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Historische Hausschilder angebracht

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Anna und Albert Stadler (von links) erhalten das Schild vom Vorsitzenden des Verkehrs- und Heimatvereins Inzell, Alfons Schrittenlocher, für die Ödmühle. (Foto: Bauregger)

Inzell – Bereits in der Frühjahrsversammlung des Verkehrs- und Heimatvereins Inzell (VHI) hatte Florian Seestaller über die Planungen des Vereins informiert, an historischen Häusern in Inzell Informationstafeln zu deren Geschichte anzubringen.


Nun übergab der Vorsitzende des Vereins, Alfons Schrittenlocher, mit einigen Ausschussmitgliedern an die Besitzer der »Ödmühle« und des »Forsthaus Adlgaß« die Schilder. Zu den Herstellungskosten von etwa 220 Euro steuert der VHI 100 Euro aus der Vereinskasse bei. Die Vorstandschaft hofft nun, dass sich auch noch weitere Hausbesitzer entschließen, dieses Projekt zu unterstützen.

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Das erste Schild wurde an Ursula Pastötter und ihren Mann Hubert am Forsthaus Adlgaß übergeben. Adlgaß wurde bereits 1308 nicht dem bayerischen Herzog, sondern als Lehen dem Kloster St. Zeno in Bad Reichenhall unterstellt. 1532, während der lutherischen Reformation, erscheint in der Historie Wolfgang Adlgasser. Er und seine Nachfahren bewirtschaften das Gut für das Kloster St. Zeno bis 1835. Das Anwesen wird 1854 an das Salinen-Ärar (Verwaltung) verkauft und daraus eine Forstwartei errichtet.

Mehr als die Hälfte des Grunds wird daraufhin bepflanzt und somit zum »Adlgaßerwald« umfunktioniert. Zudem wurde Adlgaß eines der wenigen Forsthäuser, die mit einer Einkehr verbunden waren. 1965 wurde die Forstwartei nach Inzell verlegt und das Gasthaus ist seither verpachtet.

Eine erstmalige Erwähnung erfährt die heutige Ödmühle in einer Urkunde vom 8. Januar 1450, in der das Erbrecht auf dem »Gute zu Oed in der Intzl« an einen »Oßwald ob der Oed« beurkundet wird. In den Geschichtsbüchern der Gemeinde Inzell erscheint das Anwesen erstmals im Jahre 1532. Das Gebäude in seiner heutigen Form wurde 1833 vom Zimmermann Cajetan Kumminger aus Inzell vollkommen neu errichtet. Durch dessen handwerklichen Ausbildung in Salzburg und Oberösterreich kam der dort typische Baustil mit einem so genannten »Krüppelwalmdach« nach Inzell. Josef Strehuber aus Neukirchen kaufte den Besitz. Er baute das Nebengebäude und schuf im Obergeschoß fünf Zimmer für die Krankenpflege. So wurde die Ödmühle zum Vorgänger des später in der Ortsmitte errichteten Inzeller Krankenhauses.

1921 wurde die Mühle von der alten Mahlsteinmühle zu einer Walzmühle umgebaut. 1950 wurde der Tourismusbereich ausgebaut und die Ödmühle zu einem der ersten touristischen Betriebe in Inzell umfunktioniert. Durch Verlegung des Falkenseebaches, der für die Mühle als Betriebskanal diente, musste die Mühle 1963 aufgehoben werden. Die Ödmühle wurde 1982 zu einem Bauernhof umgebaut. wb


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