Lkw-Oldies in Inzell zu bestaunen

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Lkw-Oldtimer aller Alters- und Fahrklassen gab es am Wochenende in Inzell zu bestaunen. (Foto: Bauregger)

Inzell – Bereits zum vierten Mal hatte der Verkehrs- und Heimatverein Inzell Besitzer von historischen Lastwagen nach Inzell eingeladen. Diese waren mit 42 Lkws und 15 Unimogs der Einladung gefolgt und zum Treffen gekommen. Neu war in diesem Jahr, dass sich die Teilnehmer auf eine Rundfahrt durch die Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land machten und die Veranstaltung an zwei Tagen stattfand. Was die Sonne unter Tags gemacht hatte, führte am Samstagabend die Country-Band »De Waltons« aus Straubing fort – sie heizte den Konzertbesuchern so richtig ein. 


Bereits um 8 Uhr rollten am Samstag die ersten Lkw-Oldies samt Fahrer gemächlich auf die Stellflächen rund um die Max-Aicher-Arena in Inzell. Dort wurden sie von Organisator und Lkw-Fan Herbert Öttl begrüßt. Schon bald brachen die meisten Teilnehmer aber bei herrlichem Sommerwetter zu einer individuellen Sightseeingtour durch das wundervolle Voralpenland auf.

Ab dem frühen Nachmittag konnten Zuschauer und begeisterte Lastwagenfans, unter ihnen einige, die früher selber beruflich in solchen Oldies gesessen haben, die Lkw-Oldtimer an der Arena bewundern, mit den Besitzern fachsimpeln, von ihren Oldieschätzen schwärmen oder in den Erinnerungen aus der »guten alten Lastwagenzeit« schwelgen.

In einer eigens eingerichteten »Ratschecke« gab es für Lkw-Begeisterte zudem die seltene Gelegenheit, sich mit Franz Fuchs zu unterhalten, der von 1973 bis 1980 mit seinem Scania-Sattelschlepper Ersatzteile für Baustellenfahrzeuge in den Orient transportierte. Es war faszinierend, wie begeistert, lebendig und interessant Fuchs von dem, was ihm auf diesen Fahrten alles widerfahren ist und was er erlebt hat, erzählte. Parallel dazu lief in der Turnhalle sein spannender Film: »Die morgenländische Reise des Franz Fuchs«, der vor einiger Zeit auch im BR gezeigt wurde. Interessant war auch zu sehen, in welchem Zustand die Oldies waren. Manche präsentierten sich chromblitzend und perfekt aufpoliert, andere zeigten ihre Patina, ihre kleinen Schrammen, spröden Gummidichtungen, harten Sitzbänke, spartanischen Armaturen oder ihren abgenutzten Lack selbstbewusst, wohlwissend, dass all dies in den langen Jahren ihres Einsatzes entstanden ist. Der älteste Lkw, ein Betriebsfahrzeug des Sägewerks Schnappinger aus Teisendorf, stammte aus dem Jahr 1942.

Bewundernswert war es auch, mit wie viel Ideenreichtum und Raffinesse manche Oldiebesitzer ihre Lkws umfunktioniert hatten. So waren auf einem der Sattelaufleger Dachstuhlelemente montiert. Unter den Planen weiterer Gespanne versteckten sich komplette Wohnwagen. Den ereignisreichen Samstag rundeten »De Waltons« mit fetziger Countrymusik stimmungsvoll ab. Der Sonntag begann traditionell mit einem Weißwurstfrühstück. Am Nachmittag klang dann die Veranstaltung langsam aus und die Lkws machten sich wieder auf den Weg nach Hause.

Durchaus zufrieden blickte auch der Organisator des Verkehrs- und Heimatvereins, Herbert Öttl, auf die Veranstaltung. Durch die heiße Witterung waren zwar unter Tags nicht so viele Besucher gekommen. Trotzdem sei es für alle erneut ein Erlebnis gewesen. Vom Bauhof der Gemeinde Inzell kam wertvolle Hilfe und die Rot-Kreuz-Bereitschaft aus Inzell stand für Notfälle zur Verfügung. Viel Arbeit sei es aber gewesen, die Bestuhlung so aufzustellen, dass die Vorgaben des angeordneten Hygienekonzepts problemlos umgesetzt werden konnten. Dankenswerterweise konnte sich Öttl hier auf viele helfenden Hände verlassen. Geplant sei nun für nächstes Jahr ein Lkw-Oldietreffen mit zwei Schwerpunkten. Zum einen werden wieder »normale« Lkw-Oldies eingeladen. Und da die Inzeller Feuerwehr 2022 ihr 125-Jahr-Jubiläum feiert, soll es auch eine spezielle Ausstellung von Feuerwehrfahrzeugen geben.

wb