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»Noch immer sind viele Straßen zum Schämen«

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Inzell – »Bewährtes erhalten – Zukunft gestalten«: Mit diesem Motto geht der SPD-Ortsverein in den Wahlkampf. Zum Auftakt erläuterten die Kandidaten das Programm im Gasthof Adlgaß.


Der Vorsitzende und Fraktionssprecher der SPD in Inzell, Sepp Rieder, betonte, dass sich die Gemeinde in den letzten sechs Jahren nur deshalb positiv entwickelt habe, weil über alle Parteigrenzen hinweg die meisten Entscheidungen einvernehmlich erzielt worden seien. Wesentlich dazu beigetragen habe Bürgermeister Hans Egger (Bürger für Inzell).

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Rieder wies darauf hin, dass die Liste der SPD – im Vergleich zu den anderen Listen – die meisten Frauen aufweise. Auch mit Genugtuung erfülle ihn, dass mit ihm, Michael Kötzinger, Hans Huber und Jürgen Schwahn alle SPD-Gemeinderäte wieder kandidieren.

»Der Gemeinderat hat gemeinsam mit Bürgermeister Egger in den letzten sechs Jahren viel geschafft und angeschoben«, stellte Rieder fest. Aber nicht alles habe aufgegriffen und umgesetzt werden können. Insbesondere im Straßenbau, der jahrelang brachgelegen habe, sei noch viel zu tun. »Noch immer haben wir viele Straßen, die zum Schämen sind.«

Die Gemeinde sei zu Beginn der letzten Amtsperiode »knapp bei Kasse gewesen«, weshalb die Finanzen ein wichtiges Thema gewesen seien. Bürgermeister Egger bemerkte dazu, dass durch die Grundstücksverkäufe in der Gschwall die finanziellen Mittel für Investitionen in die Zukunft zur Verfügung gestanden hätten. »Wir haben diese Mittel«, so Egger, »nicht nur investiert, sondern Schulden abgebaut und sogar Rücklagen geschaffen.«

Für die SPD Inzell ist nach Rieders Worten wichtig, dass auch künftig günstiger Baugrund für junge einheimische Familien zur Verfügung steht. Gleiches gelte aber auch für günstige Mieten, was in Inzell nicht immer ganz einfach sei. Der Gemeinderat sei bereits dabei, etwas zu tun. »Das alles«, so Rieder, »geht allerdings nicht von einem Tag zum anderen, das braucht etwas Zeit.«

Für die SPD Inzell ist es wichtig, die Interessen nach weniger Flächenverbrauch und gleichzeitig nach mehr und günstigen Wohnungen in Einklang zu bringen. Dies war und bleibt Rieder zufolge für die Gemeinderäte eine spannende Herausforderung.

In der Diskussion wies Michael Kötzinger darauf hin, dass ohne die Grundstücksverkäufe in der Gschwall kaum etwas hätte bewegt werden können, weil hohe Schulden vorhanden gewesen seien. »Oder wir hätten der Inzeller Jugend neue, zusätzliche Schulden hinterlassen müssen, was wir nicht wollten.«

Bürgermeister Egger fügte unterstützend hinzu, wie gut das Geld angelegt sei, zeige die Investition in das Blockheizkraftwerk der Max Aicher Arena. Dadurch würden pro Jahr rund 300 000 Euro an Energiekosten eingespart.

Moni Pichler wollte wissen, ob es denn nicht möglich wäre, alle Baugrundstücke für Einheimische zu reservieren. In seiner Antwort sagte Egger, dass es rechtlich nicht zulässig sei, ausschließlich Einheimische zu berücksichtigen. Die Grundstücke in der Gschwall seien deshalb zu je einem Drittel in den Familienmodellen 1 und 2 sowie frei verkäuflich veräußert worden. Doch trotz der guten Verkäufe sei immer noch ausreichend Baugrund für junge Einheimische vorhanden. »Wer in Inzell bauen will, kann das auch« sagte Egger.

Jürgen Schwahn fragte nach, ob es bezüglich der ehemaligen Sanitasklinik etwas Neues gibt. In diesem Zusammenhang führte er aus, dass das Inzeller Ortsbild insgesamt verbessert werden könne und müsse. Da sieht er eine große Aufgabe für die neuen Gemeinderäte. Hans Egger teilte mit, dass sich die Gemeinde deshalb gemeinsam mit Ruhpolding und Siegsdorf am Integrierten Kommunalen Entwicklungsprogramm (IKEK) beteilige, mit dem neue Akzente gesetzt werden sollen.

Die Vorsitzende des VdK Inzell, Uschi Schreiber, forderte ein, dass die Belange der älteren Menschen in Inzell nicht vergessen werden dürfen. Dies gelte insbesondere für alters- und behindertengerechte Wohnungen, aber auch für Barrierefreiheit im öffentlichen Raum. fb