großen Abschied zu ermöglichen. »Wir werden versuchen, am Donnerstag vor dem Grand Prix ein Abschiedsrennen für dich zu organisieren«, kündigte Schmiedeknecht, der Vorsitzende der ausrichtenden DMV-Landesgruppe Südbayern, an.

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Ansonsten durften sich Schmiedeknecht und die Helfer seines Teams jedoch über spannende Rennen freuen – am Samstag mit über 5000 Zuschauern vor vollem Haus, am Sonntag vor ebenfalls guter Kulisse.

Schon beim Grand Prix 7 am Samstag beherrschte das in der WM führende russische Quartett das Geschehen. Im Finale setzte sich dan Daniil Iwanow durch und übernahm für einen Tag die WM-Führung.

Ins Halbfinale hatten es da die Lokalmatadoren Hans Webe und Markus Jell (beide MSC Teisendorf) geschafft. Weber sammelte hervorragend 12 Punkte, Jell immerhin 8. Gut präsentiert hatte sich auch Max Niedermaier (Edling): der 30-Jährige hatte allerdings Pech, dass er in seinem ersten Lauf stürzte – sonst wäre auch für ihn eventuell das Halbfinale der acht Punktbesten möglich gewesen.

Für Franz Zorn (Österreich), der sich am Freitag im Training an der Hand verletzt hatte, rückte dann Reservefahrer Franz Mayerbüchler ins Hauptfeld auf. Besonders im GP 7 überzeugte der Inzeller in seinem Heimatort und sammelte vier Zähler.

Weil Günther Bauer und auch der Russe Nikita Toloknow am ersten Tag mehrmals pausieren mussten, kam Bauers Sohn Luca mehrmals zum Einsatz und holte fünf Punkte; sein Vater hatte drei Zähler verbucht.

Am Sonntag im Grand Prix 8 hatte vor allem Max Niedermaier mit zwei Laufsiegen einen beeindruckenden Start. Doch letztlich reichte es mit insgesamt sieben Zählern knapp nicht für das Halbfinale.

Bei Niedermaiers zweiten Sieg hatte es bis zur vorletzten Kurve nach einem souveränen zweiten Platz für Günther Bauer ausgesehen – doch dann stürzte er und trat in den folgenden Läufen nicht mehr an.

Ebenfalls mit sieben Punkten verfehlte Markus Jell knapp das Halbfinale. Für Franz Mayerbüchler (3) und Luca Bauer (2) lief es zwar nicht mehr ganz so rund wie am Vortag, dennoch zeigten sie couragierte Fahrten.

Eine solche zeigte der ohnehin stark auftrumpfende Hans Weber auch im Halbfinale: doch er geriet im Positionskampf in der ersten Kurve zu weit nach innen und wurde disqualifiziert. Er fuhr dennoch mit vollem Einsatz knapp hinter Stefan Svensson (Scheden), doch in der letzten Runde stürzte er.

Im Finale war das in der WM führende russische Quartett wieder versammelt – und wieder gab es beinharte Positionskämpfe. Dinar Walejew holte sich letztlich vor Dimitri Koltakow den Tagessieg, während sich Daniil iwanow noch mit einem waghalsigen Manöver an Dimitri Khomisewtisch vorbeipresste und als Dritter des Finales noch einen Zähler sicherte. Da jedoch Tagessieger Walejew (18 und 19 Punkte) in Inzell besser gepunktet hatte als die zuvor gleichauf liegenden Daniil Iwanow (19 und 16) sowie Dimitri Koltakow (15 und 18), liegt er nun vor dem WM-Finale in Heerenveen (30./31. März) knapp in Führung. who