Parkgebühren in Inzell: Neues Parkplatzkonzept in Adlgaß und in der Schmelz

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(Foto: Wegscheider)

Inzell – Das Parken auf den Wanderparkplätzen in Adlgaß und Schmelz wird künftig gebührenpflichtig sein. Darüber diskutierte nun der Inzeller Gemeinderat. Einig waren sich die Gemeinderäte bei einer vorangegangenen Sitzung darüber, dass ein Parkplatzbewirtschaftungskonzept erstellt werden soll. Nun ging es um die Höhe der Gebühr.


Hauptgrund für die Einführung der Gebührenpflicht sind laut Gemeinde die hohen Kosten für die Bereitstellung und Pflege der Parkplätze. Diese müssen aufgekiest und unterhalten werden. Dazu muss anfallender Müll beseitigt und der Winterdienst durchgeführt werden. Der Aufwand wird durch den immer stärkeren Wanderboom schlichtweg immer mehr. Mit Vertretern verschiedener Firmen wurden die Parkplätze besichtigt und Gebührenvorschläge aufgrund deren Erfahrungen erarbeitet.

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Der Gemeinderat hat nun in der jüngsten Sitzung nach längerer Diskussion über die Höhe der Parkgebühren entschieden und anschließend die Verordnung erlassen. Vorgeschlagen wurde seitens der Verwaltung ein Betrag von drei Euro bis drei Stunden Parkdauer, sechs Euro für über drei Stunden und eine Mehrtageskarte je Tag sechs Euro. Angeboten werden auch Jahresparkscheine zu einer Gebühr von 20 Euro.

Das Kfz-Zeichen wird hierbei auf der Jahreskarte vermerkt. Die Geltungsdauer für diese Karte ist das Kalenderjahr. Die Inhaber von Kurkarten beziehungsweise der Chiemgau Karte sollen keine Ermäßigung erhalten. Gerade dieser Zielgruppe wird vorgeschlagen, mit dem kostenlosen Ortsverkehr die Ausgangspunkte zu besuchen. Bevor es zu einem Beschluss kam, wurden mehrere Möglichkeiten in Betracht gezogen.

Annette Schneider (CSU) brachte als Alternativvorschlag vier Euro, sieben Euro und 15 Euro Parkgebühr. Auch in Bezug auf den Winter, wenn zum Beispiel Parkmöglichkeiten in Bezug auf die Loipennutzung erhoben werden sollen. Einheimische, also Inzeller, sollten ihrer Meinung nach nicht zu sehr zur Kasse gebeten werden.

Michael Kötzinger (SPD) und dritter Bürgermeister Richard Hütter sehen den Vorschlag der Verwaltung als ausgewogene an, »bei der die Nutzer nicht ausgeschmiert sind«. Hütter wies zudem darauf hin, den kostenlosen Ortsverkehr zu nutzen.

Christoph Treiner (Junge Liste Inzell) wollte wissen, ob nicht eine Regelung für Parkgebühren von 8 bis zum Beispiel 18 Uhr ins Auge gefasst werden könnte und in der Nacht nichts bezahlt werden müsste. Doch Bürgermeister Egger vertrat die Meinung, dass auch jedes Auto, das am Abend abgestellt wird, eine bestimmte Summe zahlen sollte. Auch Richard Hütter sieht keinen Grund für eine solche Befreiung.

»Gerade aus Umweltschutzgründen und aus Sicht des Tierschutzes soll es keine Lockerungen geben. Auch die Abendparker nehmen die Parkplätze in Anspruch und nutzen alles, was angeboten wird«. Christoph Treiner wies noch darauf hin, den Gastronomiebetrieb in der Schmelz und Adlgaß nicht einzuschränken.

Im Gemeinderat wurden verschiedene Punkte abgestimmt, wobei es zu unterschiedlichen Ergebnissen kam. So waren 11:6 Gemeinderäte für die vorgeschlagenen Parkgebühren der Verwaltung, 11:6 gegen zwei Kennzeichen pro Nutzer und 10:7 für einen Betrag von 20 Euro für die Jahreskarte. Mit überwiegender Mehrheit (14:3) sprachen sich die Gemeinderäte gegen eine Befreiung der Gebühren von 18 bis 6 Uhr aus.

Kontrolliert werden die Parkplätze durch den Gästekontrolleur der Gemeinde Inzell. Inzells Bürgermeister Hans Egger wird nun zeitnah eine Nutzungsvereinbarung mit den Bayerischen Staatsforsten über die Flächen zur Parkplatznutzung abschließen. hw