Bildtext einblenden
Hier an dem Parkplatz an der Bundesstraße 305 von Inzell Richtung Schmelz soll der neue Funkmasten für den Digitalfunk BOS errichtet werden. Der Masten soll eine Gesamthöhe von knapp 53 Metern haben. (Foto: Wegscheider)

Regionalwerk Chiemgau-Rupertiwinkel vorgestellt – Bauanträge im Inzeller Gemeinderat befürwortet

Inzell – Hans-Jörg Birner, Bürgermeister von Kirchanschöring und Verwaltungsratsvorsitzender des Regionalwerks Chiemgau-Rupertiwinkel, stellte in der Inzeller Gemeinderatsitzung regionale Zusammenschlüsse in Bezug auf Energie vor. Zudem wurden einige Bauanträge behandelt und für positiv beschieden. 


Das Regionalwerk ist ein Verbund mehrerer Kommunen zur Energieversorgung in der Region, erläuterte Birner. Damit soll die Möglichkeit gegeben werden, Projekte zu verwirklichen, die kleinere Kommunen nicht alleine stemmen können beziehungsweise, um bestehende Möglichkeiten zu erkennen, die aus dem Blickwinkel einer einzelnen Gemeinde nicht ersichtlich sind. Hierbei gehe es nicht nur um die finanzielle Seite, so Birner. Etwa im Fall der Geothermie sei es die schiere Menge an Energie, die zur Verfügung stehen könnte.

Ein zentraler Punkt des Regionalwerks sei von Beginn an die Unterstützung von Anlagenbetreibern von Photovoltaik- oder Biogas-Anlagen nach dem Auslaufen der EEG-Förderungen gewesen. Hier gelte es, gemeinsam Lösungen zu finden, um diese Anlagen, die meist noch gut funktionieren, nicht vom Netz nehmen zu müssen.

Gemeinden haben noch die Möglichkeit, dem Verbund beizutreten, warb der Vorsitzende. Derzeit haben neun Gemeinden ihr Interesse angemeldet, dem Regionalwerk beizutreten, sagte Birner.

Inzells Bürgermeister Hans Egger sprach von einem sehr interessanten Thema, gerade in Bezug auf die derzeitige Energiekrise. Er will Photovoltaik-Anlagen auf anderen Dächern für gemeindeeigene Gebäude mitnutzen. Sepp Rieder (SPD) wollte wissen, wie die gelieferte Dienstleitung des Regionalwerks abgerechnet wird. Hans-Jörg Birner erklärte, dass dies über Stunden mit einem entsprechenden Tarif erfolgt, der »durchaus sympathisch« sei.

Als nächstes wurde ein Tekturplan für Außenanlagen behandelt, in dem der Abbruch eines Bestandsgebäudes und der anschließende Neubau eines Wohnhauses mit Einliegerwohnung und Außentreppen in Breitmoos vorgesehen ist. Der Antragsteller plant einen barrierefreien Zugang zum Gebäude sowie einen Weg ohne Treppen zum oberen Teil seines Grundstücks. Die Grünflächen sollen angeglichen und zum Teil begradigt werden, um das Grundstück besser nutzen zu können. Ein Teil des oberen Gartenzugangs ist bereits hergestellt worden, ohne die Auflagen des letzten Beschlusses vom 17. Mai dieses Jahres zu beachten. Das Grundstück ist erschlossen, wobei die Zufahrt dorthin über Privatgrundstücke mit Geh- und Fahrtrechten erfolgt. Bei einem Ortstermin mit dem Landratsamt Traunstein wurden zu erfüllende Auflagen genannt und im Plan dargestellt. Die bestehenden gemeindlichen Leitungen (Schmutzwasserkanal und Wasserleitung) dürfen nicht weiter überbaut werden. Bei einer späteren Sanierung der Wasserleitungen und des Kanals trägt der Eigentümer des Grundstücks die Kosten für die Beseitigung der Mauern, des Weges und der Betonplatte. Der Tekturplan wurde seitens des Gemeinderats einstimmig genehmigt.

Keine Einwände gab es bei einem Bauantrag für einen Anbau mit Außentreppe für eine selbst genutzte, zweite Wohneinheit in der Prälat-Michael-Höck-Straße. Das Erdgeschoß wird weiterhin vom Bauherrn bewohnt, das Ober- und Dachgeschoß ist für eine Wohnung der Söhne vorgesehen. Der Anbau hat die Ausmaße 6,35 mal 4,50 Meter und das Satteldach ist mit 24 Grad Dachneigung geplant. Behandelt wurde auch ein Zustimmungsantrag zur Errichtung eines Funkmastes für den Digitalfunk BOS. Der Antragsteller (das Bayerische Landeskriminalamt hier autorisierte Stelle Bayern fungiert als Baudienststelle), plant die Errichtung eines Funkmastes für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) neben einem Parkplatz an der Bundesstraße 305 südwestlich von Inzell. Dieser Standort wurde ausgewählt, weil hier eine gute Netzabdeckung geprüft wurde und er zugleich weit weg ist von der nächsten Wohn-bebauung. Dort soll ein Mast mit einer Höhe von 45 Metern mit einem Aufsatzrohr von sieben Metern und zwei Stahlgitterbühnen mit sechs Vorsatzrohren errichtet werden. Die Gesamthöhe beträgt 52,99 Meter. Zusätzlich werden eine Versorgungseinheit und eine Netzersatzanlagegebaut. Die gesamte bauliche Anlage wird von einem drei Meter hohen Bretterzaun eingeschlossen. Einstimmig war das Gremium für die Errichtung des neuen Funkmastens.

Bruno Mayer wollte in der Bürgerfragestunde wissen, ob auch andere Standorte für dieses Projekt ausgesucht wurden. Dies bejahte Bürgermeister Hans Egger und gab bekannt, dass sich der vorgesehene Standort bei Messungen als bester Platz herauskristallisiert hatte.

hw