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Hunde können Leben retten

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Die geprüften Hunde, die bei der Personensuche eingesetzt werden, müssen auch verschiedenste Aufgaben erledigen können, unter anderem das Balancieren auf unwegsamem Gelände. Hundeführerin Sabine Schröter aus Inzell gibt ihren Hunden Amy (vorne) und Maisie die notwendigen Anweisungen. (Foto: Wegscheider)

Inzell – Die Rettungshundestaffel »Einsatz-Mantrailer« befindet sich derzeit im Aufbau und ist für die Polizei ein wichtiger Ansprechpartner bei der Suche nach Vermissten. Die Staffel wurde 2017 gegründet und ist in mehreren Landkreisen und auch im Salzburger Land im Einsatz.


Aktuell sind sechs Hundeführer mit neun Rettungshunden aktiv. Für den Einsatz bei der Polizei sind bestimmte Vorgaben zu erfüllen und zur Zeit sind fünf Rettungshunde-Teams auf ihre Einsatztauglichkeit geprüft und jederzeit einsatzbereit. Drei weitere Teams bereiten sich auf die Prüfung vor.

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Immer 24 Stunden abrufbar

Die Rettungshundestaffel »Einsatz-Mantrailer« steht der Polizei an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr zur Verfügung. Für Sucheinsätze stehen die Hundeführer ehrenamtlich und unentgeltlich zur Verfügung. Gesucht werden überwiegend Demenzkranke und Kinder, die entweder vermisst werden oder den Heimweg nicht mehr finden. Im Einsatzfall nimmt der Hund den Geruch des Vermissten über ein Kleidungsstück oder einen sonstigen Gebrauchsgegenstand des Abgängigen auf und macht sich mit seinem Hundeführer auf die Suche.

Voraussetzung für die erfolgreiche Suche ist eine lange Ausbildung des Hundes und seines Hundeführers. Diese dauert in der Regel zwei bis drei Jahre und fordert ein hohes Maß an Geduld, Zuverlässigkeit und Verantwortungsbewusstsein sowohl beim Menschen als auch beim Tier. Die Dauer hängt allerdings vom Hund selbst ab, manche kapieren es schneller, manche langsamer. Abschließend gibt es eine Prüfung für Hund und Hundeführer. Die Einsatztauglichkeit des Hundes wird alle 18 Monate neu abgenommen. Einsatzbereit für solche Suchaufgaben ist ein Hund zwischen acht und zehn Jahre, danach geht er in »Pension«.

Insgesamt sind die Hundeführer mit ihren Vierbeinern bis zu 15 000 Kilometer jährlich für Einsätze und Training unterwegs, und das alles ohne große Aufwandsentschädigungen. Dafür ist natürlich viel Motivation in der Freizeit notwendig.

In der Startphase gehen alle Hundeführer zudem mit großer Eigenleistung in Vorkasse, um die professionelle Ausrüstung für den Einsatz zu vervollständigen. Die Hundeführer tragen die Kosten für die externe Ausbildung momentan auch noch komplett selbst, ebenso wie die Fahrten zum Training, zu Präsentationen, Veranstaltungen und auch den Einsätzen. Diese sind von Miesbach über Kiefersfelden, Bruckmühl, Wasserburg, Traunstein und auch im benachbarten Salzburger Land und das bei einer Abrufbereitschaft von 24 Stunden. Der gesamte Zuständigkeitsbereich ist im Grunde das Polizeipräsidium Oberbayern Süd und noch darüber hinaus.

Die Rettungshundestaffel ist eine wichtige Einrichtung, um Vermisste wieder zu finden, allerdings sind die Verantwortlichen nach wie vor auf Spenden angewiesen, weil sich die Staffel ausschließlich selbst finanziert. Nähere Informationen gibt es unter der Telefonnummer 0160/62 01 479. hw

 


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