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Rehmutter bei Inzell überfahren: Drei Kitze gerettet

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Inzell: Rehmutter auf B305 überfahren – Drei Kitze gerettet
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Etwa acht bis zehn Tage alt waren die Kitze, als ihre Mutter überfahren wurde. Die Jungtiere überstanden dies und auch die Suchaktion unbeschadet. (Foto: Claudia Schladitz)

Inzell – Wortwörtlich zum »Ritter« wurde der Inzeller Jagdpächter Wilhelm Ritter am vergangenen Wochenende für drei Rehkitze. Ihre Mutter wurde von einem Auto angefahren und dabei getötet. Weil der erfahrene Jagdpächter sah, dass das Reh ein volles Gesäuge hatte, startete eine Suchaktion, die sich über drei Tage erstreckte.


»Die Polizei hatte mich informiert, dass auf der Bundesstraße 305 zwischen Inzell und Ruhpolding ein totes Reh liegt«, berichtete Wilhelm Ritter dem Traunsteiner Tagblatt. Da das Gesäuge des Tiers voll war, machte er sich mit seinem Schweißhund auf die Suche nach dem oder den Jungtieren. »Eines haben wir auch gleich gefunden, es lag im hohen Gras neben der Straße«, erinnert sich Wilhelm Ritter. Ohne seinen Schweißhund hätte er bei diesen Bedingungen keine Chance gehabt, das Tier zu finden. Doch einfangen lassen wollte sich das Jungtier nicht. Aufgeschreckt vom Jagdhund, stob es davon.

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Also versuchte Ritter später mit zwei Unterstützern sein Glück, und dabei entdeckte der Suchtrupp ein zweites Kitz. Doch auch dieses Mal wollten sich die beiden acht bis zehn Tage alten Tiere nicht einfangen lassen. Erst am Sonntagnachmittag gelang es Ritter zusammen mit der Mannschaft der Wildtierhilfe Amerang, die Kitze sicher und wohlbehalten einzufangen. Und siehe da, es waren sogar drei Jungtiere, die dem Suchtrupp ins »Netz« gingen.

Sogar eine Drohne mit Wärmebildkamera hatten die Tierschützer dabei – doch wegen des schlechten Wetters und weil die Tiere sich in ein Waldgebiet zurückgezogen hatten, konnte diese nicht zum Einsatz kommen. »Mit den beweglichen Schafzäunen der Wildtierhilfe konnten wir die drei Kitze dann endlich einfangen«, erinnert sich Ritter an die Rettungsaktion, die erst am späten Nachmittag vorüber war.

Drei Kitze – das ist auch für Ritter, der seit 18 Jahren Jagdpächter in Inzell ist – etwas Besonderes. »Das hatte ich noch nie.« Daher freut er sich auch, dass es den Jungtieren gut geht.

Sie wurden bei einem Bauern nahe Siegsdorf untergebracht und werden dort so naturnah wie möglich großgezogen. »Man hat sie gleich ans Selbersaufen gewöhnt«, sagt Ritter. Ob die Tiere wieder in die freie Wildbahn zurückkehren? Das müsse man abwarten, sagt der Jagdpächter. vew